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Superlux HD 381 Test

Praxis

Phones wie die Superlux HD 381 einzusetzen, ist kein großes Unterfangen. Vielleicht muss man eine andere Größe des Silikonaufsatzes wählen, das ist davon abhängig, wo der Korpus des Hörers im Außenohr platziert werden kann und an welcher Stelle im Gehörgang das Abdichten stattfinden soll – der Gehörgang ist schließlich keine einfache, zylindrische Röhre, sondern in sich ein wenig verdreht. Mit meinen Ohren war es gar nicht so einfach: Der runde Teller des Korpus sitzt mit seiner Form immer recht wackelig im Außenohr, bei Bewegungen schlackert er schnell hin und her – hier sind “anatomisch geformte” Teile deutlich von Vorteil, selbst dann, wenn sie nicht individuell angefertigt wurden. Im Resultat war es mir trotz langen Ausprobierens nicht möglich, einen dauerhaft guten Sitz zu erzielen. Bei Kiefer- und Kopfbewegungen ist das Trommelfell immer mal wieder direkt zugänglich, was zu eine starken Veränderung im Klangbild und vor allem einem Zusammenbruch der Basswiedergabe führt. Ein Set Ohrpassteile mit Lamellen und eines mit Schaumstoff hätte hier vielleicht einiges gerettet, aber es ist doch besonders die Hörerform, die ausschlaggebend ist. 

Die Hörer werden in manchen Ohren nicht so gut sitzen.
Die Hörer werden in manchen Ohren nicht so gut sitzen.

Sitzen die Superlux jedoch korrekt, kann man den Klang natürlich beurteilen und mit anderen Systemen vergleichen. Ich bleibe zunächst beim Bass: Ein wirklich aufgeräumtes Tiefbassfundament wird man nicht erwarten – es ist auch nicht da. Besonders unterhalb von 60, 70 Hz wird es sehr schnell mau mit der Übertragung. Zum Monitoring von Tonhöhen reicht das auch bei tieferen Instrumenten meist aus, aber das Pfund einer Bassdrum oder die Grundtöne eines tiefen Basses wird man nicht so erleben wie man das gerne hätte. Auf der hübschen Displayverpackung des HD 381 ist “Rich Bass” zu lesen. Das ist prinzipiell nicht verkehrt, dann bis etwa 150 – 200 Hz sind die Hörer recht großzügig. Allerdings ist der Bass recht boomy, also resonierend, unecht und etwas verwaschen. Zu den meisten gut abschließenden Zweiwegesystemen liegen hier Welten. In Bezug auf den Bass sind die Superlux-Phones ganz eindeutig HiFi-Hörer, dem MP3-Hörer in der U-Bahn werden die Superlux sicher Spaß machen. Dazu passt dann allerdings nicht der Packungsaufdruck, der von “On stage”-Sound redet.

In den Mitten geht es nicht deutlich besser weiter als im Bass: Generell überbetont, wirkt dieses Frequenzband etwas dengelig und topfig und in jedem Fall unausgewogen. Besonders im Bereich zwischen 1 und 5 kHz wird es beim Monitoringeinsatz schwer, den verschiedenen Signalen der Kopfhörermischung zu folgen. Schnell ist eine Snare oder ein S-Laut des Sängers zu scharf, genauso schnell geht mal ein Attack einer Gitarre fast unter. Um als Trommler den Klick auf’s Ohr zu bekommen, reicht das klanglich natürlich dicke, aber da gegen spricht ja wiederum das Handling.

Belegt und geradezu antriebslos bewegen sich die obersten Frequenzen Richtung Trommelfell. Sparkle, Frische oder Luftigkeit sind hier definitiv nicht vorhanden. Dazu passt, dass das Signal auch dynamisch schwach ist: Zwar sind sie weder besonders rauschend noch neigen sie besonders früh zum Zerren, doch wirkt der Klang matt, leblos und eindimensional. Es ist gut wahrnehmbar, dass die HD 381 komprimieren, aber das ist ein bekanntes Phänomen sehr preiswerter Treiber. Das Stereobild leidet ebenfalls, aber zum Glück ist die Ortungsschärfe im Monitoringbetrieb nicht der wichtigste Qualitätsfaktor (…wie Links-Rechts-Toleranz übrigens auch: Einer der Hörer klingt in den oberen Mitten deutlich anders…). 

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