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Steinberg UR22 mkII Test

Mit der UR-Serie hat Steinberg gute Interfaces für wenig Geld im Angebot. Sie bieten durchweg eine pragmatische Ausstattung, gute Preamps und ein simples Monitoring – manche sogar DSP-Effekte!

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Das kleinste Interface der Serie ist das UR12, das Steinberg UR22 mk2 ist der Nachfolger des UR22. Die etwas größeren UR242 und UR44 sowie das große UR824 hatten wir bereites im Test, ein mk2-Update ist hier nicht in Sicht. Einen vollständigen und aktuellen Überblick über die UR-Serie findet ihr aber jederzeit hier!

Details

Aus Alt mach Neu

Das Steinberg UR22 mkII ist ein 2-In/2-Out-USB2-Audiointerface, das mit maximal 24 Bit und 192 kHz auflöst sowie ein kleines Update gegenüber dem Vorgänger – ohne mk2-Zusatz – darstellt. Es ist sowohl mit Windows und OSX-Systemen kompatibel als auch neuerdings mit dem iPad.

Das Steinberg UR22 mk2 ist ein simples und günstiges Audiointerface.
Das Steinberg UR22 mk2 ist ein simples und günstiges Audiointerface.

Mit Maßen von 43 x 157 x 146 mm (HxBxT) ist das bus-powered Interface durchaus noch als kompakt zu bezeichnen – zu den kleinsten seiner Art gehört es dennoch nicht und zu den leichtesten mit ca. 1 kg erst recht nicht. Das liegt vor allem an dem Stahlblechgehäuse, das dem Interface andererseits jedoch eine gewisse solide Robustheit verleiht.
Ferner verfügt das Interface nun über eine Loopback-Funktion, um es komfortabler für Podcasts oder ähnliche Live-Geschichten zu nutzen. Optisch ist ansonsten alles – bis auf die Rückseite –identisch mit dem Vorgänger.

Stereo-In mit Preamps

Das Interface verfügt über zwei Eingänge, die mit Mikrofonvorverstärkern ausgestattet sind. Diese in Class-A-Bauweise gefertigten Preamps nennt man bei Steinberg und Yamaha D-Pre.

Zwei Kanäle inklusive Preamp rein, zwei Kanäle inklusive Kopfhörerverstärker raus: Das UR22 mk2 bleibt dem alten Konzept treu.
Zwei Kanäle inklusive Preamp rein, zwei Kanäle inklusive Kopfhörerverstärker raus: Das UR22 mk2 bleibt dem alten Konzept treu.

Stereo-Out mit Headphones

Ausgangsseitig gibt es einen Stereo-Line-Out auf TRS, welcher sich sowohl mit symmetrischen als auch unsymmetrischen Verbindungen versteht. Hinzu kommt ein Stereo-Kopfhörerausgang, der jedoch nicht vom Hauptausgang getrennt adressierbar ist – Line-Out und Kopfhörer-Ausgang teilen sich also einen Stereo-D/A-Wandler! Sie verfügen dennoch über getrennte Lautstärkeregler. Angesichts des kleinen Preises und der angepeilten Einsatzzwecke geht das aber durchaus in Ordnung.

Simples Direct Monitoring

Hinzu kommt eine einfache, hardware-basierte Direct-Monitoring-Funktion, wobei hier mit einem MIX-Poti die Mischung aus den beiden Eingängen und dem Rückspielweg der DAW vorgenommen werden kann. Die Eingänge werden dabei summiert, sodass Stereo-Signale leider nicht richtig vorgehört werden können. In die DAW werden sie dennoch immer getrennt geroutet, sodass sie natürlich unabhängig voneinander aufgenommen werden können. 
Sie verfügen über eine analoge Gain-Regelung und eine zuschaltbare Phantomspeisung – einen Low-Cut oder gar eine Phasenumkehr gibt es indes nicht zu vermelden. Die Preamps sind wie üblich mit Combo-Buchsen ausgestattet, sodass XLR und T(R)S Signale aufgenommen werden können. Der zweite Eingang verfügt sogar über eine Impedanz-Umschaltung („Input 2 Hi-Z“), sodass er auch an hochohmige Signale, wie die von E-Bass und E-Gitarre, angepasst werden kann.

