Lehle P-Split II Test

So schlicht die Produkte mit dem Lehle-Logo optisch auch daherkommen, so effektiv sind sie im Einsatz. Und das inzwischen international – denn immer mehr Gitarristen und Bassisten von Rang und Namen vertrauen auf das Arsenal der Spezialisten aus dem niederrheinischen Voerde. Mastermind, Inhaber und Entwickler Burkhard Lehle arbeitet dort mit einer überschaubaren Anzahl an Mitarbeitern an den hochklassigen Produkten, die das Prädikat “Made In Germany” einmal mehr ins rechte Licht rücken. Klar, dass wir in unserem Splitter-Testmarathon auch Geräte vorstellen, die von den meisten Pros benutzt werden, wenn es darum geht, ein Gitarrensignal möglichst ohne Verlust an diverse Amps zu senden oder Effekte zu verschalten.

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Bei großen Produktionen mit riesiger Lichtanlage kann dieses Vorhaben schon mal die Nerven blank legen, wenn die Gitarrenboxen statt eines fetten Tons nur ein hässliches Brummen hören lassen. Viele Musikern und Techniker schwören in solchen Fällen auf Equipment von Lehle. Trotz der vielen Vorschusslorbeeren werden wir auch diesen Testkandidaten selbstverständlich vorurteilsfrei und mit kritischen Augen und Ohren begutachten. Den Anfang macht der P-Split, ein kleines, unscheinbares Gerät ohne Umschaltmöglichkeit, bei dem man eine Gitarre mit zwei Amps verbinden kann. Wer so harmlos daherkommt, der hat garantiert noch etwas in der Hinterhand.

Details

Gehäuse/Optik
Der P-Split steckt im stabilen Stahlblechgehäuse mit vier Gummifüßen und den Anschlüssen an der Frontseite. Hier ist steht auch das Oberteil des Gehäuses zum Schutz von Buchsen und Schaltern etwas über. Der kleine Kasten mit den Maßen 92 x 88 x 39 mm (B x T x H) hat für seine Größe ein durchaus stattliches Gewicht von 390 Gramm, was darauf schließen lässt, dass neben der Elektronik nur wenig Platz für heiße Luft bleibt. Und so ist es auch. Lehle arbeitet mit hochwertigen Bauteilen, die ausschließlich in Deutschland hergestellt werden. Das Herzstück unseres passiven Splitters, daher auch der Name P-Split, ist der High-End Transformator LTHZ, der die Ausgänge galvanisch voneinander trennt und dadurch das berühmte Brummen durch eine Masseschleife verhindert.

Der P-Split besitzt einen Ein- und zwei Ausgänge, die mit DIR und ISO benannt sind. Beim DIR-Ausgang wird das Eingangssignal direkt an den Ausgang weitergeleitet, der ISO-Ausgang kann per Schalter zusätzlich um 180° in der Phasenlage zum Eingang gedreht werden. Wenn man eine Gitarre auf zwei Amps schickt, kann es unter Umständen zu Phasenumkehrungen kommen, und die können so wieder glattgebügelt werden. Außerdem bietet der P-Split einen Ground-Lift-Schalter, der bei Bedarf die Masse der beiden Ausgänge verbindet, falls es doch einmal brummen sollte. Die Grundplatte verfügt über zwei Bohrungen, mit deren Hilfe man den P-Split mit den beiliegenden Schrauben problemlos auf einem Pedalboard montieren kann. Bereits an solchen Details wird ersichtlich, dass man sich bei der Entwicklung an der Praxis orientiert hat.

Bedienung
Die Bedienung ist extrem simpel, Gitarre rein und die Ausgänge mit den beiden Amps verbinden. Ist alles gut, kann man die beiden Schalter ignorieren, sollte es brummen, hilft der Masseschalter, verdünnt eine falsche Phasenlage den Sound, hilft der Phasenschalter. Mit diesen beiden Möglichkeiten lassen sich geschätzte 99% der häufigsten Probleme eliminieren. Aber natürlich gibt es noch Einiges, was man beim Umgang mit dem P-Split wissen sollte. Zuerst einmal ist das Gerät passiver Natur und für die Verarbeitung von hochohmigen Signalen ausgelegt. Wenn man die Gitarre direkt mit dem P-Split verbindet, sollte man daher die Ausgänge immer mit Empfängern von hochohmigen Signalen verbinden. Das sind Gitarrenamps oder Preamps und auch Audio-Interfaces mit einem Hi-Z Eingang. Will man zum Beispiel die Gitarre gleichzeitig an einen Amp und an ein Mischpult anschließen, kann es kritisch werden, denn das Mischpult benötigt in der Regel ein niederohmiges Signal, sodass in diesem Fall zusätzlich ein Buffer zur Impedanz-Anpassung benötigt wird. Ansonsten wird der P-Split auch häufig eingesetzt, wenn ein Netzbrummen im Signalweg durch verschiedene Masseschleifen erzeugt wird. Dann wird er einfach an der entsprechenden Stelle zwischen zwei Geräte geschaltet (Input und ISO Out), die Masseverbindung wird durch den Übertrager galvanisch aufgetrennt und in der Regel hat man das Brummen dadurch eliminiert. Viele Techniker bei großen Live-Produktionen und in Studios haben für solche Fälle den kleinen Kasten in ihrer Werkzeugkiste. Noch erwähnenswert ist die Tatsache, dass der P-Split auch symmetrische Signale verarbeiten und ausgeben kann, dadurch ist das Gerät auch als passive DI-Box nutzbar. Wie bereits erwähnt, sollte jedoch ein Buffer Amp zwischen Gitarre und P-Split geschaltet werden.

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irfan sagt:

#1 - 25.09.2012 um 22:57 Uhr

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Das das Geraet klangneutral ist, ist natürlich gut. Die Zusatzfunktion bzw. die Anwendungsmöglichkeit als "Brummeliminator" rechtfertigt aber keinesfalls den stattlichen Preis von 134 Euro - das man für soviel Geld noch nicht mal zwischen Verstaerker A und B waehlen kann, ist bei dem Preis eine Unverschaemtheit. Das Gesülze, da waeren erstklassige Bauteile made in Germany und "deutsche Wertarbeit" erübrigt sich. Mensch, das ist kein Computer, bloss ein Splitter - Arrgh!

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Oliver sagt:

#2 - 10.10.2012 um 17:09 Uhr

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Der P-Split ist als reiner Splitter und nicht A/B Schalter konzipiert. In der Tat kenne ich kein Gerät in dieser Güteklasse, das diese einfache Aufgabe so gut erledigt. Die Möglichkeit der galvanischen Trennung hat mir live und im Studio tatsächlich schon häufiger bei Brummproblemen geholfen, wo Tontechniker nur noch ratlos waren. Für mich hat sich der Anschaffungspreis daher durchaus gerechtfertigt.

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