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TC Helicon VoiceLive Touch 2 Test

Wir haben den TC Helicon VoiceLive Touch 2 getestet – das neueste Gerät aus der VoiceLive-Familie. Bei TC Helicon zeigt man sich sehr umtriebig und versorgt die singende Zunft mit allerhand Werkzeug, damit die Stimme auf dem Weg vom Mikrofon zum Auditorium einigen Änderungen unterzogen werden kann. Das Portfolio reicht dabei von kleinen, spezialisierten Helferlein bis hin zu komplexen Maschinen, die eigentlich alles abdecken, was man benötigen wird – eventuell sogar noch etwas mehr.

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Der VoiceLive Touch ist in seiner ersten Version ein kleines, handliches Gerät, welches sich in Livesituationen mit einem Handgriff an einen Mikrofonständer hängen lässt und anstatt mit “echten” Tastern mit berührungsempfindlichen Flächen bedient wird. Daran hat sich mit Version 2 nichts grundlegend geändert, das Gehäuse hat die gleichen Maße. Doch gibt es eine Neuerung, die sofort auffällt: Version Nummer 2 verfügt über ein ausgewachsenes, beleuchtetes Display und muss nicht mehr mit einem LED-Display auskommen, welches bei längeren Namen und Bezeichnungen im Laufschriftmodus arbeiten musste. Doch es gibt natürlich auch weitere Neuerungen!

Details

Bedienfläche neu gestaltet

Es gibt am TC Helicon VoicLice Touch 2 jetzt zusätzlich zum neuen Display zentral gelegene, ungelabelte Schaltflächen, die verschiedene Funktionen übernehmen können, die im Display ausgewiesen werden – hier von “Soft Keys”-Belegung zu sprechen, verbietet eigentlich die Touch-Funktion, auch wenn dies ja eigentlich zutreffend wäre. In einer linken und einer rechten Spalte neben den genannten Bestandteilen der Geräteoberfläche sind im oberen Bereich Menüschalter wie “Edit” und “Setup” untergebracht, links weiter unten gelangt man unter anderem zu den Effekten und den Voices. Den Endstein bildet der Tap-Button, was natürlich auf das Vorkommen von Delay- und anderen rhythmischen Effekten schließen lässt. Anders als bei der Vorversion sind nun rechts die Bedienelemente für die Loop-Funktionen beheimatet. Mittig und ganz unten findet man den Slider, mit dem Parameteränderungen schnell durchgeführt werden können.

Fotostrecke: 4 Bilder TC Helicon VoiceLive Touch: In Version 2 sind die Bedienelemente um das neue Display anders angeordnet

Anschlüsse

An der rechten Flanke des keilförmigen Gehäuses findet man die Kopfhörerbuchse, die,  aus für mich nicht nachvollziehbaren Gründen, als 3,5mm-Stereoklinke ausgestattet ist. Links daneben ist es nicht etwa das Kopfhörerlevel, welches geregelt werden kann, sondern das Gain des eingebauten Mikrofonvorverstärkers. Ob sich da mal nicht Scharen von Nutzern vertun werden… Ich denke vor allem an Neulinge und technisch eher Unbedarfte, die in Unkenntnis des Signalflusses “einfach nur lauter machen” wollen und das Mikrofon böse in die Zerrung fahren. Schlecht ausgestattet mit Eingängen und Ausgängen sind die größeren Geräte von TC Helicon eigentlich nie, so findet man auch hier eine Vielzahl Buchsen zur Kommuniktion mit der Außenwelt des Gerätes. Links liegt die obligatorische Mikrofon-Eingangsbuchse im üblichen XLR-Format – Phantom wird per Software aktiviert. Wer das Helicon MP-75 oder Sennheisers e 835 fx verwendet, kann über das Mikrofon Effekte an- und ausschalten. Direkt benachbart zum Mic-In weilt die XLR-Line-Out-Buchse, über deren Vorhandensein und die dadurch mögliche adapterlose Verbindung mit der Stagebox sich viele Live-Techniker freuen werden. Soll es Stereo sein, stehen zusätzlich noch zwei symmetrierte Analogausgänge als 6,3mm-Klinkenbuchsen zur Verfügung. Zwar kann der VoiceLive Touch 2 auch über die frontseitigen “Room Sense”-Mikrofone Gitarrensignale auf ihre Harmonien analysieren, doch manchmal sind es E-Gitarren, die benutzt werden (außerdem ist die Verwendung eines Pickups auch bei Akustikgitarren für das Analysesignal deutlich sicherer). Das Gitarrensignal kann den Helicon über eine Buchse entern und per “Thru” auch direkt wieder verlassen. Dass intern gesplittet wird, ist ungemein praktisch, noch praktischer erscheint es, dass das Gitarrensignal auf dem Weg durch das Gerät auch direkt mit EQ und Kompressor verarztet und mit Reverb und Modulationseffekt veredelt werden kann. Ebenfalls angenehm ist es, dem VoiceLive 2 mittels 3,5mm-Aux-In weitere Signale zuzuführen, etwa für Rehearsals zu Playbacks. Eine Voice-Cancel-Funktion kann (zumindest nach dem aktuellen Stand der Technik) Gesangsstimmen aus dem Audiomaterial entfernen.

