Boss Katana Mini Test

Praxis

Sound/Bedienung

Ich platziere ein AKG C 414 vor dem kleinen Amp und führe das Signal unbearbeitet von meinem alten Telefunken Mic Pre in Richtung Wandler. Als Gitarre verwende ich für die ersten Beispiele eine Fender Telecaster.
Los geht es mit dem Clean-Kanal und der Mittelstellung der Tele.

Audio Samples
0:00
Clean-Kanal und Tele mit Mittelstellung der PU

Der kleine Amp erzeugt einen satten, cleanen Sound, der definitiv größer klingt, als ich es von ihm erwartet habe. Trotz der geringen Abmessungen ertönt ein satter Bass und es geht recht dynamisch ans Werk. Aber auch das Delay macht einen ersten guten Eindruck, denn es spielt sich keineswegs in den Vordergrund und besitzt eine gewisse Vintage-Note.
Es folgt ein Beispiel mit dem Steg-Pickup der Gitarre.

Audio Samples
0:00
Clean-Kanal mit Tele Steg-PU

Der charakteristische Twang des Tele Steg-Pickups ist deutlich zu vernehmen und kommt mit einer wohldosierten Direktheit aus dem Speaker. Somit ist der Amp in der Lage, auf die verschiedenen Pickup-Positionen zu reagieren und gibt diese entsprechend an die Aussenwelt weiter.
Ich drehe nun den Gain-Regler des Amps ganz auf und möchte herausfinden, ob ich dem cleanen Kanal eine Verzerrung entlocken kann. Ich verwende auch hier den Steg-Pickup der Telecaster.

Audio Samples
0:00
Gain max., Tele mit Steg-PU

Die Frage kann mit einem klaren Ja beantwortet werden, der Katana zerrt auch im cleanen Kanal. Und wie! Heraus kommt ein dreckiger, leicht kehliger Crunchsound mit britischen Anleihen.
Weiter geht es mit dem Crunch-Kanal, dabei drehe ich den Gain-Regler in die Mittelstellung und spiele weiterhin die Telecaster. Bei dieser Reglerstellung knüpft der Crunch-Kanal, was den Zerr anbetrifft, dort an, wo der cleane Kanal mit aufgerissenem Gain-Regler aufhört.

Audio Samples
0:00
Crunch-Kanal, Gain 12 Uhr, Tele, Steg-PU

Mir gefällt der Sound ausgesprochen gut, denn er besitzt genügend “Schmutz” und harmoniert prächtig mit der Telecaster. In Kombination kommt auch hier der kehlige Klang mit britischer Prägung aus dem Speaker. Auffällig ist auch der klar definierte Anschlag, der für Kontour sorgt.
Wie der Amp mit ganz aufgedrehtem Gain klingt, lässt sich im nächsten Beispiel heraushören.

Audio Samples
0:00
Crunch-Kanal, Gain max.
Der Boss Katana Mini liefert in allen drei Ampvarianten gute Sounds und bietet eine überzeugende Delay-Qualität.
Der Boss Katana Mini liefert in allen drei Ampvarianten gute Sounds und bietet eine überzeugende Delay-Qualität.

Trotz des hohen Gains bleibt der Klang klar definiert und sorgt mit dem nötigen Biss für Durchsetzungskraft, ohne dabei harsch zu klingen.
Für die folgenden Beispiele verwende ich nun eine mit Humbuckern bestückte Music Man Reflex und belasse den Gain-Regler des Crunch-Kanals in der Maximalstellung.

Audio Samples
0:00
Crunch-Kanal, Gain max., Music Man Reflex mit Humbucker

Heraus kommt ein fetter Rocksound, der sich breitbeinig in Szene setzt und sich auch mit Humbuckern gespielt akzentuiert darstellt, was an den klar dargestellten Attacks liegt. Der Amp klingt nach wie vor wesentlich größer, als er tatsächlich ist, und kann auch mit einem Mikrofon abgenommen im Studio überzeugen.
Ich schalte nun in den Brown Kanal des kleinen Amps und drehe den Gain-Regler pro Beispiel von 9 Uhr auf 12 Uhr, dann auf 15 Uhr und im letzte Audiofile in die Maximalstellung.

Audio Samples
0:00
Brown-Kanal: Gain 9 Uhr Brown-Kanal: Gain 12 Uhr Brown-Kanal: Gain 15 Uhr Brown-Kanal: Gain max.

