Test
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22.04.2015

Praxis

Die TrigIt Trigger sind auf eine perfekte Zusammenarbeit mit dem hauseigenen 2Box Drumit Five Sound-Modul optimiert, funktionieren laut Hersteller aber auch mit allen gängigen Interfaces und Modulen. Wie gut und schnell sie triggern, hängt zwar im ersten Schritt von den Triggern selbst ab; wie der Impuls aber dann vom „Empfänger“ verarbeitet wird, ist eine Einstellungssache an eben diesem Gerät. Nachdem wir die TrigIt Trigger nun ausgepackt, bestaunt und bezüglich ihrer technischen Funktionalität erläutert haben, wird es Zeit, sie in Aktion zu erleben.

Ran an die Kessel

Das erste Anklemmen des Kick Triggers an den Holzspannreifen meiner 22 Zoll Bass Drum ist in wenigen Sekunden vollbracht, gleiches gilt für die Snare/Tom Trigger an den Spannreifen der anderen Trommeln. Durch die Silikonummantelung der vertikalen „Stäbchen“, die den Trigger am Rim halten, sitzen alle TrigIts, nachdem ich noch die außen liegende Konterschraube per Stimmschlüssel leicht angezogen habe, wirklich bombenfest. Die TrigIt Trigger arbeiten mit  Klinkenkabeln – im Gegensatz zu den massiveren XLR-Steckern, die beispielsweise beim Klassiker von ddrum zum Einsatz kommen. Weil diese Klinken seitlich in die Plastikbuchse eingesteckt werden – laut Hersteller eine Maßnahme, um ungewolltes Herausrutschen zu verhindern –, empfehlen sich seitlich abgeknickte  Klinkenkabel, weil mit ihnen der Positionierungsspielraum am Kessel etwas größer bleibt. Die Plastikbuchsen sowie der untere Plastikanbau lassen den ansonsten wertigen Eindruck der Trigger schon etwas schwinden. Da ich von Haus aus ein erklärter Freund hochwertiger Steckerverbindungen bin, ist meine Begeisterung für die Trigits nun doch ein wenig getrübt. 

 

Ein guter Trigger braucht immer einen guten Partner

Nichtsdestotrotz heißt es nun: ran ans Modul. Da ich kein 2Box Modul zur Verfügung  habe, mache ich den Test mit Fremdherstellern und verbinde die TrigIts zunächst mit einem Alesis I/O Drum to MIDI Converter. Dabei handelt es sich um einen reinen Wandler, der selber keine Sounds ausgibt, sondern lediglich das eingehende Trigger-Signal in verwertbare MIDI-Daten für einen Klangerzeuger wie einen Drum Synth oder einen Rechner umwandelt. Zuvor werden noch flugs die Klinkenkabel mit den Eingängen des Alesis verbunden, und schon signalisiert mir das Gerät per Lichtanzeige: „ja, wir haben Kontakt“. Nun geht es darum, die relevanten Parameter für die Trigger-Eingänge im Alesis Converter an die externen Trigger anzupassen: MIDI-Note und -Kanal, Trigger-Typ (Piezo), Threshold (Schwellenwert), Sensitivity (Empfindlichkeit) und CrossTalk (Übersprechungen). Dies sind die Standardparameter, die in allen kompatiblen Wandlern oder Modulen mehr oder weniger genau so zu finden sein sollten. Und siehe da: nach ein paar schnellen Änderungen und Anpassungen funktionieren sowohl der Kick Trigger als auch die Snare/Tom Trigger sofort wunschgemäß – im Mono-Betrieb, also mit einem einzelnen Signal pro Trigger. Um auch die duale Trigger-Funktion der Stereo-Trigger an Snares oder Toms auszuschöpfen, also zwei unterschiedliche Impulse von Fell und Spannreifen der Trommel zu verarbeiten, bedarf es eines Stereo-Klinkenkabels und eines Stereo-fähigen Trigger-Eingangs am Modul. Ist dieser so wie hier am Alesis I/O gegeben, muss nur noch ein zweites Sample einer weiteren MIDI Note zugeordnet werden, die zuvor beschriebenen Parameter kurz auch für dieses Trigger-Signal angepasst werden, und schon kann ich einen anderen Sound über den Rim der Snare oder den Toms abfeuern als über das Schlagfell. Funktioniert top!

Was mir allerdings auffällt, ist, dass die Ausgabelautstärke der Rim-Trigger-Samples grundsätzlich etwas geringer ist als die des Fell-Triggers, unabhängig vom gewählten Sample. Das ist kein großes Problem, es erfordert lediglich ein wenig Nachjustieren an der Sample-Lautstärke oder der Ausgabe-Velocity am Converter. Ein „Gegentest“ mit meinen eigenen Triggern der Firma ddrum (die roten, klobigen Klassiker, Ihr wisst schon...) bringen ein quasi identisches Ergebnis; dieses Phänomen liegt also in der Natur der Sache. Und ist eigentlich auch logisch, wenn man bedenkt, dass ein Piezo, der direkt auf einem schwingenden Fell aufliegt, einfach mehr „Impact“ bekommt als der zweite Piezo, der „nur“ die Vibrationen des Rims im Trigger-Gehäuse aufnimmt. 

