Am 8. Januar 2016 veröffentlichte David Bowie sein ambitioniertes Album Blackstar – Es war zugleich der 69. Geburtstag des Rockstars. Zu diesem Zeitpunkt wusste noch niemand, dass es sein letztes Album jemals sein würde. Nur zwei Tage später starb Bowie an den Folgen von Leberkrebs. Heute, genau 10 Jahre nach der Veröffentlichung, gilt das Album als eines seiner besten Werke, sowie als bewegendes Abschiedsalbum einer Musiklegende.

Nach dem unerwarteten Comeback von The Next Day aus dem Jahr 2013 begann für Bowie eine neue Ära. Anstatt alte Rock-Formel zu nutzen, versuchte er sich stets weiterzuentwickeln und neue Sounds zu finden. Auf Blackstar flossen daher zahlreiche Einflüsse aus zeitgenössischem Jazz und experimenteller Elektronik ein. Außerdem sind die Lieder von einer dunklen Atmosphäre und fragmentierten Songstrukturen geprägt.
Die Entstehung und Aufnahmen
Das Album entstand als Kooperation mit dem Jazzmusiker Donny McCaslin. Gemeinsam mit dessen Quartett nahm Bowie die Songs in New York auf. Zu diesem Zeitpunkt kämpfte er bereits hart mit seiner Krebserkrankung, wobei er dies nur mit seinem engsten Umfeld teilte. Diese düstere Realität zieht sich durch das gesamte Album.

Die Texte handeln oft indirekt von Vergänglichkeit, Transformation, Tod und sogar Wiedergeburt. Dennoch deutet er diese Themen meist nur an ohne je eindeutig oder tief sentimental zu werden. Bowie selbst verstand Blackstar als eine Art Abschiedsgeschenk, allerdings geprägt von derselben Unsicherheit die er selbst in seinen letzten Monaten fühlte. Dies spiegelt sich auch im Sound wider, der neu und modern wirkt, aber zugleich dunkel und teils schmerzlich.
Symbolik und Vermächtnis
Die Musikvideos von den Songs Blackstar und Lazarus unterstützen diesen Charakter, insbesondere nach Bowies Tod. Das zweite zeigt den Musiker in einem kalten Krankenhausbett und mit verbundenen Augen. Dazu der Satz “Look up here, I’m in heaven“. Rückblickend wird vieles als bewusste Inszenierung seines eigenen Todes interpretiert.
Statt eines einfachen Albums wirkt dieses Projekt mehr wie ein mutiges, künstlerisches Statement über das Sterben. Zehn Jahre später ist Blackstar der Beweis dafür, dass Bowie bis zuletzt vorausdachte, und nicht nostalgisch an vergangenen Erfolgen festhielt. Es ist ein Werk voller Risiko und künstlerischer Neugier. Somit verabschiedet sich Bowie bewusst auf seine eigene Art, nämlich räselhaft, tiefgründig und seiner Zeit voraus.
























