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Cranborne Audio 500R8 Test

Praxis

Easy Handling


Ein paar kurze Blicke in das Handbuch, etwas herumprobieren hier und da und der Signalfluss des Cranborne Audio 5008R ist im Nu verinnerlicht. Je nach Konfiguration der 500er-Module sind dann verschiedenste Szenarien denkbar: 8-Spur-Tracking mit acht Preamps und latenzfreiem Monitormix? Kein Problem. 8-Spur-Mixing mit EQs und Kompressoren sowie anschließendes Summing? Ebenfalls kein Problem. 8 Hardware-Inserts für die DAW? Logo, sowieso kein Problem. 



Auch wenn man mehr Spuren braucht, kann einem geholfen werden, da sich zwei Units per ADAT, Wordclock und CAST-Link unkompliziert miteinander verbinden lassen – inklusive übergreifendem Summing, Aux und Talkback.
Ebenfalls schön ist das Chain-Feature, um aus benachbarten Modulen eine Kette (von links nach rechts) bilden zu können. Schlau ist auch der Module-Bypass, sollte man nicht gleich in jeden Slot ein Modul stecken, aber trotzdem den Mixer nutzen wollen. Noch schlauer wäre es jedoch gewesen, diesen Schalter nicht in das Innere zu verfrachten, um bei Bedarf zum Summieren Module umgehen zu können. 

Klang

Apropos Summieren: So klingt der pure Mixer – ohne Module und nur mit den internen Wandlern!
Audio Samples
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Song u2013 digital Summing Song u2013 analog Summing Cranborne Song u2013 analog Summing SSL Sigma

Software


Das 500R8 hat die Basics für das Monitoring in Hardware dabei, ein Aux reicht in den meisten Fällen ebenfalls aus. Die Wandler klingen gut und über Modul-Bypass kommt man über die rückseitigen Insert auch ganz normal an die Wandler, falls man doch mal eine normale 19-Zoll-Kiste einbinden muss. Die fehlende Monitoring-Software stört mich nicht, denn man muss hier kaum anders routen. Mir fehlen nur etwas die Clip-LEDs der A/D-Wandler, denn so muss man zur DAW rüberschielen, um nicht zu übersteuern. Mehr als 96 kHz lässt die Software aktuell auch nicht ohne Einschränkungen zu, der S/PDIF funktioniert ebenfalls nicht – stören tut mich beides nicht wirklich, trotzdem fühlt es sich ein wenig nach Beta-Stadium an. Dass der DAW-2-Return bereits bei 88,2 kHz entfällt, sollte aber schnell geändert werden!

Fotostrecke: 6 Bilder 7,55 ms bei 32 Samples und 44,1kHz in Live unter OSX.
Fotostrecke

Qualität und Preis

Verarbeitung und das Handling des 500R8 ist gut, die Bedienelemente pragmatisch verarbeitet, wenn auch teilweise etwas fummelig. Die Gummitaster der Monitorsektion lösen präzise aus und sind beleuchtet, neigen aber durchaus zum Knacken auf den Audiowegen. Die Panoramaregler sind mir ebenfalls etwas zu wackelig. Alles in allem ist das Preis-Leistung-Verhältnis nur okay und der Preis mit Hinblick auf die Summe der vielen Funktionen durchaus zu rechtfertigen, er ist aber gewiss auch kein Schnäppchen!
Mit der absolut exzellenten Verarbeitung eines 500er-Racks von RND Neve ist das 5008R nicht zu vergleichen, aber es soll auch nur für die Preisbetrachtung herhalten. Auf acht Slots bezogen kostet es ungefähr 800 Euro (R6 = 600 Euro, R10 = 1000 Euro). So gesehen ist das Interface plus Mixer des 500R8 mit 1200 Euro zu bewerten und damit nicht so super günstig. Für das selbe Geld gibt es beispielsweise auch ein Apogee Quartet (4 Preamps, 6 Outs), ein RME UCX (8 analoge I/Os plus zwei Preamps, 1 x ADAT), ein MOTU 828ES (8 analoge I/Os plus zwei Preamps, 2 x ADAT) oder auch fast ein MOTU 16A AVB (16 Line-I/Os, 2 x ADAT). Just saying.

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Profilbild von Dirk

Dirk sagt:

#1 - 04.08.2020 um 10:02 Uhr

Empfehlungen Icon 0

@Felix: guter Testbericht - bin schon am überlegen, wie ich das finanziere!Du schreibst unter einem Bild: Rackohren sind dabei – ein Tragegriff leider nicht
Ich glaube das stimmt nicht. Wenn man die beiden Rackohren abschraubt, dreht und zusammen an der Seite festschraubt hat man einen Tragegriff!

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