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Test
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28.02.2014

American Audio ELMC 1 Test

Dual-Deck DJ-Controller

Schlicht und effizient?

American Audio ELMC 1 Dual-Deck MIDI-Controller für Virtual DJ im bonedo.de-Test: Günstige Einsteiger DJ-Controller gibt es bekanntlich wie Sand am Meer. Ein weiteres Sandkorn fügen American Audio mit dem ELMC 1 hinzu. Zugegeben, es gibt mittlerweile technologisch und funktional sicherlich spannendere und aufwendigere DJ-Tools als den hier vorgestellten Doppeldecker.

Aber man darf auch nicht vergessen, dass zu jedem Zeitpunkt, ja sogar in dem Moment, wo ich die Zeilen hier schreibe, bereits eine neue Generation DJs ihre ersten Gehversuche macht. Und sie benötigen für ihre ersten Praxis-Schritte eventuell einen einfachen und preisgünstigen Controller. Genau deshalb berichte ich im Folgenden von meiner Testrunde mit dem Steuerbefehlsgeber American Audio ELMC 1.

Details

Beim ELMC 1 handelt es sich um einen DJ-Controller ohne Soundkarte. Entsprechend muss man, um zu einem vollwertigen Setup mit Vorhörmöglichkeit zu gelangen, noch einen externen Wandler einplanen. Was er dafür verwendet, ist dem Anwender natürlich völlig freigestellt und der Markt bietet hier eine reichhaltige Auswahl in den unterschiedlichsten Preisregionen. Zum Beispiel Behringer U-Control UCA 222, ESI UDJ6, Focusrite Saffire 6 USB oder Native Instruments Audio 2 oder Komplete Audio 6 - die Qual der Wahl. Aber zurück zum Controller: Pro Deckseite wartet er mit einem berührungsempfindlichen 110-Millimeter-Jogwheel, einem Dreiband-Equalizer sowie den klassischen Transportfunktionen (Cue, Play/Pause, Sync) auf. Im Lieferumfang befindet sich zudem eine LE-Version von Virtual DJ, die bis auf einen entsprechend der Möglichkeiten des ELMC 1 reduzierten Funktionsumfang, uneingeschränkt lauffähig ist.

Auspacken

Der recht handliche Controller misst 36 x 18 x 6,4 Zentimeter (BxTxH), bringt ein Gewicht von rund einem Kilo auf die Waage und reist in einer unspektakulären Kiste mit weitgehend dezenter Beschriftung und folgenden Inhaltsstoffen: Ein Stück ELMC 1, eine Installations-CD mit der Seriennummer für Virtual DJ LE, ein USB-Kabel und eine sehr ausführliche, gut bebilderte Bedienungsanleitung, die allerdings nur in Englisch verfasst ist. Ein Netzteil entfällt, da sich der Testkandidat mit der vom USB-Bus bereitgestellten Spannung begnügt.

Äußerlichkeiten

Die erste optische und haptische Visite beende ich mit einem sehr zufriedenen Urteil. Natürlich merkt man aufgrund des vollständigen Einsatzes von Plastik, dass man es hier mit einem Gerät der „Unter-100-Euro-Klasse“ zu tun hat. Sieht man die Beschaffenheit der Bedienelemente aber im Preis-Kontext, kommt man zu dem Schluss, dass hier nichts unangenehm aus dem Rahmen fällt. Alles sitzt wackelfrei und ohne Spiel da, wo (und wie) es soll, die Taster liefern bei Betätigung ein eindeutiges Klacken und besonders die Jogwheels glänzen durch ein geschmeidiges Drehverhalten und eine vertrauenerweckende Haptik. Beim Blick auf die Stirnseite fällt auf, dass das Gehäuse einige Aussparungen für Bohrungen vorweist, die höchst verdächtig nach Kopfhörerausgang und Potenziometern aussehen, im Fall des ELMC 1 aber nicht durchgebohrt wurden. Ich vermute daher, dass es sich hierbei um eine Gehäuse-Spritzform handelt, die sich auch für andere Ausführungen eignet. Es ist also vielleicht nicht unwahrscheinlich, dass uns in naher Zukunft noch eine Version mit integrierter Soundkarte ins Haus steht.

Das Layout ist trotz vereinzelter Shift-Funktionen so gut wie selbsterklärend: In der Mitte versammeln sich ein Master-Volume-Poti, ein Rotary-Encoder zur Dateinavigation und zwei Load-Taster (A/B) nebst Shift-Button. Darunter sitzt der Crossfader. Links und rechts residieren die identisch aufgebauten Kanalzüge mit Gain und EQ (High, Mid, Bass). Pro Deck warten neben dem Handrad die Taster Sync, Cue, Play/Pause und Loop auf ihren Einsatz. Am oberen Rand sind zwei Taster mit den Funktionen Pitch und Pitch-Bend montiert, daneben logiert ein Rotary-Encoder, der über die Effekt- und Sample-Auswahl herrscht. Ein einzelner Vinyl-Taster neben dem Jogwheel legt fest, ob dieses bei Betätigung der kontakt-sensitiven Oberseite in den Scratch-Modus wechseln soll oder nicht.

Software

Der ELMC 1 gibt sich dem angeschlossenen Computer gegenüber als klassenkompatibles Eingabegerät zu erkennen, wodurch die Notwendigkeit zur Treiberinstallation entfällt – sehr schön. Ein Versuch, den Controller via „Camera Connection Kit“ einem iPad2 unterzujubeln, schlug allerdings aufgrund des erhöhten Strombedarfs fehl. Die Installation der mitgelieferten LE-Version von Virtual DJ verläuft dagegen schnell und unproblematisch.

Es ist gängige Praxis bei Atomix, dass sie zur Herstellung einer LE-Version die reguläre Pro-Variante so weit abspecken, dass diese dem Funktionsumfang des Controllers entspricht. Im Fall des hier getesteten ELMC 1 gelingt es der Software entsprechend gut, alle relevanten Funktionen bereitzuhalten, über die mein Testkandidat physikalisch verfügt. Gut gedacht, richtig gemacht! Im Ergebnis allerdings etwas unglücklich ist der Umstand zu werten, dass man sich offenbar die Mühe gemacht hat, das grafische Benutzer-Interface der Software an den Controller anzupassen, jedoch wurde dabei eine Skalierung benutzt, die auf hochauflösenden Displays (in meinem Fall 15,6 Zoll, 1920 x 1080, 144 ppi) arg klein ist und sich auch nicht ändern lässt (das geht nur in der Pro-Version). Und das eigentlich ohne Not, denn die Anzahl der Bedienelemente ist ohnehin so gering, dass Platzsparen gar nicht erforderlich ist. Nun gut, gehen wir jetzt einfach mal davon aus, dass der Sinn und Zweck des Controller-Einsatzes ja ohnehin darin liegt, so wenig wie möglich auf den Bildschirm schauen zu müssen. Im Großen und Ganzen macht die LE-Version nämlich einen sehr guten Job. Dass man es mit einer abgespeckten Variante zu tun hat, wird eigentlich erst deutlich, wenn der Blick in die Konfigurationsseite fällt. Dort sind neben den Einstellungen der Soundkarte keine weiteren Optionen zu finden, insbesondere nicht das Anlegen eigener Mappings. Wer das will oder braucht, der kann über einen direkten Link die Pro-Version erwerben, die mit schwergewichtigen 240 Euro zu Buche schlägt.

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