RANE System ONE DJ-System Test

RANE ist immer für eine Überraschung gut, so auch bei der diesjährigen NAMM-Show mit dem System ONE, der als weltweit erster Standalone-DJ-Controller mit rotierenden Jogwheels gefeiert wurde. Der Zweikanäler vereint die Tugenden von RANEs Spitzenmodelle Performer und ONE MKII, verzichtet allerdings auf externe Anbindungen von Plattenspielern und CDJs. Stattdessen konzentriert sich das System lieber kompromisslos auf digitales DJing vom USB-Stick, der Festplatte oder via Streaming und ist damit auch unabhängig von einem Laptop. In diesem robusten Koloss versteckt sich zudem eine üppige Effekt-Suite sowie ein 7-Zoll großes Touch-Display, das alle wichtigen Infos übersichtlich darstellt und intuitiv zum Navigieren einlädt. 

Die Ersparnis eines Laptops und der damit einhergehende Standalone-Betrieb schlägt allerdings mit 2499,- Euro ordentlich zu Buche. Im Vergleich zu anderen All-in-one-Controllern kein Pappenstiel, da diese auch bereits für die gute Hälfte über den Ladentisch gehen. Entsprechend bin ich neugierig, ob sich eine Anschaffung des RANE System ONE tatsächlich lohnt. 

Der All-in-one-DJ-Controller RANE System One im Test / Review
Unser Fazit:
4,5 / 5
Pro
  • sehr hochwertige Verarbeitung und durchdachter Workflow
  • All-in-one- und Standalone-Betrieb
  • sehr guter Klang
  • Musikverwaltung per USB-Stick, SD-Card, Festplatte sowie Bluetooth und WiFi
  • hochauflösendes 7-Zoll Touch-Display mit flüssiger Darstellung
  • motorisierte High Torque 7-Zoll-Jogwheels
  • MAG FOUR Crossfader mit einstellbarer Kurve und Spannungsstellschraube und verschleißfreie PRECISION FEEL Line-Fader
  • Performance-Pads mit Displays ausgestattet
  • 25 On-Board-Effekte plus Fader- und Touch-FX
  • Lichtsteuerung
Contra
  • keine Inputs für CDJs und Plattenspieler
Artikelbild
RANE System ONE DJ-System Test
Für 2.498,00€ bei

RANE System ONE – das Wichtigste in Kürze

  • Standalone-DJ-Controller mit motorisierten High-Torque-7-Zoll-Jogwheels 
  • 7-Zoll Touch-Display mit Musikverwaltung durch Engine DJ 
  • OmniSource-Architektur: Kompatibel mit USB-Stick, optionaler Festplatte und SD-Card sowie Streaming per WiFi und Bluetooth
  • dedizierte Stems-Sektion
  • PRECISION FEEL-Line-Fader und MAG FOUR-Crossfader
  • 25 On-Board-Effekte plus Sweep-, Fader- und Touch-FX
  • parametrischer 10-Band-EQ am Main-Output
  • Lighting-Control 

Was gehört zum Lieferumfang des RANE System ONE ?

Dass der RANE System ONE als wahres Flaggschiff gilt, beweisen seine üppigen Maße von 737 x 403 x 145 mm (Breite x Tiefe x Höhe), womit das System etwas schmaler, aber dafür deutlich höher als der RANE Performer ausfällt. Im Karton liegen neben dem Controller die beiden Acryl-Auflagen samt Slipmats für die Jogwheels sowie ein Netz- und USB-Kabel, die Schnellstart-Anleitung, ein Satz Aufkleber und eine Tube Fader-Öl.

Wie ist der RANE System ONE verarbeitet?

Wie jedes RANE-Gerät wurde auch bei diesem DJ-Controller sämtliche Technik in einem äußerst robusten und massiven Metall-Chassis mit mattem, recht katzresistentem Finish verbaut, wodurch er auch wuchtige 13,4 kg auf die Waage bringt. 

