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Macklemore nach „Free Palestine“-Rede von Ed Sheerans Tour gestrichen

Macklemore ist nach seinen pro-palästinensischen Aussagen bei Ed Sheerans US-Tour aus dem Line-up gestrichen worden. Kurz darauf zogen auch alle angekündigten Support-Acts sowie Sheerans Liveband Beoga Konsequenzen und verließen die Tour. Der Rapper selbst legt nun nach und spendet eine Million Dollar seiner Tour-Einnahmen an palästinensische Hilfsorganisationen.

© Markus Felix | PushingPixels (contact me), CC BY-SA 3.0 https://creativecommons.org/licenses/by-sa/3.0, via Wikimedia Commons

Macklemore fliegt nach „Free Palestine“-Statement aus dem Line-up

Eigentlich sollte Macklemore bei acht der letzten zehn US-Konzerte von Ed Sheerans „Loop Tour“ als Opening Act auf der Bühne stehen. Dazu wird es nun nicht kommen. Der US-Rapper wurde aus den verbleibenden Shows gestrichen, nachdem er bei seinen Auftritten Anfang September im MetLife Stadium in New Jersey deutlich Position für Palästina bezogen hatte.

Während einer Ansprache am 4. September rief Macklemore „Free Palestine“ und sprach über die Situation der Menschen in Palästina. Er erklärte, dass er die große Bühne der Stadiontour auch nutzen wolle, um Aufmerksamkeit auf die palästinensische Bevölkerung zu lenken. Teil seines Sets war außerdem „Hind’s Hall“, Macklemores 2024 veröffentlichter Protestsong in Solidarität mit Palästina und der pro-palästinensischen Protestbewegung. Bei seinem zweiten Auftritt im MetLife Stadium wandte sich der Rapper zudem ausdrücklich an jüdische Menschen im Publikum. Er betonte, dass seine Kritik an Israel und der israelischen Regierung nicht als Kritik an Juden verstanden werden solle.

Nach den Shows wuchs der Widerstand gegen Macklemores weitere Teilnahme an der Tour. Der Israeli-American Council forderte seine Entfernung aus dem Line-up. Gleichzeitig lehnten mehrere kommende Veranstaltungsorte weitere Konzerte mit Macklemore als Support ab. Der Tourpromoter entschied schließlich, ihn aus den verbleibenden US-Terminen zu streichen. Damit war Macklemore nur wenige Tage nach seiner öffentlichen „Free Palestine“-Botschaft nicht mehr Teil von Ed Sheerans US-Tour.

Sheerans Tour verliert nach Macklemore auch weitere Acts

Mit Macklemores Rauswurf war die Kontroverse allerdings nicht beendet. Kurz darauf verlor Ed Sheerans Tour praktisch das gesamte bis dahin angekündigte Support-Line-up. Finneas, Lukas Graham und Aaron Rowe sagten ihre geplanten Auftritte ab. Zusätzlich zog sich Beoga zurück, die irische Band, die Sheeran auf der Tour musikalisch begleitete. Damit stiegen nach Macklemores Rauswurf alle verbliebenen angekündigten Voracts sowie Mitglieder von Sheerans Touring-Band aus. Sie begründeten ihre Entscheidungen mit dem Umgang mit Macklemore und seiner pro-palästinensischen Positionierung.

Finneas erklärte auf Social Media, Künstler dürften nicht zum Schweigen gebracht werden, wenn sie sich für Unterdrückte einsetzten. Er sagte seine kommenden Auftritte mit Sheeran ab und stellte klar, dass er an der Seite Palästinas und seiner Bevölkerung stehe. Auch Aaron Rowe betonte, dass ihm die Entscheidung nicht leichtgefallen sei. Sheeran sei ein Freund und habe seine Karriere maßgeblich unterstützt. Trotzdem zog er sich nach Macklemores Entfernung aus dem Line-up zurück.

Besonders deutlich äußerte sich Beoga. Die Band erklärte, ihre langjährige Freundschaft mit Sheeran werde bestehen bleiben. Gleichzeitig wolle sie nicht in Veranstaltungsorten spielen, die Künstler wegen ihrer Unterstützung für ein freies Palästina ausschlössen. Beoga verwiesen dabei auch auf ihre Beteiligung an Irish Artists for Palestine. Auch Lukas Graham zogen sich zurück und kritisierten den Einfluss wirtschaftlich mächtiger Akteure auf öffentliche Debatten. Geld dürfe ihrer Ansicht nach nicht darüber entscheiden, wer sprechen könne und welches Leid öffentlich thematisiert werde. Damit wurde aus dem Rauswurf eines einzelnen Opening Acts innerhalb weniger Tage ein deutlich größeres Problem für Sheerans Tour.

