Test: Nux Solid Studio MKII – günstiger Pedalboard-Amp mit zusätzlichen Features

Mit dem Nux Solid Studio MKII gönnt der chinesische Hersteller seinem äußerst kompakten Ampmodeler ein gehöriges Update. Bot die Vorgängerversion lediglich eine Auswahl an Verstärker- und Cabinet-Modellen, so liefert der Neuzugang zusätzlich einen EQ, acht Effekte und ein neues User-Interface. Ein klassischer Effektmulti ist unser Testkandidat damit zwar noch nicht, aber eine elegante Lösung für Pedalboards oder DI-Recordings.

Nux Solid Studio MKII Test
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • guter Sound gemessen am Preis
  • umfangreiche Konnektivität
  • Stereo-Cab-Simulation
  • anschaulicher Editor
  • direktes Spielgefühl
Contra
  • Marshall-Modelle weniger authentisch
  • keine High-Gain-Amps
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Test: Nux Solid Studio MKII – günstiger Pedalboard-Amp mit zusätzlichen Features
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Nux Solid Studio MKII – Das Wichtigste in Kürze

  • Was ist der Nux Solid Studio MKII? Der Nux Solid Studio MKII ist ein digitaler Floorboard-Amp mit Effekten und den Funktionen Preamp, IR-Loader, Interface und Poweramp-Simulator.
  • Welche Ausstattung bietet der Pedalboardamp? Unter anderem 8 Amp- und Ambient-Effektblöcke, Equalizer, globales Noise-Gate, einen Stereo-Cabinet-Block auch für eigene IRs und 128 Preset-Slots.
  • Wie editiere ich die Sounds des Solid Studio MKII? Am Gerät oder per Editor für Mac OS und Windows
  • Was ist das Besondere am Nux Solid Studio MKII? Vor allem die Through-Buchse für den Einsatz mit einem Topteil, der umfangreiche IR-Block in Stereo und die 48-kHz-Audio-Interface-Funktion sind in diesem Preissegment sonst eher selten zu finden.
  • Was sagt der Test? Der Nux Solid Studio MKII bietet für rund 200 Euro amtliche Amp- und Effektsounds, eine außergewöhnliche Konnektivität und liefert in der Praxis in jeder Funktion vom IR-Loader bis zum Poweramp-Simulator tolle Ergebnisse. 

Das Nux Solid Studio MKII zeigt sich kompakt und aufgeräumt

Das Nux Solid Studio MKII kommt im blauen Metallgehäuse mit den Maßen 114 x 104 x 57 mm. Die Bedienelemente auf der Oberseite beschränken sich auf einen großzügig dimensionierten Endlosencoder mit Druckfunktion und vier Taster. 

Das Herzstück ist ein mehrfarbiges 2,86“ LCD-Display, das sich auch im Stehen sehr gut ablesen lässt. Zwei Fußschalter übernehmen neben dem Preset-Wechsel noch weitere Funktionen. Die Anschlüsse an der Stirnseite bieten einen Input, zwei Outputs und sogar eine Through-Buchse, die es ermöglicht, das Solid Studio zwischen ein Topteil und eine Box zu hängen (Achtung: Auch in diesem Fall gehört zwingend eine Box oder ein Dummy-Load hinter das Nux!)

Weiter geht es mit einer USB-C-Buchse und dem Eingang für das optional erhältliche Netzteil, das 9 Volt DC und mindestens 600 mA liefern muss. Batteriebetrieb wird nicht unterstützt. An der rechten Außenseite schließen ein Aux-In und ein Kopfhöreranschluss im Miniklinkenformat die umfangreiche Konnektivität ab. Zum Lieferumfang gehören ein Manual und ein USB-Kabel.

Mit nur einem Encoder und vier Tastern zum Wunschsound? 

Das Nux Solid Studio MKII ist als Pedalboardamp mit rudimentären Effekten konzipiert. Insgesamt bietet das Pedal vier Blöcke: Amp, EQ, Cab und Effekte. Vom Amp-Block abgesehen können diese im Routing flexibel angeordnet werden.

Fotostrecke: 6 Bilder Die Bedienelemente auf der Oberseite beschränken sich auf einen großzügig dimensionierten Endlosencoder mit Druckfunktion und vier Taster.

Acht ikonische Verstärkertypen hat das Pedal zu bieten: einen Roland JC120, drei Fender-Modelle, einen AC30, zwei Marshalls sowie einen neutralen Transistoramp für akustische Instrumente. Da im Amp-Block die Pre- und Poweramp-Sektion separat aktiviert werden kann, eignet sich das Solid Studio auch für den Einsatz mit externen Preamps oder Endstufen. Die 8 Ambient-Effektalgorithmen kommen aus den Bereichen Reverb und Delay; Modulations-, Dynamik- oder Drive-Effekte entfallen. Eine tolle Dreingabe sind der grafische 10-Band-EQ und das globale Noisegate, zwei Tools, die jeden Pedalboard-Amp sinnvoll bereichern. 

