Anzeige

Walrus Audio Slötvå Test

Praxis

Testaufbau
Für den heutigen Praxischeck sitzt das Walrus Audio Slötvå im Einschleifweg eines Line 6 HX Stomp und wird im Laufe des Tests mit zwei unterschiedlichen Amps bespielt. Im Detail habe ich dafür das Modeling eines Fender Princeton Amps für die Clean-Sounds und ein Fender Tweed-Modell für die angezerrten Sounds am Start.

Erster Eindruck
Beim Anspielen wird erneut schnell deutlich, dass dieser Multi Texture Reverb eine wahre Zauberkiste für atmosphärische Klänge ist und sich meiner Ansicht nach in diesem Kontext auch am wohlsten fühlt. Wer hingegen sein Signal einfach ein wenig räumlich unterfüttern möchte, wird woanders wohl eher glücklich werden. Zudem erscheinen die Hallfahnen des Slötvå insgesamt mit einem recht dichten Klangbild, wirken demzufolge schnell sehr einnehmend und sind nicht so transparent wie bei manch anderem Reverb-Pedal. Wie angedeutet macht es aber auch beim Slötvå weniger Sinn, den Effekt wie einen normalen Reverb einzusetzen. Vielmehr gleicht die Funktion dieses Spezialisten an vielen Stellen dem Haltepedal eines Pianos. Nur wenige Töne reichen dabei aus, um einen ganzen Klangkosmos zu entfachen. Man solle den Reverb atmen lassen, steht an einer Stelle im Manual des Herstellers. Ich finde, diese Aussage bringt es gut auf den Punkt.
Ansonsten hat sich im Grundklang nichts verändert und auch die Bedienung ist weitestgehend gleich geblieben. Um sich mit den einzelnen Algorithmen und Parametern des Pedals vertraut zu machen, möchte ich an dieser Stelle auf das anschauliche Video zum Test verweisen. Einen ausgiebigen Soundcheck gibt es außerdem im Test zum Vorgänger.

Das Walrus Audio Slötvå erweist sich als wahre Zauberkiste für atmosphärische Klänge.
Das Walrus Audio Slötvå erweist sich als wahre Zauberkiste für atmosphärische Klänge.

Kostprobe der drei Reverb-Algorithmen
Im folgenden Abschnitt soll es mehr um den Einsatz in der Praxis an einem Song-Beispiel gehen. Um uns mit den Klangwelten des Pedals erneut vertraut zu machen, folgen aber zunächst drei Praxisbeispiele mit allen Algorithmen und unterschiedlichen Gitarren und Amp-Typen.

Audio Samples
0:00
Rise Reverb (Telecaster) Dream Reverb (ES-335) Dark Reverb (Stratocaster)

Beim Rise-Algorithmus liegt der Reiz im Schwelleffekt der Reverb-Fläche, die man mit voll aufgedrehtem Mix-Poti auch ohne Originalsignal hörbar machen kann. Hier lassen sich dann tatsächlich Synth-artige Klangflächen bauen, die nur noch entfernt an eine Gitarre erinnern. Erneut bin ich außerdem vom Modulationscharakter der Reverb-Algorithmen begeistert, der in der Tat etwas Verträumtes und Eigenständiges besitzt. Es lohnt sich dabei durchaus, mit verschiedenen Einstellungen zu experimentieren. Dennoch stellen sich bei mir schnell ein paar Settings ein, zu denen ich immer wieder zurückkehre. Umso besser also, dass der Nachfolger des Slö nun auch drei Speicherplätze an Bord hat. Das Speichern und Anwählen mit beiden Fußschaltern ist kinderleicht. Weiterhin informiert das Pedal mit einer LED deutlich sichtbar darüber, welches Preset aktiv ist und ob es verändert wurde. 

Das Walrus Audio Slötvå in der Praxis
Für den abschließenden Song nehme ich insgesamt drei Gitarrenspuren gemeinsam mit Bass und Schlagzeug auf. Zum Einsatz kommen dabei nur die Telecaster und die beiden erwähnten Amp-Modelings aus dem HX Stomp.
Wie sich beim Platzieren der Spuren im Mix anschließend zeigt, muss man sich trotz der mitunter langen Klangflächen, die das Slötvå erzeugen kann nicht scheuen, das Signal erneut zu verhallen. Klar, auch sonst ist es nicht verboten, mehrere Reverbs zu kaskadieren. In der Praxis ist dies aber dennoch meist nicht vonnöten. Da die Klänge des Slötvå im ersten Moment aber nicht unbedingt an einen Hall, sondern eher an besagte Klangflächen erinnern, gehen diese im Stereo-Raum anschließend noch mehr auf. Aber hört selbst.

Audio Samples
0:00
Slötvå Song (Telecaster)
Kommentieren
Kommentare vorhanden
Schreibe den ersten Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.