Dank des großzügigen Top-Panels behält man bei den etlichen Funktionen nicht nur die Übersicht, sondern es unterstützt auch einen ergonomischen und intuitiven Workflow. Die Regler der Mixer-Sektion mit ihrem gedämpften Drehverhalten bieten genügend Fingerfreiheit zu den Nachbarn. Die geriffelten Kappen bestehen aus Hartgummi, sind damit sehr griffig und mit ihrer weißen Oberseite auch im Dunkeln auffällig.

Eine Fader-Sektion fast für die Ewigkeit

Wie beim ONE MKII und Performer setzt RANE auf 40 mm lange, sehr leicht gleitende PRECISION FEEL Line-Fader und einen MAG FOUR Crossfader, allesamt verschleißfrei. Sie können gehamstert (Reverse-Mode), hinsichtlich ihrer Kurve stufenlos und auch vom Gleitwiderstand (beim Crossfader mit der Tension-Schraube an der Front, bei den Channel-Fadern unter dem abgeschraubten Faceplate) angepasst werden. 

Die achtgliedrigen LED-Level für die beiden Kanäle und das Stereo-Master-Signal sind von den Fadern umzingelt. Ergänzt wird die Mixer-Sektion von jeweils einem Gain-Regler und drei EQ-Knobs für Bass, Mitten und Höhen, die auch wahlweise das Stem-Level der Drums, Melody und Vocals regulieren.  Aus Platzgründen verbannt RANE die Regler für Master und Booth in die oberen rechten Ecken der Decks.

Welche Effekte biete der RANE System ONE?

Oberhalb der Fader gibt sich die FX-Einheit mit den robusten ikonischen FX-Hebeln aus Alu die Ehre, um wahlweise einen der sechs Preset-FX (Echo, Reverb, Recycle, Pitch On, Rise, und Echo Out) der insgesamt 25 On-Board-Effekte zu aktivieren. 

Wichtige Parameter passe ich mit dem Rotary Encoder an. Die BPM und Beats werden mit dem vertikal und horizontal arbeitenden Joystick getippt. Zwischen diesen beiden befindet sich der FX-Intensitätsregler. Die Effektsektion hat aber noch mehr zu bieten.

Da wäre zunächst die fünf Sweep FX-Regler: 

  • Filter
  • Noise 
  • Wash 
  • Reverb  
  • Dub Echo 

Dazu kommen vier Fader-FX:

  • Fader Echo 
  • Shutter Verb 
  • Echo Down 
  • Reverb Down

... und letztlich dank dem Display satte zehn Touch-FX:

  • LFO Echo 
  • Noise Gate 
  • Filter Roll
  • Filter Reverb
  • Filter Echo
  • Flanger, 
  • Filter Dub Echo 
  • LFO Filter 
  • Filter Gate 
  • Filter

Allesamt können mit den anderen Effekten kombiniert werden. 

Großes hochauflösendes Touch-Display für neue Optionen

Die obere Hälfte der Mischeinheit bestimmt das 7-Zoll große Touch-Display, um sich beim Workflow völlig von einem angeschlossenen Laptop nebst DJ-Software zu lösen. Vor allem für das Scrollen in der Library, um Tracks zu suchen und in die Decks zu laden, ist das Display unabdingbar. Neben den obligatorischen Track-Infos visualisiert es die Wellenformen.

Dank EngineDJ vom Medium unabhängige Zuspielung

EngineDJ, ein Betriebssystem, das sich bereits in Denon DJ-Controllern etablierte, verwaltet die auf USB-Sticks, Festplatte, SD-Card gespeicherte oder direkt von Spotify, Apple Music, Beatport, Tidal oder Amazon Music per WiFi oder Bluetooth gestreamte Musik.

Mit den Buttons Source/Browse und Menü kann ich zwischen den Medien on the fly beim Auflegen wechseln. Wer dennoch lieber vom Laptop nebst DJ-Software wie Serato DJ Pro auflegt, auch hierfür ist das System ONE vorbereitet und schaltet dank beinhalteter Lizenz die Vollversion nicht nur frei, sondern funktioniert auch plug’n‘play.

