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Test
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10.12.2016

Praxis

Installation und Konfiguration

Beide Controller sind class compliant und ohne Treiber-Installation sofort einsatzbereit. Der USB-Betrieb ist ohne Weiteres möglich – einstöpseln und loslegen. Zur drahtlosen Nutzung über Bluetooth ist lediglich eine kurze Einrichtung nötig, die im Test problemlos funktionierte. Auf dem Mac werden die Controller im Dienstprogramm Audio-MIDI-Setup unter „Bluetooth“ ausgewählt. Auf dem iPhone oder iPad werden sie in der entsprechenden App, etwa Apple Garageband oder Steinberg Cubasis, angezeigt. Durch Betätigung des „Pair“-Buttons am LPK25 bzw. der Kombination „Select+PAD4“ am LPD8 sind die Controller am Mac oder iOS-Gerät sichtbar. Nach einem Klick auf „Verbinden“ im jeweiligen Betriebssystem sind sie startklar.

Drahtlosverbindung via MIDI over Bluetooth

Apple hat den Standard „MIDI over Bluetooth“ mitentwickelt und ihn in OS X 10.9 Yosemite und iOS 8 (und natürlich alle Folgeversionen) integriert. Windows bleibt bislang außen vor. Die Drahtlosübertragung nutzt das stromsparende Protokoll Bluetooth LE (Low Energy). Dabei sind Übertragungen bis zu einer Reichweite von 30,5 Metern möglich, bei einer Übertragungsrate von 1 Mbit/s. MIDI-Daten hatte ich drahtlos bisher nur über WiFi versendet und es letzten Endes nicht ernsthaft genutzt, da mir häufige Aussetzer und unregelmäßige Verzögerungen das Ganze vermiest haben. Mit MIDI over Bluetooth und den Wireless-Controllern von AKAI sieht das schon wesentlich besser aus. In Logic X auf dem Mac ist die Latenz erfreulicherweise kaum spürbar und stört den Fluss beim Einspielen absolut nicht. Nach meinen bisherigen Wireless-Erfahrungen hatte ich hier deutlichere Verzögerungen oder gar Aussetzer befürchtet, aber die Verbindung arbeitet schnell und stabil. Sehr schön!

In iOS funktioniert die Übertragung dagegen leider nicht ganz so reibungslos (getestet auf iPad 4 mit iOS 10.1.1 sowie iPhone 6 mit 10.1.1). Die Verbindung wird hier in der entsprechenden App hergestellt, sofern diese MIDI over Bluetooth unterstützt. Spätestens beim Einspielen mit dem Metronom in Apple Garageband oder Steinberg Cubasis ist die Latenz leider deutlich spürbar und stört beim Spielen, sodass man um eine Nachbearbeitung bzw. Quantisierung nicht herumkommt.

Die Bluetooth-Verbindung ist nur bei Stromversorgung über die Batterien möglich. Da ist es etwas ärgerlich, dass die beiden Controller keine Anzeige der Batteriespannung besitzen. Wann sich der Controller verabschieden wird, kann man nur anhand von Erfahrungswerten abschätzen – im schlimmsten Fall ist es dann schon zu spät. Vor einer Live-Performance auf der Bühne sollte man also vorsichtshalber neue Batterien einlegen oder am besten gleich die USB-Verbindung nutzen. Allerdings scheint die Batterielaufzeit recht üppig zu sein. Obwohl ich in beide Controller bereits gebrauchte Batterien eingelegt hatte, waren sie auch nach vielen eingeschalteten Stunden noch nicht leer. Wie lange die Controller letzten Endes durchhalten, hängt natürlich auch von der Nutzung ab. Angaben dazu macht der Hersteller jedoch leider keine. Eine farbwechselnde LED-Anzeige (Rot, Gelb, Grün) wäre hier im Grunde schon ausreichend. Übrigens: Batterien sind nicht im Lieferumfang enthalten, wohl aber ein USB-Kabel.

Arpeggiator und Note Repeat

Der Arpeggiator des LPK25 spielt in den Mustern Up, Down, Up and Down, Down and Up sowie Random. Die Arpeggio-Muster sowie die dazugehörigen Notenwerte werden über Zweitfunktionen der Tastatur ausgewählt, wodurch sie nicht während des Einspielens geändert werden können, ohne das Spiel kurz zu unterbrechen. Gleiches gilt für das LPD8: Auch hier lassen sich die Notenwerte mittels gedrückter Select-Taste auf den Pads selbst auswählen, wodurch man nicht gleichzeitig einspielen kann.

Im Test ist es mir leider nicht gelungen, den Arpeggiator bei bestehender Bluetooth-Verbindung extern durch die DAW zu synchronisieren. Am Controller wird die externe Synchronisation ganz einfach über eine sekundäre Funktion einer Taste aktiviert, woraufhin der Tap Tempo-Button aufhört zu blinken. Im Audio-MIDI-Setup ist die Verbindung hergestellt und auch das normale Spielen von Noten ist über Bluetooth möglich. Lediglich Arpeggio und Note Repeat funktionieren nicht, da sie in den Synchronisierungs-Einstellungen der DAW nicht als Bluetooth-MIDI-Port auftauchen, wie man es erwarten würde. Daher kann die DAW den Controllern keine MIDI-Clock senden. Sobald das USB-Kabel eingesteckt ist, sind die Controller in der DAW als MIDI-Port sichtbar und die externe Synchronisierung funktioniert auf Anhieb. Auch unter iOS wollen Note Repeat und Arpeggiator sich über Bluetooth nicht durch eine externe Clock steuern lassen – schade! In der Anleitung findet sich zu diesem Umstand leider kein Hinweis, und auch eine Anfrage an AKAI blieb bisher unbeantwortet. 

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