Daten-I/O

Die Datenkommunikation erfolgt per USB-Buchse und MIDI-In, wobei erstere nicht nur “verpackte” MIDI-Daten überträgt, sondern auch als Audio-Interface tätig werden kann. Die MIDI-Buchse selbst wird verwendet, um Analysedaten zu empfangen. Ein Blick in die Implementationstabelle verrät aber, dass auch eine umfangreiche Parametersteuerung erlaubt wird, zudem unterstützt die kleine Kiste Bank-Select- und Program-Change-Messages sowie Pitch-Bend für die Harmoniestimmen. Zudem lassen sich Zeitparameter im VoiceLive Touch 2 zur MIDI-Clock synchronisieren. Eine Buchse für den Fußschalter findet man ebenfalls, die Spannungszufuhr erfolgt mittels externem Netzteil.

Fotostrecke: 4 Bilder Gain-Poti des Mikrofon-Vorverstärkers und Kopfhörerbuchse

Gut versteckt

Es muss niemand den Praxisteil dieses Tests abwarten, um folgende Aussage zu lesen: Das Gehäuse ist sich selbst ein wenig im Weg… Es kann schon verdammt friemelig sein, die Anschlüsse in diesem “Versteck” zu setzen, besonders dann, wenn viele Buchsen belegt sind, die Lichtverhältnisse schlecht sind und wenig Zeit zur Verfügung steht. Begeistert bin ich davon also nicht.

Schleifenbildung

Nicht nur auf der Frontplatte, auch im Inneren hat sich im Vergleich zum Vorgänger etwas getan. So sind etwa die Loop-Funktionen erweitert worden, bei denen jetzt nicht nur einer, sondern ganze sechs Tracks zur Verfügung stehen, welche sich schön unabhängig bearbeiten lassen. Schön sind die neue “Loop Assist”-Funktion, die eine Art Start- und Stop-Quantisierung darstellt, sowie der “Shots”-Modus, welcher das Abspielen einzelner Audios auf Tastendruck ermöglicht. Damit ist der VoiceLive Touch 2 eigentlich schon ein richtig ausgewachsener (und -gefuchster) Looper! Natürlich gibt es auch eine Metronom-Funktion.

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Wenig ist das neue viel?

Wo im Fahrzeugbau mit jeder Version alles größer und umfangreicher wird, gibt es in der neuen Version des TC Helicon VoiceLive Touch tatsächlich ein Downsizing: Es sind nur noch vier statt der wie zuvor acht Chorstimmen möglich – offenbar wurde also der Prozessor nicht relevant upgegradet und seine Leistung den neuen Funktionen zugewiesen. Allerdings wird damit wohl vor allem verhindert werden, dass sich Musiker auf der Bühne mit Stimmen “zumüllen” – denn ganz im Ernst: Zwei oder drei Chorstimmen reichen häufig vollkommen aus! Die Parametersteuerung der einzelnen Harmoniestimmen ist zwar etwas ausgedünnt, aber dafür hat auch der Ottonormal-Sänger Werte zur Hand, mit denen er etwas anfangen kann. Neben klassichen Werten wie Portamento, Level und Pan gesellt sich beispielsweise “Smooth” und “Gender”. Die Harmoniestimmen können wahlweise einer Skala zugeordnet, sich nach zu analysierenden Eingangssignalen oder MIDI-Vorgaben richten oder aber ein fixes Intervall zur Tonhöhe des Mikrofonsignals besitzen. Im letzten Modus und bei Auto-Steuerung sind bis zu 24 Halbtöne Abweichung nach unten möglich, bei Festintervall sogar zwei Oktaven nach oben – bei allen anderen Steuerungen wäre es eine.