Etablierte motorisierte „Plattenteller“ 

RANE System ONE ist nicht nur der erste All-in-one-Controller von RANE, sondern mit den bereits im ONE verbauten motorisierten 7,2 Zoll großen Jogwheels in Plattenteller-Optik auch der erste generell seiner Art. Auch wenn man den Stroboskopspiegeln an den Tellern und der Rillenstruktur der draufliegenden Arcyl-Platten zunächst nur einen optischen Bezug zum Plattenspieler unterstellt, sorgen sie vor allem für besseren Grip beim Pitch-Bending am Jog-Wheel-Rand und beim Droppen der „Platte“. Für den perfekten Dreh der Platte wird wie bei richtigen Turntables eine Slipmat dazwischen gelegt.

Je nachdem, wie schnell der Start der Jogwheels sein darf, stellt man das Drehmoment auf low und high im Menü ein. Gleiches gilt auch für das Stoppen per Brake, das über einen Drehknopf angepasst wird. Selbst an die umschaltbare Umdrehungsgeschwindigkeit wurde gedacht: wahlweise 33 oder 45 Umdrehungen pro Minute.

Wer sich auch beim Beatmatching lieber traditionell auf den Pitch-Control verlässt, mit dem 10 cm langen Fader, der in der Null-Position leicht einrastet, geht es wie gewohnt von der Hand. 

RANE System ONE DJ-System Test

Weitere Ausstattungsmerkmale der Decks

Die Transport-Sektion mit ihrer vom Hub leicht einsenkenden Start/Stop-Taste, sowohl die schmal ausfallende Cue- und Sync-Taste wurden vom Performer übernommen. Auch die Performance-Pads nahmen das Geschwistermodell als Vorbild. Entsprechend profitiert von der System ONE von 27×20 mm großen farbig illuminierten und anschlagsdynamischen Pads und den vier monochromen Displays für die Anzeige der Namen beziehungsweise zeitlichen Position der Hotcues, die Roll-Länge, die Samples sowie die STEMS-Spur. Die Pads unterwerfen sich lediglich sechs Modi, wahlweise Hotcue, Roll, Loop, Sampler und STEMS in ihrer ersten Ebene, dazu Slicer in der zweiten.

Zu den weiteren Besonderheiten der beiden Decks zählen dedizierte Sektionen für Stems, zum Extrahieren der Acapella und des Instrumental, für Loops und Beat Jumps. Auch den Censor-/Silent Cue- und Reverse gönnt RANE eine Taste. Ebenso der Aufnahmefunktion, Quantize und Mixer/EQ (Mixer-Settings). Als letzte Neuerung zieht noch die Sektion für drei abrufbare Playlisten ein.   

Die Frontseite des RANE System ONE

Die Vorderseite definiert sich durch die Level-, Bass- und Höhenregler für die zwei anschließbaren Mikrofone nebst Ein- und Ausschalter und einem zuschaltbaren in der Intensität regelbaren Effekt. Mikrofon 1 trumpft sogar noch mit einem Talkover auf. 

In der Mitte unterhalb der Fader schließt sich deren stufenlose Kurvenanpassung und Reverse an. Über die Tension-Schraube stelle ich den Gleitwiderstand des Crossfaders nach meiner Vorstellung ein. Rechts knüpfen die Level-Regler für Sampler und Bluetooth/Aux wie auch für den über die große oder kleine Klinkenbuchse angeschlossenen Kopfhörer an. Den individuellen Hörgewohnheiten entsprechend erlaubt der Kopfhörerausgang eine getrennte Master- und Cue-Signalwiedergabe auf den beiden Kapseln (Split) oder ein stufenlos mischbares Signal (Mix).

Die Frontseite des RANE System ONE

Welche Anschlüsse bietet der RANE System ONE?

Der RANE System ONE wird mit der völligen Freiheit bei der Wahl der Medien beworben. Demzufolge reihen sich beim Backpanel zwei Slots für USB-Sticks, wahlweise USB B- und USB-C-Port, SD-Card, ein weiterer USB-C-Slot für den Laptop aneinander. Der Anschluss für die optionale Festplatte versteckt sich am Boden des Gerätes. 

