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11.06.2019

9 simple Tipps fürs Kabelverlegen beim Konzert

Kabel richtig verlegen auf der Konzertbühne!

Wer sich die Fehlersuche bei einer Veranstaltung erleichtern möchte, achtet auf eine sorgfältig durchgeführte Verkabelung. Dies beginnt schon bei der Materialauswahl. Es lohnt sich immer, ein wenig mehr Geld zu investieren, denn schließlich ist man bei der Mikrofon- oder Instrumentenwahl meistens auch nicht kleinlich und in der Wiedergabekette sollte die Kabelverbindung nicht das schwächste Glied sein. 


Mit einem guten Kabelquerschnitt, stabilen Steckverbindern nebst funktionierender Zugentlastung, einer guten Abschirmung und einem Kabelmaterial, das sich leicht und gut verlegen lässt, hat man langfristig Freude und gute Hörergebnisse. Das richtige Aufwickeln und eine sachgemäße Lagerung beim Transport sind ebenfalls entscheidend. Genau wie die Beachtung der nachfolgenden Tipps ...

Stempels Tipps:

Tipp 1: Da sich die Bühnengröße ständig ändert, macht es Sinn, Kabel in verschiedenen Längen zu besitzen und diese entsprechend zu kennzeichnen. Lieber eine Kabelverbindung zu lang auslegen, als für sich selbst oder für die Kollegen eine Stolperfalle zu bauen.

Tipp 2: Audiokabel sollten rechtwinklig und parallel auf der Bühne verlegt werden, wenn es das Kabelmaterial erlaubt. Dies schafft Übersicht und hilft bei der Fehlersuche.

Tipp 3: Der optimale Ort für die Verlegung ist meistens hinter der Backline, an den Bühnenseiten und vorne vor den Bühnenmonitoren. Wenn es beim Verlegen eng wird, können Gaffa Tape und kleine Fuß- oder Gummimatten die idealen Helfer sein. Für die Sicherheit und das Wohlbefinden ohne Kabel unter den Füssen spielen zu können, lohnt sich so eine Aktion immer.

Tipp 4: Kommen Audio- und Stromkabel fürs Licht zum Einsatz, sollten diese möglichst nicht parallel verlegt werden, da es schnell zu induktiven Störungen kommen kann. Wenn sich die Audiokabel hier nicht anders unterbringen lassen, so sollten sie in einem größeren Abstand zueinander verlegt werden. Die wenigsten Störungen durch gedimmte Netzleitungen fürs Licht fängt man sich ein, wenn die Kabel sich nur kreuzen und nicht nebeneinander verlaufen. Jeder Lichtmann wird es einem übrigens danken, wenn man ausschließlich schwarze Kabel beim Bühnenaufbau verwendet.

Tipp 5: Sind Kabel zu lang, sollten die überflüssigen Meter nicht vor der Stagebox, sondern unter den Mikrofonständern aufgerollt parken. Der oft nur kleine Freiraum auf der Bühne wird nicht mit Kabelbergen zugemüllt und beim Abbau kommt es nicht zu diesen unschönen, ungewollten Knotenbildungen.

Christians Tipps:

Tipp 6: Subcores verwenden! Hat man sich auf einen Platz für die Stagebox (z. B. stage left) geeinigt, darf man sich anschließend Gedanken machen, wie man die Signalquellen „stage right“ sauber andockt. Klar, man kann für jede Quelle ein einzelnes, langes XLR-Kabel bis zur Stagebox auf die andere Seite ziehen - aber das sieht weder souverän aus, noch ist es zeitsparend.

Besser ist es, ein Subcore (kleine Stagebox zur Unterverteilung mit 8-12 Eingängen und idealerweise einer Handvoll Ausgänge) auf der anderen Seite zu platzieren und die dortigen Signalquellen an dieser anzudocken.   Das Subcore wird wiederum an der Haupt-Stagebox angedockt. Weniger Kabelterror, klare Signalführung und kabelgebundene In-Ear-Systeme (z. B. Drummer oder Keyboarder) können ihr Signal direkt von den Ausgängen des Subcores abgreifen. Das Drum-Kit ist ebenfalls ein dankbarer Kandidat für ein Subcore, da hier gerne mal zwölf Signalquellen auf einem Fleck anfallen.

Tipp 7: Subcores/Unterverteilungen gibt es nicht nur für NF-Kabel. Gerade auf größeren Bühnen oder Festivals stehen gerne mal acht Floor-Monitore auf der Bühne. Anstatt für jeden Monitor ein eigenes Lautsprecherkabel zu legen, kann man auch hier Subcores verwenden. Zum Einsatz kommen dann zwei Stageboxen mit vier Speakon-Ausgängen. Als Eingang dient eine Neutrik NL8 Speakon-Buchse, die bis zu vier separate Signale führen kann. Das ganze geht auch mit NL4 Eingangsbuchsen und NL2 Ausgangsbuchsen, womit sich zwei unterschiedliche Monitorsignale über ein Kabel führen lassen.

Tipp 8: Selber machen lassen! Gelungene Kabellogistik zeigt sich vor allem im Fall eines Defekts. Wird es mal hektisch, häuft sich schnell ein Kabelwust an, in dem sich nicht immer ein einzelnes Kabel zielsicher identifizieren lässt. Kommt ein Quellsignal nicht an der Stagebox an, ist das Kabel vermutlich defekt. Wer seine Kabel selber lötet (oder löten lässt) sollte an beiden (!) Kabelenden einen Schrumpfschlauch samt Badge anbringen. Neben Firmennamen und der Kabellänge sollte unbedingt eine eindeutig erkennbare Kabelkennung vergeben werden (z.B. „F7“). Will der Background Gesang stage left nicht spielen, schaut man auf die Kabelkennung („F7“) und kann im Kabelwust oder an der Stagebox das andere Ende des Kabel an der „F7“ eindeutig erkennen und von dort aus zielsicher ein neues Kabel legen.

Tipp 9: Auf einigen Festivals in diesem Jahr hat übrigens ein ganz anderes Gerät die E-Gitarre als beliebtestes Instrument abgelöst: Das MacBook Pro! Backing Tracks, Ableton Live, virtuelle Instrumente, Playbacks – all das bedient der silberne Klapprechner und gibt seine Signale vorzugsweise in Stereo aus. Somit ist es sinnvoll, sich einige Stereo NF-Kabel anzufertigen. Dabei sollten die XLR-Stecker idealerweise mit „L&R“ beschriftet werden.

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