SJC Element 14×8 Aluminium Snare Test

Darf’s etwas mehr von allem sein? So könnte das Motto der Entwickler bei unserem heutigen Testobjekt, der SJC Element Aluminium 14×8 Snare Drum, gelautet haben. Aber Moment, wer ist SJC? Hier hilft ein kleiner Rückblick. Vor etwa 20 Jahren begann der große Custom Drums Boom, unzählige kleine Drum-Hersteller begannen, ihrer Individualisierungs-hungrigen Kundschaft abgefahrene Finishes und Spezialgrößen zu bauen. Die Kataloge der etablierten Hersteller galten auf einmal als angestaubt und langweilig. Diese Welle ist mittlerweile wieder abgeflaut, nur wenige der Firmen konnten sich dauerhaft behaupten. Eine davon ist SJC, was für die Initialien eines der Gründerbrüder Scott J. Ciprari steht. Das Erfolgsrezept der Firma aus Massachusetts besteht nicht nur darin, fast alle trommlerischen Kundenträume realisieren zu können, man hat auch rechtzeitig erkannt, dass es eine Serienfertigung braucht, um ökonomisch zu überleben. 

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Und die gibt es. Neben Kupfer, Titan, Glockenbronze und Aluminiumblech verbaut SJC innerhalb seiner Metall-Snaredrum-Palette eben auch Kessel aus gegossenem Aluminium. Alu wird für seinen trockenen, kontrollierten Charakter von Drummern und Tonleuten geschätzt, nicht umsonst besteht eine der meist aufgenommenen Snares, die Ludwig Supraphonic, aus genau diesem Leichtmetall. Im Fall der SJC Element kommt allerdings – im wahrsten Sinne – erschwerend hinzu, dass der Kessel über eine deutlich höhere Wandstärke und die kräftige Größe von 14×8 Zoll verfügt. Metal-Alarm, dürften jetzt einige denken, SJC selbst hingegen hält seine Kreation für eine der vielseitigsten Snare Drums überhaupt. Ob das so ist, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Der gegossene Kessel Kessel besitzt Verstärkungsringe

Bevor ich die Trommel aus ihrer Verpackung nehmen kann, fällt mir erst einmal das Zubehör in die Hände. Neben einem einfachen Stimmschlüssel ist das eine Garantiekarte, ein SJC-Aufkleber und ein Echtheitszertifikat, welches besagt, dass die Element Snare Drum „handcrafted and assembled in the USA“ ist. Das heißt soviel wie „gebaut und zusammengesetzt in den USA“. Die Website hingegen spricht nur von „assembled“. Was denn nun? Sehen wir uns die Komponenten erst einmal genauer an. 

Fotostrecke: 5 Bilder Zur Trommel gibt es ein Zertifikat dazu.

Das Herzstück der Snare ist natürlich der mächtige Gusskessel, welcher eine Grundstärke von 2,5 Millimetern besitzt. An den Rändern ist er jedoch gute vier Millimeter dick, denn beim Abdrehen wurden Verstärkungsringe von knapp zwei Millimetern Breite stehen gelassen. Die Kesselgratung beträgt 45 Grad, das deutlich sichtbare Snarebed ist flach herunter geschliffen und besitzt eine Breite von etwa zehn Zentimetern. Es könnte damit auch breitere Teppiche beherbergen als den werksseitig verwendeten. Eine hohlgebohrte, verschraubte Einfassung sorgt für den nötigen Luftausgleich. Zum guten Eindruck trägt auch das verschraubte Aluminium-Badge auf der Außenseite bei, innen informiert ein Aufkleber nochmal über den Herstellungsort USA („handcrafted!“), die Maße, Seriennummer und Entstehungsdatum. All das muss nicht sein, verstärkt aber das Gefühl, in etwas Hochwertiges investiert zu haben. Trotzdem werde ich das Gefühl nicht los, die Kesselbauweise schon mehrfach bei Taiwan-Produkten gesehen zu haben, auch der Endpreis der Snare deutet nicht auf einen Gussprozess in den USA hin. Aber dies bleibt Spekulation. Sehen wir uns nun die Anbauteile an.  

Fotostrecke: 4 Bilder Ein Blick ins Innere des 2,5 Millimeter starken Alugusskessels.

Shield Lugs heißen die Einzelböckchen bei SJC

Bei der Hardware setzt SJC auf 20 einzelne, sauber verchromte Böckchen im eigenen Shield-Design, welches sich auch beim Badge wiederfindet und somit zur SJC-Markenidentität beiträgt. Besondere Features weisen sie ebenso wenig auf wie die eckig gestaltete Drop Style-Abhebung, allerdings sind alle Komponenten Kunststoff-gefüttert am Kessel verschraubt. Die dreifach geflanschten Spannreifen fallen mit drei Millimeter Stärke etwas kräftiger aus als die gängigeren 2,3 Millimeter-Versionen, was gut zum klanglichen Charakter der Element passen dürfte. Ein bisschen Custom gibt es übrigens doch. Auf Anfrage und mit zehn Prozent Aufpreis lassen sich die Element Snares auch mit farbiger Hardware ausstatten. Werksseitig setzt SJC auf Evans Felle, auf der Schlagseite kommt ein G2 coated zum Einsatz, der 20-spiralige, gut verarbeitete Standardteppich schnarrt auf einem Snareside 300 vor sich hin. Insgesamt ist die Trommel makellos verarbeitet, das von SJC gegebene Versprechen, dass jede Trommel im Werk intensiv inspiziert wird, scheint keine leere Absichtserklärung zu sein. Mal sehen, was das gute Stück klanglich so drauf hat.  

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