Zur beatsynchronen Lichtsteuerung, auch über Touch-Display möglich, kann der Controller per mit dem dafür reservierten USB-Port und einem erforderlichen optionalen SoundSwitch-Interface verbunden werden. Zudem verbindet sich der RANE System ONE über Bluetooth 5.4 mit Externa, um einerseits Musik auf den Bluetooth-Kanal zu legen, aber auch Hardware wie eine Tastatur anzuschließen.

Die analogen Anschlüsse erweisen sich als einziger Haken des System ONE. Schließlich bietet er als weitere Inputs nur zwei RCA-Buchsen für eine Line-Quelle und zwei Kombi-Buchsen für die Mikrofone. 

Daher ist nicht alles All-in-one und völlig Standalone, denn wer die Mixer-Einheit zum Auflegen mit zwei externen Quellen wie CDJs oder Schallplattenspielern nutzen möchte, wird enttäuscht. Auch der Back2back-Betrieb mit zwei Laptops ist ausgeschlossen.  

Den professionellen Einsatz im Club oder auf dem Event unterstreichen wiederum die Master-Ausgänge über XLR- und Cinch-Buchsen, die wahlweise auch auf Mono schaltbar sind, und die beiden Monitor-Klinken-Outputs. Der Netzschalter und der Kaltgerätekabelanschluss vervollständigen das Backpanel.


Der RANE System ONE im Praxischeck

Nach dem ersten Hochfahren melde ich mich zunächst per WiFi mit dem lokalen Netzwerk an, um eventuell erforderliche Software-Updates herunterzuladen. Im Anschluss erfolgt die Registrierung bei EngineDJ, am besten scannt ihr den QR-Code mit eurem Handy, um euer Profil anzulegen. Dies ist auch beim Streaming erforderlich, um die Meta-Daten der Songs zu prüfen beziehungsweise zu laden. 

Wem USB-Sticks oder SD-Card zu wenig Speicher für Musikverwaltung besitzen, der montiert in den Slot an der Unterseite eine 2,5-Zoll SATA 3.0-Festplatte, wobei RANE für eine flotte Performance eine SSD empfiehlt.

Für den Spielbetrieb montiere ich noch die einzeln verpackten „Plattenteller“ in den Dorn der Mulden. Obendrauf die beigelegte Slipmat und Acryl-Platte, fertig ist der „Lack“.

Musikvorbereitung mit dem RANE System ONE

Das Befüttern der USB-Sticks, der SD-Card oder der Festplatte erfolgt über einen Computer mit installierter EngineDJ-Software. Auch von Serato DJ Pro, Apple Music, Traktor oder rekordbox kann deren Library selektiert oder komplett einschließlich Crates, Hot Cues, Loops etc. per Import-Assistenten übernommen werden. 

In EngineDJ werden anschließend alle auf Hardware gespeicherten oder gestreamten Tracks verwaltet und bearbeitet. Um Stems zu nutzen, müssen diese allerdings vorher gerendert werden. Das Beatgrid-Editing erledige ich entweder vorher in der App auf dem Laptop oder auf dem System ONE mit den doppelt belegten Navigations-Encoder und -Buttons.

Welchen Vorteil bietet das Display des RANE System ONE?

Dank des 7-Zoll großen Touchscreens und der Scroll-Encoder ist das Navigieren in der übersichtlichen Library total easy. Auf eine Hardware-Tastatur lässt sich bedenkenlos verzichten, denn beim Suchen ploppt eine große und extrem schnell reagierende Tastatur im Display auf. 

Zwischen den Medien lässt sich hin und her switchen, ohne den Überblick zu verlieren. Das Layout ist in drei Ansichten im Setup einstellbar. Als besonders praktisch erweist sich der Splitscreen aus Wellenform und Library. 

