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Bericht vom 20. Vintage und Custom Drum Meeting 2018 in Mörfelden

Bereits zum zwanzigsten Mal trafen sich am Rande der Frankfurter Musikmesse Enthusiasten und Fans alter Vintage Instrumente und ausgetüftelter Custom Drums. Zum diesjährigen Jubiläum im Bürgerhaus Mörfelden-Walldorf boten knapp 50 Aussteller ihre Instrumente zum Betrachten, Testen und Kaufen an und luden zum Fachsimpeln ein.

Alle Bilder: Alex Höffken für bonedo.de
Alle Bilder: Alex Höffken für bonedo.de


Während anfangs das Frühlingswetter die Besucher noch zum Kaffeetrinken in der Sonne hielt, strömten mit Beginn um 10 Uhr nach und nach alle in das Bürgerhaus Mörfelden, um die Stände zu begutachten. Neben einigen gut in Szene gesetzten Custom Drums lag auch diesmal der Fokus auf alten Trommeln, Becken und Hardware. So tummelten sich etliche Vintage Cymbals neben betagten Radio King Snares und gut erhaltenen Ludwig Drumsets. Darüber hinaus wurden Einzelteile zur Restauration, eigenwillige Percussion-Instrumente oder einzelne Trommeln zur Ergänzung des alten Sonor, Ludwig oder Gretsch Sets angeboten. Liebhaber von Vintage Snaredrums konnten die Klassiker von Ludwig in verschiedenen Ausführungen begutachten, ebenso vertreten waren Gretsch Snares aus den Sechzigern, rare Leedy Modelle sowie ein breites Sortiment an alten Sonor Snares.

Fotostrecke: 5 Bilder Bereits am Einlass gab es viel zu entdecken.
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Doch nicht nur Freunde von Vintage Drums kamen auf ihre Kosten, denn auch dieses Jahr waren über zehn Custom Instrumentenbauer vor Ort. Darunter wieder alte Bekannte wie Cube, Masshoff und Troyan Drums, aber mit Klangmacherei, Vulkano oder Opus Vier auch bisher nur Insidern bekannte Firmen, die sich unter anderem auf besonders praktische oder ausgefallene Kreationen spezialisiert haben. Jan Palkoska sprach darüber auch gleich zu Beginn in seinem Vortrag „Customizing in der Schlagzeugbranche – Potentiale und Grenzen“ und ging dabei auf den durch das Internet weit verbreiteten Custom-Handel ein, dessen Anbieter oft nur aus Fremdquellen bezogenes Material zusammenschrauben, anstatt wirklichen Instrumentenbau zu betreiben. Die Klangmacherei bot neben den eigenen Trommeln auch nützliche Dämpfer und Gel Pads an, während Mr. Muff alias Thorsten Reeß seine Muffköpfe und Muffsticks an seinem aufwändig in Szene gesetzten Stand demonstrierte.

Fotostrecke: 5 Bilder Sogar die mitgebrachte Einrichtung war muffig. Mr. Muff beim Demonstrieren des Muffstick.
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Neben der angesprochenen Vielzahl an Snares gab es auch eine beachtliche Auswahl an Becken. Dabei konnte man sowohl gebrauchte Einsteigermodelle oder trashig klingende No-Name-Produkte ergattern, als auch die eigene Sammlung mit einem der etlichen Zildjian K Istanbul Rides und Hi-Hats krönen. Über die speziell behandelten Istanbul Agop Becken von Frank Gegerle hatten wir bereits im letzten Jahr berichtet. Neben ihm gab es dieses Jahr einen weiteren Spezialisten für gänzlich neue Eigenkreationen oder die Veredlung von Becken. Marius Buck stellte in einem interessanten Vortrag seine Arbeit in der Buck Blech Beckenmanufaktur vor. Anschließend hatten Besucher der Chance, seine Modelle und optimierte Becken in Augenschein zu nehmen, bevor sie auch auf der Bühne angespielt wurden. Dort gab später auch Stephan Schneider mit seinem Trio ein kleines Konzert, natürlich mit dem Fokus auf Drums.

Fotostrecke: 5 Bilder Marius Buck hatte mit seiner Firma Buck Blech einen Stand…
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Gespräch mit Marius Buck von der Buck Blech Beckenmanufaktur.