Versteht sich das Solid Studio MKII auch mit eigenen IRs?

Der IR-Block ist sehr großzügig ausgelegt. Hier bietet das Solid Studio MKII eine Fülle an On-Board Cabs, wobei für den linken und rechten Output unterschiedliche Speaker angewählt werden können. Der User hat die Wahl aus mehreren Mikrofontypen und deren Positionen. Panning und EQing lassen sich frei bestimmen. Wer hier dennoch nicht fündig wird, hat die Option, pro Outputkanal sogar noch 60 eigene IRs auf das Pedal zu spielen. Die Voreinstellungen lassen sich abspeichern, wofür das Nux Solid Studio MKII 128 Presetplätze bereitstellt. Über die Globalfunktion gelangt man zu Systemparametern und den globalen Einstellungen. Hier lässt sich auch ein GND-Lift aktivieren und die Fußschalter können von der On/Off- und „Home“-Button-Funktion in den Preset-Up/-Down-Mode umgeschaltet werden.

Editieren am Pedal oder über den intuitiven Editor an PC und Mac

Fotostrecke: 3 Bilder Noch einfacher ist das Programmieren eigener Voreinstellungen…

Der übersichtliche Aufbau und der gut lesbare LCD-Screen lassen Editiervorgänge kinderleicht und zügig vonstatten gehen. Die Bedienung ist völlig selbsterklärend, und man muss das Manual im Prinzip kaum zu Rate ziehen. Noch luxuriöser ist das Programmieren eigener Voreinstellungen über den sehr intuitiven Editor an PC und Mac. Dieser ist übersichtlich gestaltet und läuft sehr stabil. Hier lassen sich mühelos die eigenen IRs vom Rechner aufspielen und auch die USB-Audio-Settings sind hier einstellbar.

Die Verwendung als 48 kHz/24bit USB-Interface, ein Wert, der in dieser Preisklasse eher selten anzutreffen ist, funktioniert einwandfrei. Obwohl ich PC-User bin, wird das Nux Solid Studio MKII von meiner DAW (PreSonus Studio One) sofort erkannt, ohne dass ich einen externen ASIO-Treiber installieren muss. 


So werden die Klangbeispiele des Nux Solid Studio MKII in der Praxis aufgezeichnet

Für die Soundfiles stöpsle ich das Nux Solid Studio MKII zunächst über den Stereo-Output in mein Audio-Interface, eine RME Fireface UFX. Um den Klang mit einem echten Amp abzuchecken, wähle ich einerseits einen Laney Lionheart sowie den Return meines Peavey 5150. Von dort geht es in die Faltung eines 4×12″ Celestion PreRola Greenbacks. Die Gitarren werden jeweils angegeben.

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Kleine Latenz und große Direktheit für ein positives Spielgefühl

Zunächst geht es an ein paar Werkspresets, um die Klangqualität grundlegend einordnen zu können. Insgesamt erhält man hier einen guten Eindruck des Sound-Potenzials, auch wenn man die Level der einzelnen Presets noch etwas besser hätte angleichen können. Manche Marshall-Modelle kommen für meinen Geschmack etwas zu bassig, aber so etwas lässt sich natürlich leicht korrigieren. Das Spielgefühl überzeugt mit einer hohen Direktheit, was auf die erfreulich niedrigen Latenzwerte zurückzuführen ist. Verglichen mit den Platzhirschen unter den Pedalboardamps wie dem Strymon Iridium oder dem Walrus Audio ACS-1 gibt es durchaus kleine Unterschiede in der Dynamik und auch im Klang. Aber Letztere kosten auch knapp das Doppelte. Insofern kann man dem Solid Studio MKII, misst man ihn an seinem Preis, ein durchaus positives Zeugnis ausstellen. 

Audio Samples
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Preset 1 – Stratocaster Preset 3 – Stratocaster Preset 18 – Les Paul Preset 15 – Les Paul
Nux Solid Studio MKII Test

Der Solid Studio MKII überzeugt von Clean bis Medium-Gain

Nun mache ich mich an eigene Presets und lasse, von etwas Reverb abgesehen, die Effekte außen vor. Die Vorlagen sind überwiegend gut getroffen, auch wenn ich mir bei den Marshalls etwas mehr Authentizität erhofft hätte. Die Cleans bieten überzeugende Sounds und damit eine gute Grundlage für vorgeschaltete Pedale. Insgesamt bewegen wir uns in der Amp-Auswahl eher im Bereich Clean bis Medium-Gain, d. h., moderne High-Gain-Varianten sind zum jetzigen Firmware-Stand nicht anzutreffen. Ein Pedalboardamp sollte natürlich auch mit vorgeschalteten Verzerrern umgehen können. Das ist beim Solid Studio MKII absolut gegeben und mein J.Rockett Archer liefert den gewohnt guten Sound. Das Aufspielen eigener IRs gestaltet sich problemlos und bei manchen Verstärkermodellen lassen sich sogar noch ein paar klangliche Prozentpunkte herausholen. Die Stereoauslegung des Cab-Blocks ist eine tolle Ergänzung und erlaubt breite Gitarrenwände.

