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Test
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17.11.2020

Alesis Harmony 32 Test

Mini Portable Keyboard

Mehr als ein Spielzeug?

300 Sounds und 300 Rhythmen in nur einem Kilogramm Keyboard. Ein solches Verhältnis hat sich mir bisher in keinem Tasteninstrument geboten. Alesis offeriert mit dem Harmony 32 genau diese Konstellation und das für ganze 49 €. Das kleine 32-Tasten-Keyboard mit zwei eingebauten Lautsprechern und USB-Anschluss richtet sich an Kinder, Einsteiger und jene, die eine kleine Tastatur mit MIDI-Anschluss für unterwegs suchen.

Der Hersteller Alesis hat bereits einige Tasteninstrumente im Sortiment, bei denen es sich hauptsächlich um USB/MIDI Keyboard Controller handelt. Im Home-Keyboardbereich fand man bisher nur Instrumente mit 61 Tasten im Programm. Mit dem neuen Harmony 32 begibt sich Alesis erstmals in das Marktsegment der Mini-Keyboards und bietet damit ein sehr kleines und günstiges Einsteiger-Instrument. Neben den vielen Klängen und Beats sind auch 40 Songs mit an Bord, zu denen man jammen kann. Als Käufer erhält man außerdem gleich drei Unterrichts-Pakete von den drei Online-Lesson-Anbietern Skoove, TakeLessons und Melodics. Vergleicht man die Features des Alesis Harmony 32 mit denen der Mitbewerber, wird schnell klar, dass man so viele Sounds und Rhythmen bei anderen Instrumenten dieser Preisklasse kaum finden wird. Vom eingebauten MIDI-Interface ganz zu schweigen. Ist das Harmony 32 mehr als ein Spielzeug? Diesen Aspekt möchte ich in unserem Test beleuchten. 

Details

Auspacken

Ein solch kleines Instrument wird auch in einem sehr handlichen Karton geliefert und ist sehr schnell ausgepackt. Dadurch, dass das Gehäuse eine ergonomische Aussparung in der Unterseite bietet und das Instrument nur 1 kg wiegt, lässt sich das Harmony 32 sehr bequem mit nur einer Hand tragen.

Erster Eindruck

Das Kunststoffgehäuse des Keyboards ist farblich oben schwarz und unten knallig blau gehalten. Alles wirkt stabil und durchaus wertig. Das Erscheinungsbild erinnert weniger an das eines Spielzeugs, eher an das eines Einsteiger-Instruments, das ernstgenommen werden will. Das Bedienpanel wirkt aufgeräumt und sachlich, über dem Bedienfeld findet man mit mit Mini-Beschriftung die Kategorien der Sounds und Rhythms. An dieser Stelle fragt man sich warum Alesis den Platz unterhalb der Lautsprecher nicht genutzt hat, um die Tastatur um eine Oktave zu vergrößern (?).

Bedienfeld

In der Mitte der Benutzeroberfläche findet sich das Display in Gestalt einer 3-stelligen 8-Segment LED-Anzeige. Sie dient in erster Linie dazu, die momentäre Sound-, Rhythmus- oder Song-Nummer anzuzeigen, außerdem die Werte von Lautstärke, Metronom und Tempo.

Auf der linken Seite befindet sich ein echter Ein/Aus-Schalter. So etwas findet man heute selten, meistens sind es Taster, die das Gerät aus dem Standby-Modus holen. Hier erkennt man an der Stellung des Schalters ganz klar: An oder Aus. Nach fünf Minuten Inaktivität schaltet sich das Harmony 32 selbsttätig ab und durch Drücken einer beliebigen Taste wieder ein.

Mit den Tastern REC und PLAY wird der integrierte MIDI-Recorder aktiviert, um das auf der Tastatur Gespielte aufzunehmen und wiederzugeben. Mit den Tastern für VOLUME und TEMPO lassen sich die Gesamtlautstärke des Instruments und das Tempo der Rhythms und Songs justieren. Mit START/STOP werden Rhythms sowie Songs gestartet und gestoppt, während der SUSTAIN-Taster einem Sound den Effekt des entsprechenden Pedals hinzufügt. Rechts vom Display liegen drei wichtige Taster: TONE, RHYTHM und SONG. Mit deren Einsatz bestimmt man, welchen dieser drei Bereiche man mit dem Zahlenfeld auf der linken Seite des Displays einstellen möchte.

Das Zahlenfeld rekritiert sich aus zehn Ziffer-Tastern für die direkte Eingabe einer Nummer und einem Plus/Minus-Paar, um die Eingabe zu erhöhen oder zu verringern. Auf der rechten Seite liegen fünf größere Percussion-Tasten, die mit festen Schlagzeug-Sounds belegt sind: Bass Drum, Snare, Hand Clap, Tambourine und Becken. Mit deren Nutzung lassen sich während des Keyboardspiels rhythmische Akzente setzen, oder man spielt selbst einen Groove darauf. Ganz rechts liegt die größte Taste des Harmony 32, mit der das Metronom eingeschaltet und verändert werden kann.

Anschlüsse

Das Alesis Harmony 32 besitzt nur zwei Anschlüsse auf der Rückseite: Einen USB-Anschluss, der sowohl als MIDI-Port, als auch für die Stromversorgung genutzt wird. Ein USB-Netzteil liegt dem Instrument nicht bei, was man aber mittlerweile in jedem Haushalt finden kann. An den zweiten Anschluss wird ein Kopfhörer per 3,5 mm Klinkenbuchse angeschlossen. Die Unterseite des Harmony 32 verbirgt ein Fach für vier AA-Batterien, um das Instrument auch ohne Verwendung des mitgelieferten USB-Kabels mit Strom zu versorgen bzw. es mobil einzusetzen.

Tastatur

Die Klaviatur des Alesis Harmony 32 besteht aus 32 Mini-Tasten, die jedoch keine Anschlagdynamik unterstützt. Sie lässt sich gut spielen und hinterlässt für den geforderten Preis einen passablen Eindruck.

Tones

Das Klangmaterial des Harmony 32 wird bei Alesis unter der Terminologie „Tones“ geführt, von denen sich 300 im Angebot befinden, die zusätzlich in 24 Kategorien unterteilt sind. Die einzelnen Kategorien sind zur Übersicht oben auf dem Bedienpanel des Instruments aufgedruckt. Merkwürdig ist, dass die Angaben dazu in der Bedienungsanleitung nicht exakt mit den aufgedruckten Tone-Gruppen übereinstimmen. Auch stiftet die Dopplung der Kategorie „Pads“ im Instrumentenaufdruck zunächst für leichte Verwirrung; später wird klar, dass diese lediglich kosmetischen Aspekten zugrunde liegt, um die Symmetrie des Aufdrucks zu erhalten. Leider existiert keine Liste, in welcher alle 300 Tones namentlich mit Klarnamen aufgeführt sind, um beim gezielten Suchen von Sounds gleich den passenden zu finden. So müssen die Klänge einzeln durchgehört werden, was Zeit in Anspruch nimmt.

Eingebaute Lautsprecher

Die beiden integrierten Speaker erzeugen bezogen auf ihre Größe ausreichend Leistung und klingen -  gemessen am Preis - recht ausgewogen. Wird ein Kopfhörer angeschlossen, werden sie automatisch stumm geschaltet.

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