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Was bedeuten die Samplerates 44,1 kHz, 48 kHz und 96 kHz? Machen 192 kHz und mehr Sinn? Was muss ich einstellen?

Wenn du Samplerates nicht kennst oder nur wenige Erfahrung mit ihnen hast, stehst du manchmal vor einem Dilemma. Denn oft verlangt ein System von dir, dass du die Sampelrate auswählst. Das können Audio-Interfaces sein, DAWs wie Cubase, Studio One oder Pro Tools, aber auch Export-Dialoge, die für dich Audiodaten speichern oder exportieren.

(Bildquelle: Shutterstock / von UKIO.STOCK)

Was bedeutet „Samplerate“? Was sind „kHz“?

Ein digitales Audiosignal, also zum Beispiel alles, was in einem Computer stattfindet, aber auch gespeichertes Audio („Audiodateien“) beinhalten die Information, zu welchem Zeitpunkt dieses Signal welchen Wert besitzt. Das ist etwa so, wie ein digitales Bild speichert, an welcher kleinen Position welche Farbe ist. Bei Audiosignalen und -dateien gibt es unterschiedliche Häufigkeiten, zu denen dieser Wertübertragen oder gespeichert wird. Damit das für unser Gehör funktioniert, muss diese recht hoch sein.

Die meisten Audiodateien oder Streams besitzen die Information über Werte knap 50000 mal pro Sekunde. Und da kommt auch schon der Begriff „kHz“ („Kilohertz“) her: Häuifigkeit wird auch „Frequenz“ genannt. „Häufigkeit pro Sekunde“ wird als Kehrwert ausgedrückt, also 1/s („Eins durch Sekunde“). Um das einfacher zu machen, nennt man es „Hertz“, abgekürzt als „Hz“. 1 Hz bedeutet also „eimal pro Sekunde“, 25 Hz bedeutet „25 mal pro Sekunde“. 96000 mal pro Sekunde sind 96000 Hertz. Das ist umständlich, bei größeren Entfernungen verwenden wir ja auch liebe Kilometer statt Meter. Somit sind 96000 Hz = 96 kHz.

  • Der Begriff „Samplerate“ bedeutet also nichts anderes als „Frequenz, mit der das Audiosignal dargestellt wird“. „Rate“ lässt sich grob als „Häufigkeit“ übersetzen, „Sample“ bedeutet in diesem Zusammenhang so viel wie „entnommene Probe“. Das kommt daher, dass Analog-Digital-Wandler dem analogen Audiosignal ständig Proben entnehmen (auch: „es abtasten“). Synonyme, also andere Begriffe für Samplerate sind „Samplefrequenz“, „Abtastrate“ oder „fSAMP“?

Die Samplerate wird in kHz angegeben und bezieht sich auf die Geschwindigkeit oder Häufigkeit pro Sekunde, mit der ein digitales Audiosignal dargestellt wird.

Sind Samplerate und Bit das Gleiche?

Nein: Bit sagen etwas darüber aus, wie genau der dargestellte Wert ist. Bei 8 Bit sind es wenig, bei 16 Bit normal viel und bei 24 oder sogar 32 Bit sehr viel.

Welche Samplerates gibt es?

Theoretisch kann es jede Samplerate geben. Aber ein paar haben sich etabliert, die technische Grundlagen haben. Um ein Audiosignal fehlerfrei darzustellen, sollte die Samplefrequenz doppelt so hoch sein wie die höchsten Höhen, die man darstellen will.

Je höher die Samplerate, desto höhere Frequenzen des Audiomaterials lassen sich darstellen. Faustregel: Die höchste darstellbare (Audio-)Frequenz ist maximal die Hälfte der Samplerate.

Übliche Samplerates und Einsatzgebiete

Samplerate (kHz)typische EinsatzgebieteEigenschaften
8, 11,025, 16, 22,05, 32Telefonie, simple Sprachaufnahmen, ältere Spielekonsolen und Computerspiele, manche Bildsystemesehr niedrige Bandbreite, extrem platzsparend, sehr schlechte Audioqualität, kaum für Musik geeignet
44,1Audio-CDs, Musikproduktion, StreamingStandard für Musik, Bandbreite bis gut 20 kHz, auch heute noch sehr guter Kompromiss aus Qualität und Dateigröße
48Film, Video, professionelle AudioproduktionStandard für Video/Film, Bandbreite bis etwa 23 kHz, (Bild-)synchronisationsfreundlich
88,2hochauflösende Musik, Masteringdoppelte CD-Qualität, hohe Bandbreite, für anspruchsvolle Produktionen, verbesserte Transientendarstellung
96hochauflösende Audioformate, Studioarbeithohe Bandbreite Bandbreite, für präzise Bearbeitung und Mastering
176,4audiophile Aufnahmen, High-End-Produktion, Archivierungvierfache CD-Qualität, sehr hohe Bandbreite, extrem hochwertig
192, 384, 768 etc.audiophile Aufnahmen, High-End-Produktion, Archivierungsehr hohe Bandbreite, für maximale Detailtreue, sehr große Dateien

Es gibt noch weitere Samplerates, zum Beispiel die DXD-Formate, die für das spezielle System DSD genutzt werden.