Effekte noch und nöcher

Effekte gibt es mehr als nur eine Handvoll. Zunächst zu nennen, ist sicherlich die Effektklasse, für die TC Helcion so bekannt ist. So ist eine Tuning-Korrektur bis hin zum brutalen Hard-Pitch möglich (einem Effekt, der leider immer noch nicht ausgestorben ist). Außerdem warten im VoiceLive noch Double- und Gender-Warp-Effekte auf ihren Einsatz, besonders Interessant scheint auch der “Transducer”, welcher mit separat einstellbaren High- und Low-Cut-Filtern arbeitet. Dadurch, dass auch Verzerrungen möglich sind, kann man von Old-Mike- über Telefon-, Radio- und Megaphonsounds bis hin zu Distortion-Vocals eine Menge hinbekommen, doch natürlich beherbergt das Vocal-Gerät auch Reverbs, Delays und Modulationseffekte. Neu darunter ist ein Stutterer, also ein Tremolo, welches mit sehr hoher Amplitude und Rechteckmodulation arbeitet. Wer etwas mehr Ahnung von Nachhall hat, kann in einer Advanced-Page (generell eine sehr gute Sache, Editiertiefen zu trennen!) auch Pre-Delay und dergleichen einstellen. Leider geht TC hier nicht so weit, Zugriff auf High Damp, Bass Multiply, Density und andere Werte freizugeben. Unter den Modulationseffekten findet man verschiedene Flanger, Chorus, ja sogar Rotary und Auto-Wah.

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Wert-Sachen

Die Gesamtdynamik des Gerätes liegt im Signaldurchlauf bei 109 dB, der Frequenzgang weicht innerhalb der üblichen Grenzen von 20 Hz bis 20 kHz nur um 0,3 dB ab. Sowohl der Eingangs- als auch der Ausgangswandler arbeiten mit einer Quantisierung von 24 Bit, vollzieht seine Tätigkeiten aber mit einem Bitstream-Wandler und 128-fachem Oversampling der wahrscheinlich 44,1 oder 48 kHz betragenden Samplerate.

Kommentieren
Profilbild von Dida Zende

Dida Zende sagt:

#1 - 01.11.2016 um 09:02 Uhr

0

Hallo, ich würde gerne wissen wo die spezif. Unterschiede zu Boss RC 202 liegen ? Ich experementiere mit Voice + OP 1 + Volca + RC 202 und frage mich welches das idealere Gerät ist. Beim Voice Live hört man ja auch öfters von Abstürzen......

Profilbild von Franz Laemmlin

Franz Laemmlin sagt:

#2 - 12.03.2024 um 19:24 Uhr

0

Hallo, ist der TC Helicon " Voice Live Touch 2" noch lieferbar? VG. Franz Lämmlin

    Profilbild von Nick Mavridis

    Nick Mavridis sagt:

    #2.1 - 13.03.2024 um 08:28 Uhr

    0

    Hallo, nein, das Gerät haben wir 2013 getestet, die Produktzyklen sind bei diesem Typ meist eher kurz. Von TC Helicon und anderen Herstellern findest Du hier bei bonedo einige Reviews, zum Beispiel den https://www.bonedo.de/artikel/tc-helicon-perform-v-test/ – dieser ist sogar noch erhältlich, obwohl von 2016. Allerdings ist die Kiste etwas einfacher gehalten, so wie ich das jetzt auf die Schnelle sehe. Soll es unbedingt der VL Touch 2 sein, gibt vielleicht auch der Gebrauchtmarkt etwas her. Beste Grüße Nick Mavridis (Redaktion Recording)

    Antwort auf #2 von Franz Laemmlin

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