Augen auf beim Modul-Kauf

Wir stellen also erfreut fest, dass beide Varianten der TrigIt Trigger sofort problemlos einsetzbar sind – vorausgesetzt, das angeschlossene Modul ist kompatibel. Dass dies jedoch nicht mit allen großen Herstellern der Fall ist, soll hier auch nicht unerwähnt bleiben. Beispielsweise sind meine Yamaha Module weder mit den hier getesteten 2Box Trigits noch mit anderen Stereo-Triggern mit Piezo Technologie kompatibel. Eine Tatsache, die dem Umstand geschuldet ist, dass Yamahas Rim-Trigger-Prinzip auf „Schalter-Technologie“ basiert und nicht auf „Spannung“ (Piezo). Im Klartext heißt das: Werden die TrigIt Trigger an ein Modul wie das Yamaha DTXtreme III angeschlossen, funktionieren sie zwar ganz gut im Mono-Betrieb, aber ein dualer Betrieb ist schlicht nicht möglich, weil das DTXtreme die beiden Signale nicht trennen kann.

Für einen weiteren Versuch schnappe ich mir das Yamaha DTX Multi 12, mit dem Resultat, dass das Multipad zwar grundsätzlich – mit ordentlich Gefummel – eine Trennung von Head- und Rim -Signal leisten kann, aber von einem guten, stabilen Ergebnis und angenehmem Arbeiten kann auch mit diesem Gerät nicht die Rede sein. Ein Telefonanruf bei einem vertrauten Experten ergibt, dass die Produkte von Yamaha in diesem Punkt eine Ausnahme darstellen, denn alle anderen „großen Namen“ (Roland, ddrum, Alesis, 2Box) sind definitiv Piezo-Trigger-kompatibel. Also mache ich einen Kurz-Check mit dem Roland TD 20 eines befreundeten Berliner Trommlers und siehe da: plug & play mit den TrigIts ist mit dem Roland-Modul, wie angekündigt, sowohl im Mono- als auch im Stereo-Modus absolut kein Problem. Die Signale der dualen Trigger werden sofort einzeln erkannt und können mit den oben genannten Parametern prima justiert werden. 

Feinjustierung und die Grenzen des Triggerns

Nun wissen wir also um die Kompatibilität der TrigIt Trigger mit Modulen verschiedener Marken, aber wie steht es denn um den Zufriedenheitsfaktor des testenden Trommlers mit der triggernden Arbeit der kleinen Schweden... ? Nun ja, solange man die „natürlichen Grenzen“ des Konzeptes „anklemmbarer Piezo-Trigger“ im Auge behält und die Faktoren, die zum bestmöglichen Ergebnis führen, beachtet und ausschöpft, liefert die Verwendung dieser Trigger ein durchweg positives Erlebnis. Dennoch darf man keine Wunder erwarten, und man muss vor allem verstehen, dass der Trigger immer nur „der Überbringer der Nachricht“ ist. Das entscheidende Element in dieser Kette bleibt das Modul bzw. der Converter, und von dessen Qualitäten hängt das Ergebnis maßgeblich ab.

Der klassische Konflikt zwischen Übersprechungen oder Doppel-Triggern (Crosstalk) mit dem Retrigger-Wert, der angibt, wieviel Zeit zwischen zwei Schlägen vergehen muss, bevor der nächste Impuls weiterverarbeitet werden kann, ist ein Grund dafür, dass ein solcher Trigger nie exakt jede Nuance des menschlichen Spiels verarbeiten kann. (Buzz)-Rolls oder sehr „schnelle“ Noten beispielsweise sind schwierig zu handhaben, nicht zuletzt auch für den Klangerzeuger, egal, ob dieser nun Hardware- oder Software-basiert ist.

Es lohnt sich aber auch, besonders beim Kick Trigger, mit der Fellspannung der Trommel zu experimentieren, denn zusätzlich zu den elektronischen Parametern spielt die Konstitution der Auflagefläche für den Trigger und das daraus resultierende Schwingverhalten des Fells auch eine wichtige Rolle bei der Genauigkeit des Trigger-Vorgangs. Bewegt man sich in Stimmungsbereichen, in denen die bestückten Drums auch noch gut klingen, liegt man schon mal grundsätzlich richtig. Kleine Veränderungen in der Fellstimmung, vor allem bei der Kick, können dann das Zünglein an der Waage sein und noch eine spürbare Verbesserung herbeiführen. Extreme Fellspannungen hingegen, ob nun ultralose oder bretthart, erschweren dem Piezo Trigger die Arbeit und sind eher kontraproduktiv, was bei genauerer Überlegung auch ganz logisch erscheint.

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