Hersteller_AKG
Test
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11.09.2013

AKG Perception Wireless 45 Vocal Set ISM Test

Drahtloses Mikrofonsystem

Auf die Bühne, fertig, los!

Der Kampf um Frequenzbereiche hat den Markt für Funkmikrofone hart getroffen. Der gefräßige Funkdatenverkehr um DVB-T, kabelloses Breitbandinternet & Co. vertilgt seit geraumer Zeit immer größere »Frequenz-Brocken«. Der Aktionsraum für Funkmikrofone schrumpfte dabei merklich zusammen. Nichtsdestotrotz wurden mittlerweile einige Frequenzbereiche für den Betrieb von Drahtlossystemen reserviert, sodass nun Klarheit darüber herrscht, wer ab 2016 kostenlos auf welcher Welle funken darf.  

AKG hat mit dem Vocal-Set PW45 ein Einsteiger-Drahtlossystem im Programm, dass diesen Entwicklungen Rechnung trägt und zukunftsorientiert nach vorne blickt. So soll dem Anwender mit der vorliegenden Frequenzversion ISM auch über 2015 hinaus noch ein störungsfreier Betrieb ermöglicht werden. Doch das ist nicht das einzige Ziel, das die PW-Reihe verfolgt.

Details

Vielmehr hat es sich der österreichische Hersteller AKG mit seiner „Perception Wireless“-Reihe zur Aufgabe gemacht, Soundqualität und Usability unter einen zu Hut bringen. Dabei hat man insbesondere Club-Gigs und kleinere Veranstaltungsräume im Visier und verspricht einfaches „Plug & Play“ mittels „Auto Setup“-Modus. Da macht auch das vorliegende Vocal-Set keine Ausnahme. Wir haben die wesentlichen Merkmale des Sets getestet, das sich aus dem Funkhandmikrofon AKG HT45 und der stationären Sendeeinheit AKG SR 45 zusammensetzt.  

Geliefert wird das Wireless-System von AKG in einem Karton mit praktischem Tragegriff. Das ist natürlich nicht unbedingt die nachhaltigste Transportlösung für Sänger, die etliche Auftritte absolvieren. Dennoch schön zu sehen, dass der Hersteller hier mitgedacht hat und sozusagen praktischen Mehrwert bietet. Im Karton selbst befindet sich dann vor allem jede Menge Schutzmaterial. An vorgestanzten Aussparungen ist abzulesen, dass in diesem Karton zusätzlich auch ein Headset, ein Taschensender sowie ein Lavaliermikrofon untergebracht werden können. Wer sein Wireless-System also später um weitere Elemente ergänzen möchte, kann seine »Funken« allesamt in einem einzigen Karton transportieren. Nicht schlecht. Das Infomaterial ist überschaubar, aber hilfreich. „Quick Start Guide“, Garantiekarte sowie Blätter zur Frequenzübersicht von Funkmikrofonen vermitteln einen schnellen, guten Einstieg in die Materie.

AKG HT45

Beim HT45 handelt es sich um ein Handmikrofon, das für Stimmsignale ausgelegt ist und dessen dynamisch arbeitende Kapsel von einem robusten Stahlgeflechtkorb geschützt wird. Das HT45 bietet – wie zu erwarten – eine Nierencharakteristik, um Rückkopplungen zu vermeiden, und sorgt laut Hersteller für eine hohe Signalverstärkung und durchsetzungsstarke Gesangssignale. Neben einer digitalen Kanalwahlanzeige und einer Statusanzeige für die interne Batterie (grün = geladen / rot = entladen) wartet das formschöne schwarze Arbeitsgerät für Sänger und Sprecher auch mit einem An/Aus-Schalter auf, der zusätzlich eine „Mute“-Funktion besitzt. Außerdem ist eine zweistufige Vorverstärkung des Eingangssignals möglich. Sein Übertragungsbereich von 70 Hz bis 20 kHz ist für das Einsatzgebiet Gesang/Sprache absolut ausreichend und ein Signal-Rausch-Abstand von 105 dB-A für ein Bühnenmikrofon gut. Mit seinen 214 g ist das Mikrofon vergleichsweise leicht. Das dürfte nicht zuletzt auch an seinem schwarzen Plastikschaft liegen.

Das HT45 lässt den Anwender aus acht zur Verfügung stehenden fest vergebenen Frequenzen wählen, wobei der Nutzer für eine sichere Übertragung bis zu fünf Kanäle parallel nutzen kann. Die Frequenzen bewegen sich beim vorliegenden Modell im Frequenzbereich ISM (Industrial, Scientific and Medical Band). Die drahtlosen Mikrofone gehören zur Zuteilung für die Allgemeinheit und liegen zwischen 863,0 und 865,0 MHz. Damit liegt das Drahtlossystem frequenztechnisch in einer Region, die auch nach 2016 noch zulassungsfrei genutzt werden darf. Eine Sendeleistung von 10 mW und die Reichweite von 30 m sollte für die meisten kleineren Clubs und Säle vollkommen ausreichend sein. Und mit nur einer einzigen Batterie im AA-Format soll die »Handfunke« laut Werbeversprechen stolze acht Stunden betrieben werden können, sofern Nickel-Metallhydrit-Akkus zum Einsatz kommen. Für Alkali-Batterien wird die maximale Betriebsdauer immerhin noch mit sieben Stunden angegeben.

AKG SR45

Das Gegenstück zum Handsender bildet der 9,5 Zoll breite Funkempfänger SR45. Er ist auch für den Empfang von Instrumentensignalen gedacht und verfügt deshalb gegenüber dem HT45 über einen größeren Übertragungsbereich, der bis 40 Hz herunterreicht. Auch der SR45 kommt im mattschwarzen Kunststoffgehäuse daher. Seine Front ziert eine geschwungene Rauchglasscheibe aus Plastik, hinter der das Kanal-Display sowie die LED-Anzeigen untergebracht sind. Weiterhin gibt es einen frontseitigen An/Aus-Schalter. Dass der Taster für die Kanalwahl gummiert ist, nehmen wir hier mal zur Kenntnis. Ob das notwendig ist, sei dahingestellt.

Mit seiner „Diversity“-Arbeitsweise greift der SR45 über seine zwei integrierten Antennen jeweils das stärkere Funksignal auf und ist somit durchaus »hallentauglich«. Der SR45 wartet unter anderem mit Presets für die Kanalwahl sowie einigen nützlichen Standards auf, wir zählen eine Übersteuerungsanzeige, eine LED zur Visualisierung der Signalqualität oder auch einen Regler zur Anpassung des Ausgangspegels.

Auf der Geräterückseite erfolgt dann schließlich die Stromzufuhr, wobei auch an eine Möglichkeit zur Zugentlastung des Stromkabels gedacht wurde. Als Ausgänge stehen eine unsymmetrische Klinkenbuchse und eine symmetrisch ausgelegte XLR-Buchse bereit. Mittig befindet sich noch ein „Squelch“-Regler. Dieser kann mittels Kreuzschlitz-Schraubendreher justiert werden.

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