Robert Krafts Verbindung zu Ed Sheeran und der Tour

Eine zentrale Rolle in der Kontroverse spielt Robert Kraft, Milliardär, Eigentümer der New England Patriots und Chef der Kraft Group. Zu seiner Unternehmensgruppe gehört das Gillette Stadium in Massachusetts, in dem Ed Sheerans Tour Ende September Station machen soll. Macklemore war ursprünglich auch für diese Konzerte als Support vorgesehen. Kraft machte deutlich, dass er Macklemore dort nicht auftreten lassen wollte. Kraft begründete seine Entscheidung mit Macklemores jüngsten Auftritten sowie früheren Äußerungen und Darstellungen, die er als antisemitisch bewertet. Macklemore weist zurück, dass seine Unterstützung für Palästina oder seine Kritik an der israelischen Regierung antisemitisch sei.

Macklemore behauptet zudem, Kraft habe seinen Einfluss genutzt, um weitere Stadionbetreiber gegen seine Teilnahme an der Tour zu mobilisieren. Bestätigt ist, dass mehrere Venues Macklemore nicht mehr im Line-up haben wollten und Kraft selbst seinen Auftritt im Gillette Stadium ablehnte. Wie weit sein Einfluss auf die Entscheidungen anderer Veranstaltungsorte reichte, ist nicht unabhängig geklärt. Kraft und Sheeran kannten sich bereits vor der aktuellen Tour. Als Kraft im Oktober 2022 Dana Blumberg in New York heiratete, gehörte Sheeran zu den prominenten Gästen und trat bei der Feier auch musikalisch auf. Daraus lässt sich allerdings nicht ableiten, dass Kraft über die gesamte Tour entscheiden konnte. Seine unmittelbare Entscheidungsgewalt betraf zunächst das Gillette Stadium.

Ed Sheeran selbst widersprach dem Eindruck, er habe Macklemore persönlich aus der Tour geworfen. „Macklemore coming off tour was the promoter’s decision, it was not mine“, erklärte der britische Sänger. Er habe versucht, zwischen Macklemore, Venue-Betreibern und weiteren Beteiligten zu vermitteln. Die Entscheidung des Promoters und der Veranstaltungsorte sei am Ende jedoch endgültig gewesen. Sheeran erklärte zugleich, dass er Macklemores Entschlossenheit respektiere, öffentlich für seine Überzeugungen einzustehen. Er selbst wolle seine Konzerte jedoch nicht als politisches Forum verstehen, sondern als Ort, an dem Menschen unterschiedlicher Hintergründe zusammenkommen könnten.

Macklemore spendet eine Million Dollar für Palästina

Macklemore meldete sich am 16. September mit einem weiteren Statement zurück. Er kündigte an, seine gesamten Netto-Einnahmen aus Ed Sheerans Tour in Höhe von einer Million US-Dollar an sechs Organisationen zu spenden, die Palästinenser und humanitäre Hilfsprojekte unterstützen. Macklemore erklärte, er wolle den Fokus der Diskussion wieder auf die palästinensische Bevölkerung lenken und nicht auf seine eigene Karriere oder die Schlagzeilen rund um seinen Rauswurf. Gleichzeitig machte der Rapper deutlich, dass humanitäre Hilfe seiner Ansicht nach allein nicht ausreiche. Er wolle sich auch nach dem Ende der aktuellen Aufmerksamkeit weiterhin öffentlich für die Rechte der Palästinenser einsetzen.

Seine Spendenankündigung verband Macklemore mit einer direkten Aufforderung an Robert Kraft. Der Rapper forderte den Milliardär auf, seine eine Million Dollar zu matchen und ebenfalls Geld für palästinensische Hilfsorganisationen bereitzustellen. Kraft reagierte darauf und erklärte, dass Sheeran ihn bereits vor Macklemores öffentlicher Aufforderung wegen humanitärer Hilfe kontaktiert habe. Nach Krafts Darstellung bat Sheeran ihn darum, eine eigene Spende von zwei Millionen US-Dollar zu verdoppeln.

Wie es mit Ed Sheerans Tour weitergeht

Ed Sheeran hält bislang an der Fortsetzung seiner „Loop Tour“ fest. Durch den Rückzug der verbliebenen Support-Acts und Beoga muss das musikalische Line-up der kommenden Termine allerdings neu organisiert werden. Sheeran selbst bleibt bei seiner Darstellung, dass Macklemores Rauswurf nicht seine Entscheidung gewesen sei. Gleichzeitig hat der Streit die politische Debatte rund um seine Tour deutlich verschärft. Besonders die Frage, welchen Einfluss Venue-Betreiber auf die Auftritte und Aussagen von Künstler nehmen können, dürfte die kommenden Shows weiter begleiten.

Macklemore wiederum macht keine Anzeichen, seine pro-palästinensische Positionierung nach dem Tour-Aus zurückzufahren. Mit seiner angekündigten Millionenspende und seinen jüngsten Statements will er den Fokus weiterhin auf die Situation der palästinensischen Bevölkerung richten.

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