Nach einem Facelift der Vox Handwired-Serie meldet sich mit dem AC30 Handwired Combo der Vox-Amp-Klassiker schlechthin zum Test. Bei der Überarbeitung einer so erfolgreichen Ikone wird man es tunlichst vermeiden, das Rad neu erfinden zu wollen. In diesem Fall analysierte Vox nach eigenen Worten ein 1963er „Copper Panel“ AC30 in allen Details auf der Suche nach der „Essenz des klassischen AC30-Verstärkersounds“. Nicht nur die Elektrik stand dabei im Fokus, sondern auch viele weitere Details bis hin zur Dicke des Gehäusematerials. Und so steht der neue alte AC 30, mit ausgesuchten Bauteilen handverdrahtet und einigen zusätzlichen modernen Features jetzt in den Startlöchern.

- klassischer Vox AC30-Sound in Top-Qualität
- ausgezeichnet klingender Federhall
- hervorragende dynamische Ansprache
- hoher Schalldruck – sehr gute Durchsetzungsfähigkeit auf der Bühne
- angenehmer Sound bei niedrigen Lautstärken
- kein Standby-Schalter
- hohes Gewicht

Die klassischen Vox AC30-Zutaten und ein wenig mehr
Laut Hersteller hat man beim Vox AC30 Handwired noch einmal sorgfältig Hand angelegt und neben den klassischen AC30-Merkmalen auch Wert auf weitere Details gelegt. Vom klassischen Vorbild stammt die zweikanalige Auslegung mit Normal-Channel ohne Klangregelung und Top-Boost-Channel mit 2-Band-EQ (Treble, Bass). Dazu die Master-Sektion mit Master-Volume und Tone-Cut-Regler sowie ein eingebauter Federhall mit Accutronics-Hallspirale. Betrieben wird der Amp mit vier EL-84-Röhren in der Endstufe und vier 12AX7 in der Vorstufe sowie einer 12AT7 (Reverb) und einer GZ34-Gleichrichter-Röhre. Der Sound erreicht den Zuhörer über zwei 12“ Celestion Alnico Blue-Lautsprecher.

Was unterscheidet den Vox AC30 Handwired von den regulären Modellen?
Der AC30 Handwired orientiert sich am 1963er „Copper Panel“ AC30-Modell. Bei der Analyse des Klassikers standen außer der Röhren- und Reglerbestückung auch der Ausgangstrafo im Fokus. Dieser trägt bekanntlich einen entscheidenden Anteil zum Sound bei, vor allem, wenn es um Endstufensättigung und Verzerrung geht. Deshalb entwickelte man in einem umfangreichen Prototyping-Programm spezifische Transformatoren mit den erforderlichen Vintage-Klangeigenschaften.
Auch das Gehäuse des Combos geriet ins Radar, weil das Original mit etwas dünnerem Holz auskam. Eine Maßnahme, die tatsächlich zu einem satten und ausladenden Mittenbereich beiträgt. Im Hinblick auf die originalgetreue Klangwiedergabe verwendet das neue Gehäusedesign nun ebenfalls 12-mm starkes Birke-Multiplex.
Wie beim Vorbild fehlt auch beim Vox AC30 Handwired der Standby-Schalter. Nach Aktivieren des Power-Schalters dauert es einen Moment, bis der Amp betriebsbereit ist und man loslegen kann. In Spielpausen beim Gig oder im Studio muss man deshalb den Verstärker ausschalten. Da man mit der Integration eines FX-Loops ohnehin vom Dogma abweicht, wäre auch ein Standby-Schalter keine Denkmalschändung. Ich persönlich jedenfalls fände sie mehr als sinnvoll, um die Röhren in Pausen schonend „auf Temperatur“ zu halten.
Was sind die typischen klanglichen Eigenschaften des Vox AC30 Handwired?
Man kennt den klassischen Vox AC30-Sound von Bands wie den Beatles, Rolling Stones, Tom Petty & The Heartbreakers, Queen oder U2. Der Sweet-Spot liegt eindeutig im angezerrten Sound mit sehr crispen Höhen, die mitunter auch scharf klingen können, sich aber im Bandgefüge äußerst gut durchsetzen. Der AC30 ist dafür bekannt (und gefürchtet), dass er überall gehört wird. Diese Tradition wird beim Handwired bis ins Detail umgesetzt. Bei Bedarf können die Höhen mit dem Tone-Cut-Regler entschärft werden und für den Vintage-Vibe steht der röhrenbetriebene Federhall zur Verfügung, der hier mit Level und Tone regelbar ist. Im Vergleich zu anderen AC30-Modellen hat dieser Amp keinen Tremoloeffekt, dafür aber einen schaltbaren FX-Loop, an den man externe Effektgeräte anschließen kann, inklusive Pegelschalter (-10/+4 dB).
Entspricht das Angebot dem Preis?
Zugegeben, der Vox AC30 Handwired ist mit einem Verkaufspreis von rund 2500 Euro kein Schnäppchen. Aber wenn man einen Röhrenamp mit hochwertigen Bauteilen bestückt und Handarbeit angesagt ist, steigen die Kosten entsprechend. Klanglich macht sich die Ausstattung durchaus bemerkbar, denn der Amp liefert den bekannten und geliebten AC30-Ton in voller Bandbreite, wovon ihr euch gleich im Praxisteil überzeugen könnt.


Doomsday sagt:
#1 - 16.02.2026 um 20:51 Uhr
Handwired - in Vietnam. Mein gerade gekaufter JTM20 kostete 1500 mit 2x12 Box, hat ein PCB, aber hochwertige Bauteile und Verarbeitung inside. Solange ihr das bei dem VOX nicht prueft, sagt Handwired erstmal gar nix aus. Drinnen kann ein Rattennest an schlecht verlöteten Kabeln und minderwertige Halbleiter in bedenklicher Nähe zu Röhren und Trafo stecken. Und stellt endlich die grottige KI hier bei den comments ab.