Hersteller_Allen&Heath
Test
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30.05.2014

Allen&Heath XONE:23 Test

Zweikanal DJ-Mixer

Robust, kompakt und klangstark

Allen&Heath XONE:23 Zweikanal DJ-Mixer im bonedo.de-Test: Ein guter Battlemixer gilt als die ideale Waffe im Zweikampf, wenn man den gegnerischen DJ mit superschnellen, aus den Fadern geschossenen Scratch-Salven in die Schranken weisen möchte. Allen&Heath XONE:23, seines Zeichens leicht modifizierter Nachfolger des XONE:22, ist so ein Vertreter, doch bevor wir uns diesem Pult widmen, etwas zur Begriffsklärung und Historie: Die Bezeichnung „Battlemixer“ steht umgangssprachlich für einen kompakten Zweikanal-Mischer, den vor allem Scratch-Virtuosen zwischen ihre hochkant aufgestellten Turntables quetschen. DJ und Set sollen dabei eine kompakte Einheit bilden, schließlich gilt es vor allem beim Beat-Juggling, seinen Mixer und die Schallplatten blind dirigieren zu können.

Erste Battlemixer wie der Gemini Scratch-Master entsprachen zwar in ihrer Größe und ihrem grundsätzlichen Layout den Ansprüchen der „kratzenden Fraktion“, aber es fehlte ihnen die regulierbare, scharfe Crossfader-Kurve, die den Fader samt vollem Signal schon nach einer Minimalbewegung öffnet. Das träge Gleitverhalten beim Cutting trainierte zudem ungewollt so manchen Oberarm. Erst Modelle wie der Vestax PMC-05 oder auch der Technics SH-EX 1200 eröffneten den Vinylisten neue Perspektiven. Verschleißfreie Crossfader, wie beim Ecler HAK 360 und Rane TTM56, perfektionierten die Battlemixer weiter, denn sie flutschten nicht nur besonders leichtgängig, sondern versprachen darüber hinaus eine unbegrenzte Lebensdauer.

Die Cornwaller Mixer-Schmiede Allen&Heath ist ebenfalls kein Neuling in diesem Marktsegment und möchte sich mit ihrem jüngsten Spross XONE:23 (355 Euro UVP) der Konkurrenz aus den Häusern Ecler, Reloop, Pioneer, Numark und Vestax stellen. Ob der Mixer mit seinen scratch-typischen Ausstattungsmerkmalen, einem Effekt-Loop, analogen Kanalfiltern und der Möglichkeit, bis zu vier Stereoquellen gleichzeitig einzuspielen, tatsächlich die Herzen der Turntablisten erobern könnte, erfahrt ihr in diesem Testbericht.

Details

Im Allen&Heath Paket finde ich neben dem gut verstauten Testmuster, das ein stattliches Gewicht von 2,7 Kilogramm an den Tag legt, und noch ein separates Netzteil mit jeweils einem Kaltgerätekabel für englische und deutsche Steckdosen und eine englische Bedienungsanleitung samt Blockdiagramm – für Technik-Nerds, die dem XONE gern „unter die Haube“ schauen wollen. Der kompakte Brite ist in der Battlemixer-typischen Double-Panel-Bauweise zusammengeschraubt, daher lässt sich die Faceplate, für einen schnellen Fader-Wechsel im Verschleißfall oder für ein Fader-Upgrade, unkompliziert mit wenigen Handgriffen lösen. Den silberfarben hervorschimmernden Schrauben hätte indes ein dunkles Finish besser gestanden, denn es würde den optischen Gesamteindruck des Pultes aufwerten. Davon abgesehen punktet der Mixer mit stimmigem Design, Übersichtlichkeit und Logik: Das Schwarz des Gehäuses wird partiell durch weiße Beschriftungen und Design-Elemente durchbrochen. An den Seiten prangt der Allen&Heath Schriftzug, an der Front die Mixer-Bezeichnung nebst zwei Kopfhörerbuchsen im 3,5- und 6,3-Millimeter-Klinkenformat. An der Rückseite funkeln einem vergoldete Cinch-Buchsen entgegen.

Sehr begrüßenswert ist die klare Linie bei der Anordnung der Anschlüsse: Je ein Paar Phono- und Line-Eingänge (Cinch) liegen links und rechts direkt hinter den Kanälen. In ihrer Mitte sitzen vier Cinch-Buchsen für den FX-Loop respektive die Send-Return-Schleife. Sie komplettieren zusammen mit dem Netzschalter die obere Reihe des Anschlusspanels. Darunter reihen sich die Netzteilbuchse und die drei separaten Ausgänge aneinander. Die Saalbeschallung erfolgt über den Master (zwei XLR-Buchsen), für das Monitoring oder die direkte Beschallung der Kanzel sind zwei Cinch-Buchsen vorgesehen (Booth) und zum Aufzeichnen des Sets empfiehlt sich der obligatorische Record-Signalpfad, ebenfalls in Stereo-Cinch. Zu guter Letzt wäre noch die große Erdungsschraube für die Massekabel der Schallplattenspieler zu nennen. Blicke ich auf die Bedienoberfläche, fällt mir zunächst die stylische Form der massiven, zwei Millimeter dicken, aus kratzfestem Stahl gefertigten Faceplate auf. Sie weist an den Außenflanken vier Aussparungen auf, die es mir ermöglichen, den Mixer mit einem Rack oder Tisch zu verschrauben.

Vom grundsätzlichen Layout her bietet die Kommandozentrale keine Überraschungen. Gut so, schließlich sollte jeder Handgriff auch im Dunkeln sitzen. Interessant ist allerdings der zweite Signalpfad pro Kanal, denn so können bis zu vier Quellen gleichzeitig über die beiden Kanäle abgespielt werden. Vor allem für Samples oder Loops ein großer Bonus. Jeder Zug hält daher gleich zwei Gain-Regler bereit, dazu Equalizer und einen Linefader mit 50 Millimetern Länge. Sämtliche Regler des Dreiband-EQs rasten in der Zwölf-Uhr-Position ein und die griffigen Kappen verraten durch ihre fühlbare Nabe die eingestellten Positionen. Dazu gesellt sich der Crossfader samt Kurvenschalter. Links vom neungliedrigen LED-Levelmeter, das die Cue-Signale der beiden Kanäle visualisiert, ordnet sich die Mikrofonsektion (XLR) mit ihren „Stellschrauben“ für Level, Höhen und Tiefen ein. An der rechten Flanke logieren die Drehknöpfe für Master-, Monitor- und Headphone-Volume einschließlich „Cue-Mix“ zum stufenlosen Mixen des Master/Preview-Signals unter dem Kopfhörer.

Das Highlight des XONE:23 ist für mich die Filtersektion mit ihrem separat aktivierbaren Tief- und Hochpassfilter, das sowohl in seiner Frequenz (20 Hz - 20 kHz) als auch in der Resonanz (mild - wild) regelbar ist. Sie hebt sich durch die gummierten, von der Haptik sehr hochwertigen Pads vom Rest des Mixers ab. Zudem kann ein externes Effektgerät über die Taste „EXT-ON“ eingeschleift werden. Das lässt einen in der Summe und unter Berücksichtigung des Straßenpreises von unter 300 Euro natürlich aufhorchen, doch gilt dies auch für die klanglichen Aspekte? Also genug des visuellen Rundgangs – lasst uns den Mixer mit diversen Sound-Quellen koppeln.

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