Hallo Marius, wie kam es dazu, dass du deine eigene Beckenmanufaktur gegründet hast?
Ich habe mich immer schon für Becken interessiert und wollte unbedingt mal welche von Grund auf selber bauen. Vor ungefähr fünf Jahren habe ich mir dann einfach beim Metallhändler ein Messingblech gekauft und habe probiert, das in Form zu hämmern. Ich habe dann einfach weitergemacht, und nach einer Weile hörten sich die Becken spielbar an. Plötzlich hatte ich dann am Drumset nur noch eigene Becken hängen. Da das reine Messingbecken waren, haben die nicht lange die Spannung gehalten und waren nach ungefähr einem Jahr durch. Aber abgesehen davon war es ein Erfolgserlebnis. Ich hatte also ein günstiges Blech gekauft und daraus ein Becken hergestellt, was einen guten Klang hatte. So ging das für mich los. 
Wie beziehst du jetzt das Ausgangsmaterial?
Leider ist es gar nicht so einfach, wirklich gutes Material zu finden. Es gibt Industrienormen, die teilweise die Verwendung von Material ausschließen, das sich gut zur Beckenherstellung eignen würde. Am liebsten bekomme ich ein rechteckiges Blech und kann selbst bestimmen, wie groß das Becken werden soll. Bei Rohlingen aus der Türkei ist beispielsweise die Größe schon gegeben und eine Bell vorgeformt. Das limitiert mich aber bei der Herstellung eines individuellen Beckens. Ich habe zwischendurch Bronzeblech von einem Metallhandel aus Ulm bezogen, der auch Paiste und Meinl beliefert, während das letzte Blech aus England über den unabhängigen Beckenschmied Matt Nolan kam.
Wie lange brauchst du für ein Becken?
Das kann ich so genau gar nicht sagen. Natürlich hängt es vom Modell ab. Ein Splash dauert nicht so lange wie ein Ride. Es ist auch wirklich schwer, den Punkt zu finden, an dem man aufhört und das Becken fertig ist. Man kann ein Becken auch nicht an einem Tag fertigen. Durch den Hämmerungsprozess wird das Material verdichtet und muss sich dann erstmal wieder entspannen. Das heißt also, dass ich beispielsweise zwei Stunden ein Becken hämmere und es dann aber erstmal zwei Wochen ruhen lasse. Heruntergerechnet liegt man bei einem Ride ungefähr bei acht bis zehn Stunden Arbeitszeit.
Gleichzeitig modifizierst du auch Becken. Hast du damit hauptsächlich zu tun?
Ja, das kommt sehr häufig vor. Ich arbeite dabei mit verschiedenen Mitteln, um das Becken zu optimieren. Wichtig ist es da, dass ich das Becken erstmal spiele und mich dann mit dem Kunden darüber unterhalte, was verändert werden soll. Es gibt ja so unterschiedliche Auffassungen über den Klang eines Beckens. Was heißt beispielsweise überhaupt „trocken“? Dann spreche ich mit dem Kunden, um gemeinsam herauszufinden, wo ich ansetzen muss. Sollen es weniger Obertöne sein, oder soll das Sustain kürzer werden? Oft nennen Leute das dann „dunkel“. Wenn ein Ride nicht gut anspricht oder sich beim Ancrashen viel zu spät öffnet, hängt das meistens mit der Spannung zusammen. Das Becken muss also weicher werden, damit es besser anspricht. Ich hatte beispielsweise mal ein 22“ Zildjian Constantinople Bounce Ride da, das eine zu hohe Spannung hatte, was ich dadurch lösen konnte, dass ich das Becken weich gehämmert habe. Es gibt dabei Methoden, die Spannung geben oder nehmen können. Auch da muss ich das Becken immer wieder ruhen lassen. Wenn ich ein Becken neu hämmere, also das Material verdichte, passiert etwas mit der Spannung, und dann lasse ich das Becken erstmal liegen. Wenn es dann zwei bis drei Tage hintereinander gleich klingt, weiß ich, dass der Klang so bleibt. Es gibt aber auch Becken, die sich schwerfällig ancrashen lassen, weil sie zu dick sind. Da hämmere ich dann gar nicht, sondern drehe ein bisschen vom Material ab.
Wie weit können die Modifikationen gehen? Man kann ja sicherlich aus einem Metal Ride kein Jazz Ride machen.
Da kann man nur bedingt eingreifen. Rein theoretisch wäre das in Ansätzen zwar möglich, aber sicher nicht besonders sinnvoll. Allerdings ist bei einem dicken, pingy Metal Ride auch die Bell sehr groß und die Wölbung ganz anders. Es geht also eher darum, den Grundcharakter beizubehalten und das Becken zu optimieren.
Vielen Dank für’s Gespräch!

Das nächste Vintage Drum Meeting findet übrigens am 06.04.2019 statt.
Weiterführende Links:
Link zu Buck Blech: http://www.buckblech.de
Link zum Vintage Drum Meeting: http://www.trixondrums.de/vdm/
Link zur VDM Facebook-Seite: https://www.facebook.com/groups/104573809579938/

P.S. Viele weitere interessante Termine für Drummer findet ihr in unserem neuen Event-Kalender.

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von Alex Höffken

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