Fotostrecke: 2 Bilder Die Loopback-Funktion erklärt im Bild (Handbuchauszug).

Bei Nutzung der softwarebasierten Loopback-Funktion kann indes eine Unterscheidung (Mono/Stereo) auf der Software-Ebene  vorgenommen werden. Ein Umstand, mit dem man aber durchaus leben kann.

Rückseite mit leichten Änderungen

Auf der Rückseite finden wir – neben dem bereits angesprochenen Line-Out – auch den 48V-Schalter für die aktivierbare Phantom-Spannung der Preamps. Ein klassisches MIDI-Duo gibt es ebenso wie den Typ-B-USB-Anschluss für den Computer. Alles wie beim Vorgänger.
Neu ist bei der mkII des Steinberg UR22, dass hier auch ein iPad – Camera Connection Kit vorausgesetzt – angeschlossen werden kann, da ein alternativer Stromanschluss auf Micro-USB-Basis hinzugekommen ist. Dieser ist notwendig, um eben anderweitig Strom zuzuführen, weil die Bus-Power vom iPad leider nicht ausreicht, um das Interface zu betreiben. Der korrespondierende Power-Source-Umschalter wechselt zwischen diesen beiden Stromquellen.
Ein entsprechendes Netzteil oder gar ein Akku ist nicht Teil des Lieferumfangs. In der Verpackung finden sich nur ein paar Beipackzettel inklusive Cubase AI Download-Code, die Treiber-CD sowie ein USB-Kabel. Reicht aber.

Die Rückseite zeigt den neuen "Strommodus" mit der alternativen Micro-USB Buchse, damit das Interface auch am iPad noch genügend Strom erhält.
Die Rückseite zeigt den neuen “Strommodus” mit der alternativen Micro-USB Buchse, damit das Interface auch am iPad noch genügend Strom erhält.
Kommentieren
Profilbild von Wolfgang Lonien

Wolfgang Lonien sagt:

#1 - 13.03.2017 um 15:50 Uhr

1

Wäre nett wenn Ihr solche Geräte auch auf Linux testen könntet. Mein Focusrite 6i6 (2nd gen) ist class compliant und also plug & play - dieses hier würd ich vielleicht meinem Bruder (auch Linux) empfehlen, da günstiger...

    Profilbild von TheDiveO

    TheDiveO sagt:

    #1.1 - 07.09.2017 um 17:31 Uhr

    1

    Hallo Wolfgang, habe das UR22mkII unter Linux (Kubuntu 17.04) im Einsatz. Es wird sofort von den neueren Linux Kerneln erkannt und korrekt aktiviert. Ebenso funktioniert das UR22mkII auch an Android-Geräten, wie beispielsweise einem Galaxy Tab S und andere (mit Android 5.0.x und 5.1.x).Es gibt bei manchen Linux-Applikationen einen seltsamen Effekt, wenn diese über PulseAudio das Audio auf das UR22mkII ausgibt: es schmuggelt sich dann an Anfang des Abspielens ein rund 2sec Fade-In ein, der wirklich nervt. Als Abhilfe scheint es zu genügen, die betroffenen Applikationen auf ALSA umzustellen.Allerdings sind nicht alle Linux-Applikationen betroffen, wenn sie PulseAudio benutzen, sondern nur einige, wie beispielsweise Kdenlive (und dort ist das Verhalten besonders störend, weil es immer wieder beim stop/play auftritt). Einfach auf ALSA umstellen und gut ist.

    Antwort auf #1 von Wolfgang Lonien

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