Euphorisch muss ich mich über die Auflösung und deren flüssige Darstellung einschließlich der laufenden Wellenformen äußern. Da ruckelt nichts und sieht einfach fantastisch aus!

Spontanes Needle-Search in der Wellenform oder um den laufenden Wellenformausschnitt zu zoomen, erledige ich über die Touch-Funktion des Displays. 

Lässt sich beim RANE System ONE Medien-übergreifend performen?

Der System ONE besitzt zwar keinen zweiten Laptop-Anschluss, aber back2back kann ich trotzdem auflegen. Denn beide Decks greifen dank einer OmniSource-Architektur auf unterschiedliche Medien gleichzeitig zu. Also, wenn ich beim linken Deck von Festplatte interagiere, kann ich beim rechten von SD-Card oder vom USB-Stick spielen. 

Die Bluetooth-Schnittstelle funktioniert dual, sowohl als Audio-In- und -Output und zum Anschließen von Hardware wie eine Laptop-Tastatur. Meine drei gebräuchlichsten Playlists speichere ich auf den dafür reservierten Buttons ab, um sie schnell abzurufen. Auch das kreative Zusammenspiel mit anderen Apps und Tools durch Ableton Link wird vom System ONE unterstützt.

Die Verarbeitung: eine Maschine

Egal, was RANE auf den Markt bringt, man kann sich immer seiner hochwertigen und robusten Verarbeitung sicher sein. Da wurde noch nie aus Kostengründen an dem Metall-Chassis mit seinem recht kratzunempfindlichen matten Finish gespart, so auch nicht beim System ONE.  

Zum Schutz der Bedienungselemente an der Front verzichtet RANE auch nicht auf die Abstandshalter aus Gummi. Haptisch spielt der System ONE in der obersten Liga. Sämtliche Knobs sind griffig, die großflächigen anschlagsdynamischen und mit einem leichten Hub reagierenden Pads gehorchen ad hoc und laden damit zum Finger-Drumming ein.

Die Mischsektion kokettiert mit dem verschleißfreien MAG FOUR Crossfader, der je nach eingestellter Spannung an der Stellschraube eher gedämpft oder federleicht über seine Bahn gleitet. Gleiches gilt auch für die PRECISION FEEL Channel-Fader, die ebenfalls vom Gleitwiderstand regelbar sind – allerdings unter der Faceplate. 

Rotierende Jogwheels als Alleinstellungsmerkmal

Dass RANE ihre DJ-Controller gern mit den ikonischen 7-Zoll-Jogwheels in Plattenteller-Optik ausstaffieren, ist mittlerweile ein alter Hut. Aber mit dem System ONE zaubern sie den ersten komplett ohne DJ-Software auskommenden Controller mit besagten Tellern aus diesem. Dabei geht man auf Nummer sicher und verlässt sich auf die Erfahrungen des ONE/ONE MKII, von dem sie 1:1 übernommen wurden.

Das Drehmoment lässt sich zwischen low und high über das Menü einstellen. Wer zum zügigen Start des Tellers einen flotten Spin der Acryl-Platte voraussetzt, der kann sich auf die beigelegten Slipmats verlassen. Die Skills gelingen wie mit einem Turntable. Zudem klingt der Wind-Down-Effekt dank einstellbare Stopp-Zeit/Brake) auch authentisch.  

Auflegen mit der geballten Effektladung des RANE System ONE

Als All-in-one-Controller sind On-Board-Effekte in meinen Augen eine Pflicht. Das System ONE kleckert dabei nicht, sondern er klotzt mit seinen 25 Hardware-Effekten. Die sechs beliebtesten sind auf Pads gespeichert und gegen weitere austauschbar, die sehr übersichtlich im Display in einer Ansicht gelistet sind. Sämtliche Paramatereinstellungen können abgespeichert und abgerufen werden.

Gegenüber anderen Controllern nahm RANE eine Anpassung beziehungsweise Erweiterung der Auswahl vor. In Kombination mit den fünf wählbaren Sweep-Effekt-Knobs gelingen spannende Kombinationen für modulierte energiegeladene Build-Ups.