Audio Samples
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Clean – DLX Reverb – Stratocaster Crunch – AC30 – Stratocaster Mid Gain – Stratocaster Pedal Check – Les Paul Eigene IR – Stratocaster

Was hat der Nux Solid Studio MKII an Effekten zu bieten?

Die Auswahl an Effekten ist beim Solid Studio MKII sicherlich keine Materialschlacht. Vielmehr zeigt sich hier eine musikalisch getroffene Auswahl an Reverbs und Delays, also klassischen Effekten, die man gerne an das Ende seiner Signalkette hängt. Das macht auch Sinn, denn der primäre Einsatzbereich eines Floorboard-Amps ist die Kombination mit eigenen Effektpedalen. Die Effektqualität ist durchaus gut, wenn man keine Vergleiche zu Benchmark-Firmen wie Strymon oder Walrus Audio anstellt. Die Parameter sind eher begrenzt, aber bedenkt man die Grundkonzeption des Pedals, wird hier eine absolut ausreichende „Tweakability“ geboten. 

Audio Samples
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Spring Reverb – Stratocaster Tape Delay – Stratocaster Ping Pong – Stratocaster

Auch der Einsatz am echten Amp überzeugt!

Für den Einsatz mit einem echten Amp bietet der Nux Solid Studio MKII zwei Szenarien. Einerseits lässt er sich mit deaktiviertem Cab-Bock in den Return bzw. die Endstufe eines Verstärkers spielen. Die andere Option ist, den Speaker-Out eines Topteils mit dem Input zu verbinden und anschließend über die Through-Buchse in einen Speaker oder eine Last zu spielen. Die letztgenannte Möglichkeit ist, wie ich finde, ein toller Bonus, und für die Preisklasse eher ungewöhnlich. Beide Optionen lassen sich mühelos umsetzen und für meinen Geschmack gewinnt das Solid Studio immens durch die Kombination mit analogen Verstärkern. 

Audio Samples
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Laney Lionheart über Through Buchse – Les Paul In Amp Return – Les Paul

Fazit

Das Nux Solid Studio MKII punktet als kompakter und clever designter Pedalboardamp mit einigen sehr interessanten Features. Das Spielgefühl ist aufgrund der niedrigen Latenz extrem direkt und überrascht positiv. Die gemodelten Amps sind überwiegend gut getroffen, auch wenn ich mir bei den Marshall-Modellen etwas mehr Authentizität gewünscht hätte. Der Klang ist jedoch durchaus gut, wenn man nicht gerade die Qualität und die Dynamik von High-End-Modellern erwartet. Generell bewegen wir uns hinsichtlich der Amp-Auswahl im Bereich Clean bis Medium-Gain. Metal-Fans werden also beim gegenwärtigen Firmware-Stand noch ein zusätzliches Zerraggregat zu Rate ziehen müssen. 

Die Effektqualität ist dem Preis absolut angemessen und bedenkt man, dass der Anwendungsbereich die Kombination mit einem Pedalboard ist, auch vollkommen ausreichend. Besonders beeindruckt bin ich von der Konnektivität und den Features. Dass hier eine Through-Buchse für den Einsatz mit einem Topteil verbaut wurde, ist sicherlich außergewöhnlich und erweitert den Einsatzbereich immens. Auch der üppig gestaltetete IR-Block, der sogar den Stereobetrieb gestattet, sowie die 48-kHz-Audio-Interface-Funktion sind in diesem Preissegment sicherlich eine Seltenheit. Egal, ob als IR-Loader, Interface, Preamp- oder Poweramp-Simulator: Das NUX Solid Studio MKII liefert für etwas mehr als 200 Euro tolle Ergebnisse.  

Kompakte Lösung für Gitarristen, die Amp- und Cabinet-Simulation kombinieren möchten.
Kompakte Lösung für Gitarristen, die Amp- und Cabinet-Simulation kombinieren möchten.
  • Hersteller: Nux
  • Name: Solid Studio MKII
  • Typ: digitaler Ampmodeler/Effektprozessor
  • Herstellungsland: China
  • Regler: 1 Endlosencoder mit Druckfunktion
  • Schalter: 2 Fußschalter, 4 Taster
  • Anschlüsse: 1x Input, 2x Output, 1x Through (je 6,3-mm-Klinke), Aux-In, Phones-Out (Miniklinke), USB-C, Netzteileingang
  • True Bypass: nein
  • Batteriebetrieb: nein
  • Stromversorgung: 9 V/600 mA
  • Abmessungen (L x B x H): 114 x 104 x 57 mm
  • Gewicht: 439 g
  • Ladenpreis: 209,00 Euro (Stand: Januar 2026)

Herstellerseite: https://nuxaudio.com

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