Hier geht’s schon in der 9-Uhr-Position des Gain-Reglers zur Sache und bei höheren Gain-Settings verdichtet sich der Sound erwartungsgemäß. Das macht sich gerade bei abgedämpften Noten bemerkbar, hier pumpt der kleine Katana, was das Zeug hält. Und das meine ich durchweg positiv. Freunde des harten Rock oder Metal dürften hier voll auf ihre Kosten kommen.
Ein Solo-Beispiel darf natürlich auch nicht fehlen. Dazu drehe ich den Gain auf 15 Uhr. In der ersten Hälfte verwende ich den Steg-Humbucker, im zweiten Durchgang dann den Kollegen am Hals.

Audio Samples
0:00
Solo-Sound: erst Steg-, dann Hals-PU

Der Amp liefert einen fetten, tragenden Leadsound mit ausreichend Gain. Dabei treten die Attacks schön definiert hervor und gehen nicht in einem Soundbrei unter.
Obwohl ich das Delay bei allen Audiofiles verwendet habe, spiele ich es in den folgenden drei Beispielen gesondert an. Im ersten Beispiel ist der Time-Regler auf Minimum gedreht, im zweiten zeigt er auf 12 Uhr, im letzten Beispiel dann auf den Maximalwert. In allen drei Beispielen habe ich den Level-Regler ganz nach rechts gedreht.

Audio Samples
0:00
Delay Time auf Minimum Delay Time auf 12 Uhr Delay Time auf Maximum

In allen Positionen des Time-Reglers liefert das Delay überzeugende Resultate und gefällt mit seiner Vintage-Note. Dank des Level-Reglers lässt sich der Effektanteil mit dem Grundsound mischen.
Im letzten Beispiel habe ich das frequenzkorrigierte Signal aufgenommenen.

Audio Samples
0:00
Frequenzkorrigiertes Ausgangssignal

Auch dieser Klang kann überzeugen, denn der Amp liefert am Kopfhörerausgang einen recht ausgewogenen und dynamischen Sound, mit dem es sich sehr gut arbeiten lässt.

Kommentieren
Profilbild von 1-Mann-Band Berlin

1-Mann-Band Berlin sagt:

#1 - 26.03.2019 um 14:57 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Ich habe eher den Eindruck, dass der eingebaute Speakersimulator auch den Sound für den internen Lautsprecher aufbereitet.

Profilbild von Chris

Chris sagt:

#2 - 22.09.2021 um 08:33 Uhr

Empfehlungen Icon 0

Also ich hab eigentlich seit Jahrzehnten nur Erwachsene Amps gehabt... Modelling Transen Hybride all das hat mich nie ganz überzeugt obwohl es gutes Zeug gibt ohne Frage aber meine 5 ja 5 ( ich bin n spinner ich weiß) Röhrenamps ( 1962 Bluesbreaker, 59er Bassman Reissue, Fender 57 Deluxe und Vox AC 15 HW, Tone King Imperial II ) sind für mich das A und O wenn es um guten Amp Sound geht, da konnte kein noch so guter Modeller gegen ankommen. Für einen längeren Aufenthalt in einer Klinik hab ich mir dann notgedrungen diesen kleinen Boss Mini amp besorgt und ich muss sagen das Teil is absolut geil! Klar fehlt der Schalldruck und etwas die Dynamik und Offenheit eines Röhrenamps wie soll es auch anders sein habe nix anderes erwartet, trotz allem ist die Qualität der Sounds die man schon in der 12 Uhr Stellung bekommt absolut erste Sahne! Abends nach 22 Uhr spielen kein Thema der Nachbar hört bestenfalls das Klirren der Saiten... kann aber auch brüllen das Ding wenn man will... die Sounds sind selbst auf ultra leise absolut gut und haben Charakter und Eigenständigkeit je nachdem welche Klampfe man verwendet! Und das alles für unter 100 Euro! Selbst wenn das Ding 200 gekostet hätte wäre er es wert... also wer hellhörige Nachbarn hat, sehr knapp bei Kasse ist oder wie ich ne weile wo is wo n großer lauter am nich gehen kommt an dem Katana Mini nicht vorbei... der Yamaha THC irgendwas is auch sehr gut aber mir fehlt bei ihm im Vergleich der offenere sauberere klarere Klang und naja der Preis is auch n unterschied... wollte den Katana eigentlich nach dem Krankenhausaufenthalt wieder verkaufen aber den behalt ich jetzt als kleinen Reise und unterwegs amp...
Klare Empfehlung meinerseits... geiles Teil!Rock on, Chris

Kommentare vorhanden
Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.