Die Effektsektion profitiert in mehrfacher Hinsicht vom Display, zum einen bei der Anzeige sämtlicher Parameter, das den Workflow erleichtert. Zum anderen kommen die zehn Touch-FX ins Spiel, die über das Display moduliert werden. 

Kein Schnickschnack, sondern ein praktisches Feature sind die Fader-FX, die mit der Bewegung der Channelfader oder des Crossfaders vor allem Blenden effektvoll beenden. 

Welche Qualität haben die Performance-Pads des DJ-Systems?

Auch bei den Performance-Pads erfindet RANE das Rad nicht neu, sondern übernimmt die Matrix mit ihren sechzehn großflächigen, rechteckigen und vom Hub etwas nachgebenden Pads vom Performer. Ergo, auch dieser Controller profitiert von den monochromen Displays, die den aktiven Modus und wichtige Infos anzeigen.

Auf eine üppige Doppel- oder Dreifachbelegung der Pads verzichtet RANE, da etliche Modi durch das Display und dedizierte Sektionen nicht erforderlich sind. Ein besonderer Clue: Bei den Loop Rolls wird die Wellenform gesplittet, man sieht in der linken Hälfte den weiterlaufenden Track und rechts den Loop. RANE spendiert für den Sampler etliche Sounds, die abgefeuert werden können.

Stems-Sektion mit Stems-Level

Stems lassen sich beim RANE System ONE in dreifacher Hinsicht extrahieren. Zunächst über die Performance-Pads, wie man es bereits von allen anderen DJ-Controllern kennt. Auch die dedizierte Stems-Sektion für Acapella und Instrumental ist etabliert. Allerdings können jetzt per Shift oder im Menü ein Echo-Out-Effekt auf diese beiden Tasten gelegt werden, damit sich die ausgeblendete Spur etwas sanfter verabschiedet. Auch die drei EQ-Knobs faden wahlweise die Drums, Melody und Vocals. Ein vierter Knob für den Bass-Stem fehlt allerdings.

Parametrischer Equalizer für optimale Signalausgabe

Der System ONE verarbeitet die Signale per Cirrus Logic 24 Bit PCM-Soundkarte samt Sampling-Frequenz von 44,1 kHz und einem 32 Bit-DSP mit Floating Point und Double Precision. 

Der an sich fette und detaillierte Sound bekommt mit seinem digitalen parametrischen Equalizer im Menü einen Extra-Boost, um vielleicht kleinere klangliche Schwachstellen einer PA oder des Booth zu kompensieren. Das gleiche Menü gewährt auch mehr Headroom bei der Audioausgabe und die Umstellung des Main-VU-Meter zu Pre- auf Post-Audio.

Die Mikrofoneingänge sind für professionelle Moderationen geeignet

Die beiden Mikrofoneingänge gewährleisten mit ihrer Tiefen- und Höhenregelung den gewünschten Klang samt herausragender Sprachverständlichkeit. In den Settings lässt sich die Rückkopplungsunterdrückung aktvieren. Das Talkover ist nur dem ersten Kanal gegönnt, das individuell je nach eingestellter Empfindlichkeit reagiert. Zudem können wahlweise Echo und Reverb hinzugemischt werden. 

Integriertes SoundSwitch und Lighting-Control  

RANE System ONE verbindet sich kabellos mit Philips Hue und Nanoleaf Smart-Beleuchtung für dynamische, automatisierte und von den Aktionen abhängige Lichteffekte zum Beispiel beim Streaming von zu Hause. Professionelleren Ansprüchen wird die DMX-Schnittstelle via optionalen SoundSwitchMicro-Interface oder Control One gerecht.   

Was sind die Alternativen zum RANE System ONE?

Mit den motorisierten Jogwheels und weiteren überzeugenden Features sucht der RANE System ONE als All-in-one-Controller seines Gleichen. Dennoch sind ihm weitere Konsolen dicht auf den Fersen. 