Pro und Contra höherer Samplerates (96 kHz, 192 kHz)

Vorteile

  • theoretisch bessere Detailtreue: Höhere Samplerates erfassen höhere Frequenzen und können so subtilere Nuancen im Klang abbilden. Besonders bei sehr hohen oder transientenreichen Signalen (z. B. Becken, Streicher) kann das relevant sein.
  • bessere Bearbeitungsmöglichkeiten: Bei der Nachbearbeitung (z. B. Pitch-Shifting, Time-Stretching) und sogar im Mixing (Kompression, EQing) können Artefakte reduziert werden, da mehr Datenpunkte zur Verfügung stehen.
  • Zukunftssicherheit: Für Archivzwecke oder zukünftige Wiedergabetechnologien, die höhere Frequenzen nutzen könnten, ist eine höhere Auflösung sinnvoll.
  • psychologische Wirkung: Manche Hörer empfinden den Klang subjektiv als „offener“ oder „natürlicher“, auch wenn der hörbare Unterschied oft minimal ist.

Nachteile:

  • Dateigröße: 96 kHz oder 192 kHz erzeugen deutlich größere Dateien, was Speicherplatz und Rechenleistung belastet. Ganz besonders spürbar ist das bei Multitrack-Projekten. Denk’ dran: 192 kHz bedeutet „Alles mal vier!“. Und selbst hervorragend klingende Produktionen werden auch heute noch standardmäßig in 44,1 oder 48 kHz gefahren.
  • praktisch kaum hörbarer Unterschied: Studien zeigen, dass die meisten Menschen ab 48 kHz keinen hörbaren Unterschied zu 96 kHz oder 192 kHz wahrnehmen, selbst unter idealen Bedingungen. Das gilt aber für fertige Produktionen!
  • Hardware-Anforderungen: Nicht alle Audiointerfaces oder Wandler unterstützen hohe Samplerates gleich gut. Schlechte Implementierungen können sogar die Klangqualität verschlechtern. Deswegen gilt oft: Nicht immer bedeutet also “mehr” auch “besser”. Lieber ein gute Wandler mit 48 kHz als ein billiger mit 192!
  • unnötiger Overhead: Für die meisten Anwendungen (z. B. Musikstreaming, Podcasts) sind 44,1 kHz oder 48 kHz völlig ausreichend.

Fazit: Höhere Samplerates lohnen sich vor allem in der professionellen Produktion oder für audiophile Archivierungen. Für den Alltagsgebrauch oder Distribution sind 44,1 kHz oder 48 kHz meist die bessere Wahl. “192 kHz” ist oft eher Marketing als technische Notwendigkeit.

Was sind empfohlene Samplerate-Einstellungen für DAW-Projekte und Bounces

Samplerate: 48 kHz (Standard für Video/Film) oder 44,1 kHz (Standard für Musik/CDs), das ist ausreichend für die meisten Anwendungen und kompatibel mit den meisten Systemen.

Wichtiger Hinweis zu Samplerate-Konsistenz zwischen Hardware und Software

Achte unbedingt darauf, dass die Samplerate-Einstellungen in deiner DAW und deiner Audio-Hardware (Audiointerface, Wandler) identisch sind. Ein häufiges Problem: Ein Projekt oder eine Aufnahme wird zwar intern mit 44,1 kHz erstellt, aber die DAW oder das Interface ist auf 48 kHz eingestellt oder umgekehrt. Das führt dazu, dass die Metadaten der Datei („Header“) eine falsche Samplerate angeben, während der tatsächliche Audioinhalt in einer anderen Rate vorliegt.

Folge: Wird eine solche Datei auf einem anderen System geöffnet, wird sie mit der falschen Geschwindigkeit/Tonhöhe wiedergegeben (z. B. langsamer/tiefer oder schneller/höher).

Immer vor dem Recording und Bounce prüfen:

  • DAW-Session-Samplerate (Projekteinstellungen)
  • Hardware-Samplerate (Audiointerface-Control-Panel)
  • Export-Einstellungen (Bounce-Dialog)
  • Ist an Interface/Wandler vielleicht ein weiteres Gerät digital angeschlossen? Dieses kann eventuell das sogenannte Clocking übernehmen, mit ähnlcihen Problemen.

Sind Samplerate-Konvertierungen schlecht für die Klangqualität?

Samplerate-Konvertierung („SRC“):

  • schlechte Algorithmen können Phasenverschiebungen oder Aliasing-Artefakte zur Folge haben, Vorsicht vor allem bei „Echtzeit“-Konvertierung
  • gute Algorithmen sind heutzutage nahezu transparent, aber: „Jede Wandlung ist verlustbehaftet“!
  • idealerweise mit geraden Faktoren konvertieren: ist das Zielmedium 44,1 kHz, besser mit 88,2 als mit 96 kHz arbeiten

Mehrfache Konvertierungen degradieren die Qualität stark! immer im höchsten verfügbaren Format arbeiten und erst am Ende konvertieren. Und Finger weg von MP3 bis zur allerletzten Konvertierung! Dabei passieren viele negative Dinge!

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