Mit dem Nux Solid Studio MKII gönnt der chinesische Hersteller seinem äußerst kompakten Ampmodeler ein gehöriges Update. Bot die Vorgängerversion lediglich eine Auswahl an Verstärker- und Cabinet-Modellen, so liefert der Neuzugang zusätzlich einen EQ, acht Effekte und ein neues User-Interface. Ein klassischer Effektmulti ist unser Testkandidat damit zwar noch nicht, aber eine elegante Lösung für Pedalboards oder DI-Recordings.

- guter Sound gemessen am Preis
- umfangreiche Konnektivität
- Stereo-Cab-Simulation
- anschaulicher Editor
- direktes Spielgefühl
- Marshall-Modelle weniger authentisch
- keine High-Gain-Amps

Das Nux Solid Studio MKII zeigt sich kompakt und aufgeräumt
Das Nux Solid Studio MKII kommt im blauen Metallgehäuse mit den Maßen 114 x 104 x 57 mm. Die Bedienelemente auf der Oberseite beschränken sich auf einen großzügig dimensionierten Endlosencoder mit Druckfunktion und vier Taster.
Das Herzstück ist ein mehrfarbiges 2,86“ LCD-Display, das sich auch im Stehen sehr gut ablesen lässt. Zwei Fußschalter übernehmen neben dem Preset-Wechsel noch weitere Funktionen. Die Anschlüsse an der Stirnseite bieten einen Input, zwei Outputs und sogar eine Through-Buchse, die es ermöglicht, das Solid Studio zwischen ein Topteil und eine Box zu hängen (Achtung: Auch in diesem Fall gehört zwingend eine Box oder ein Dummy-Load hinter das Nux!).
Weiter geht es mit einer USB-C-Buchse und dem Eingang für das optional erhältliche Netzteil, das 9 Volt DC und mindestens 600 mA liefern muss. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt. An der rechten Außenseite schließen ein Aux-In und ein Kopfhöreranschluss im Miniklinkenformat die umfangreiche Konnektivität ab. Zum Lieferumfang gehören ein Manual und ein USB-Kabel.
Mit nur einem Encoder und vier Tastern zum Wunschsound?
Das Nux Solid Studio MKII ist als Pedalboardamp mit rudimentären Effekten konzipiert. Insgesamt bietet das Pedal vier Blöcke: Amp, EQ, Cab und Effekte. Vom Amp-Block abgesehen können diese im Routing flexibel angeordnet werden.
Acht ikonische Verstärkertypen hat das Pedal zu bieten: einen Roland JC120, drei Fender-Modelle, einen AC30, zwei Marshalls sowie einen neutralen Transistoramp für akustische Instrumente. Da im Amp-Block die Pre- und Poweramp-Sektion separat aktiviert werden kann, eignet sich das Solid Studio auch für den Einsatz mit externen Preamps oder Endstufen. Die 8 Ambient-Effektalgorithmen kommen aus den Bereichen Reverb und Delay; Modulations-, Dynamik- oder Drive-Effekte entfallen. Eine tolle Dreingabe sind der grafische 10-Band-EQ und das globale Noisegate, zwei Tools, die jeden Pedalboard-Amp sinnvoll bereichern.
Versteht sich das Solid Studio MKII auch mit eigenen IRs?
Der IR-Block ist sehr großzügig ausgelegt. Hier bietet das Solid Studio MKII eine Fülle an On-Board Cabs, wobei für den linken und rechten Output unterschiedliche Speaker angewählt werden können. Der User hat die Wahl aus mehreren Mikrofontypen und deren Positionen. Panning und EQing lassen sich frei bestimmen. Wer hier dennoch nicht fündig wird, hat die Option, pro Outputkanal sogar noch 60 eigene IRs auf das Pedal zu spielen. Die Voreinstellungen lassen sich abspeichern, wofür das Nux Solid Studio MKII 128 Presetplätze bereitstellt. Über die Globalfunktion gelangt man zu Systemparametern und den globalen Einstellungen. Hier lässt sich auch ein GND-Lift aktivieren und die Fußschalter können von der On/Off- und „Home“-Button-Funktion in den Preset-Up/-Down-Mode umgeschaltet werden.
Editieren am Pedal oder über den intuitiven Editor an PC und Mac
Der übersichtliche Aufbau und der gut lesbare LCD-Screen lassen Editiervorgänge kinderleicht und zügig vonstatten gehen. Die Bedienung ist völlig selbsterklärend, und man muss das Manual im Prinzip kaum zu Rate ziehen. Noch luxuriöser ist das Programmieren eigener Voreinstellungen über den sehr intuitiven Editor an PC und Mac. Dieser ist übersichtlich gestaltet und läuft sehr stabil. Hier lassen sich mühelos die eigenen IRs vom Rechner aufspielen und auch die USB-Audio-Settings sind hier einstellbar.
Die Verwendung als 48 kHz/24bit USB-Interface, ein Wert, der in dieser Preisklasse eher selten anzutreffen ist, funktioniert einwandfrei. Obwohl ich PC-User bin, wird das Nux Solid Studio MKII von meiner DAW (PreSonus Studio One) sofort erkannt, ohne dass ich einen externen ASIO-Treiber installieren muss.