RANE System ONEAlphaTheta XDJ-AZDenon DJ Prime 4+
Kanäle224
MedienUSB-Stick, SD-Card, HD, Serato DJ Pro, djay, Bluetooth, StreamingUSB-Stick,  HD, Serato DJ Pro, rekordbox, Bluetooth, StreamingUSB-Stick, SD-Card, HD, Serato DJ Pro, djay, Streaming
Analoge Audio-Inputs124
On Board-Effekte251426
Crossfader verschleißfrei und vom Gleitwiderstand einstellbar
Touch-HD-Display7-Zoll 10“10“ 
Motorisierte 7-Zoll Jogwheels janeinneun
Mikrofon222
Preis2499,- Euro3399,- Euro2759,- Euro

Fazit zum RANE System ONE Test

RANE System ONE ist ein zweikanaliger All-in-one-DJ-Controller, der vollständig ohne Laptop auskommt und als einziger motorisierte 7-Zoll-Jog-Wheels im Plattenteller-Stil besitzt. Musik wird über USB-Stick, SD-Karte, interne Festplatte oder Streaming via EngineDJ verwaltet und aufgelegt, dank OmniSource dies von mehreren Quellen gleichzeitig. 

Das hochauflösende 7-Zoll-Touchdisplay ermöglicht die intuitive Navigation und Effektsteuerung sowie der übersichtliche Library- und Wellenform-Darstellung. 

Zur Ausstattung gehören 25 Hardware-Effekte plus Sweep-, Fader- und Touch-FX, dedizierte Stems- und Loop-Funktionen, großflächige anschlagsdynamische Pads und verschleißfreie Fader. Selbst an eine Lichtsteuerung wurde gedacht. 

Das robuste Metallgehäuse und die professionelle Klangbearbeitung unterstreichen den professionellen Club-Anspruch. Lediglich die wenigen analogen Eingänge beschränken den Standalone-Betrieb und wäre als einziger Haken des perfekten Controllers zu nennen.

Mit seiner UVP von 2499,- Euro spricht der RANE System ONE vor allem professionelle Turntable-affine DJs, die kompromisslos Flexibilität, Zuverlässigkeit und intuitiven Workflow von einem DJ-Controller erwarten. 

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Rane System One
Rane System One
Kundenbewertung:
(2)

Features RANE System ONE

  • All-in-one Standalone-Controller
  • WiFi-Streaming
  • 7-Zoll Touch-Display
  • Engine OS
  • 2x 7,2″ motorisierte Plattenteller mit hohem Drehmoment
  • Recording: direkte Audioaufnahme auf USB-Stick, SD-Karte, Festplatte
  • Lighting-Control: Smart Lighting via Philips Hue oder Nanoleaf, steuerbar über Touch-Display oder via DMX mit SoundSwitch-Interface 
  • 5.4 Bluetooth-Streaming
  • Effektsektion mit 2 FX-Paddeln aus Metall
  • MAG FOUR Crossfader (mit einstellbarer Kurve und Tension Adjust)
  • Kanal-Fader einstellbar (Reverse schaltbar)
  • Start-/Stopp-Taste im Turntable-Stil
  • 3-Band-EQ/Stem-Level
  • Sweep-FX pro Kanal
  • Fader-FX und Touch-FX
  • 2 Mikrofoneingänge mit Klangregelung (high/low) und Effekt
  • dedizierte Stems-Control (Acapella/Instrumental)
  • 3 Playlist Hot-Buttons
  • Global Hot Buttons (Mixer/EQ, Record, Quantize)
  • Loop-Section
  • unabhängige Multi-Modus Performance Pads (pro Deck 8 anschlagsdynamische, mehrfarbig hintergrundbeleuchtete Pads)
  • Bluetooth / Aux-Volume-Regler
  • Sampler-Volume-Regler
  • Serato DJ Pro-Lizenz inklusive
  • Steckplatz für interne Festplatte 
  • Abmessungen: (B x T x H): 737 x 403 x 145 mm
  • Gewicht: 13,4 kg
  • Preis: 2499,- Euro

RANE- Website des Herstellers

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