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QSC KS118 Subwoofer TEST

Praxis

Also auf zur Party mit unserem PA-System, bestehend aus zwei Testkandidaten QSC KS118 und zur Komplettierung zweimal die passenden QSC KS12.2-Topspeaker. Das Handling der KS118 ist generell gut, das Rollen auf ebenen glatten Untergrund fast schon ein Kinderspiel. Schwierig wird es beim Heben und Tragen. Da braucht es meist zwei Personen, welche die 47 Kilo über Treppen und Schwellen wuchten. Die robusten, eingelassenen Metallgriffe verschaffen durch ihre raue Oberfläche angenehm guten Grip.
Die dicke Hülle ist sehr zu empfehlen, als Schutz und auch dank des breiten Gurts, der zusätzliche Griffmöglichkeiten schafft, um die Box beim Rollen zu navigieren.
Allerdings ist sie auch so dick und steif, dass sie sich vor Ort nicht klein zusammenfalten lässt. Zwei KS118-Hüllen lassen sich jedoch ineinanderstecken, dazu die Schutzhüllen der Top-Speaker, aber deren Aufbewahrung nimmt trotzdem Platz weg.

Die kompakte QSC-PA wartet noch gut verhüllt auf ihren Einsatz. Links der QSC KS12.2 in einer praktischen Tragetasche, rechts in einer schlichten Schutzhülle.
Die kompakte QSC-PA wartet noch gut verhüllt auf ihren Einsatz. Links der QSC KS12.2 in einer praktischen Tragetasche, rechts in einer schlichten Schutzhülle.

Auf unserer kleinen Testparty spielten eine Jazzband und ein elektronisches Duo über die QSC-PA, später dann DJs quer durch den Garten, von Drum ‘n‘ Bass bis Techno.
Beim Soundcheck probierten wir die KS12.2 Tops zuerst in schräg-aufgesteckter Position aus, wodurch sich die doch recht schweren Zwölfzoll-Fullrange-Speaker ähnlich wie bei einem Array um 7,5 Grad nach vorne lehnen. Die KS118 bringt aber soviel Gegengewicht auf die Waage, dass keine Gefahr besteht, dass der gesamte Turm umkippt.
Dennoch empfand ich den Sound mit gerade gesteckten Tops als direkter. Im Testaufbau wurde jeder Turm separat angesteuert. Arbeitet man mit nur einem Sub, werden zuerst beide Stereoausgänge des Mischpults in den KS118 geführt und dann über die Ausgänge an die Tops weitergeleitet.

Fotostrecke: 3 Bilder Startklar: Die QSC-PA, bestehend aus zwei KS118 und zwei KS12.2, wartet auf ihren Einsatz.
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Einstellungssache

Die Einstellmöglichkeiten des DSPs geben Aufschluss über die weiteren Funktionen des neuen QSC-Subs. Die Crossover-Frequenz der Frequenzweiche kann entweder auf 80 Hz oder auf 100 Hz eingestellt werden. Letztere Frequenz beinhaltet im Display den Zusatz „K-KW-KLA“, ein Hinweis auf die entsprechenden Produktserien, mit deren Tops die KS118 dann kompatibel geschaltet werden kann.
Als nächster Menüpunkt kann das Ausgabesignal des KS118 um bis zu 100 Millisekunden verzögert werden, um den Abstand mehrerer Subs in einer größeren Installation auszugleichen. Praktischerweise wird nicht nur der Delay-Wert angezeigt, sondern ebenso die Distanz in Feet und Metern. 100 Millisekunden entsprechen einem Abstand von 34,3 Metern.
Es folgen Einstellmöglichkeiten für den DEEP-Modus (ein/aus) und den Cardioid-Modus. Im letzteren kann zusätzlich gewählt werden, ob die jeweilige Box nach vorne oder nach hinten abstrahlt.
Während ein Subwoofer normalerweise mit Kugelcharakteristik abstrahlt, weißt ein Cardioid-Setup eine gerichtete Schallabstrahlung mit Nierencharakteristik auf.
Weil der nach hinten abstrahlende Subwoofer mit verkehrter Phase arbeitet, wird der Schall nach hinten zum größten Teil unterdrückt und zur Seite reduziert. Der Hauptanteil des Klangs wird satt nach vorne geleitet. Resultat: mehr Bass auf dem Dancefloor, weniger Erschütterungen auf der Bühne, kein Stress mit den Nachbarn.
In den weiteren Settings lassen sich noch fünf User-Scenes abspeichern und aufrufen, der Kontrast des Displays einstellen und ob die blauen Power-LEDs vorne, hinten oder komplett abgeschaltet werden sollen. Final wird noch ein Factory Reset angeboten.

Fotostrecke: 6 Bilder Das Anschluss-und-Bedienpanel des QSC KS118 Subwoofers
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DEEP-Mode

Dieser Modus spendiert dem KS118 noch tiefere Frequenzen, optimal für basslastige elektronische Musik, jedoch auf Kosten der Lautstärke (ca. 3 dB weniger Output). Allerdings kann der Bass gerade in problematischen Räumen mit dem DEEP-Modus schwammig ausfallen. Man sollte also beim Soundcheck abwägen, ob eine noch tiefere Basswiedergabe Vorteile bringt oder ob der Bassbereich ohne DEEP-Aktivierung knackiger ausfallen kann. Wir haben uns im Praxistest in einem eher harten Raum mit Kacheln an den Wänden und dem Fokus auf eine Liveband letztlich gegen den DEEP-Modus entschieden und waren trotzdem hellauf begeistert von der Power im Bassbereich.

Unterschiede zum QSC KW181

Der KS118 hat mit seinem 3600-W-Class D-Verstärker fast die doppelte Spitzenleistung (1800 W + 1800 W überbrückt) als der KW181 mit maximal 2000 Watt. Obwohl der KW181 mit 135 dB SPL auf dem Papier nur um ein dB leiser ist als sein Nachfolger, bietet der KS118 durch seinen großzügigen Headroom signifikant mehr Schalldruck und einen noch tieferen Frequenzgang, ohne an seine Leistungsgrenzen zu kommen. Der DSP bietet mehr Einstellmöglichkeiten (Cardioid-Betrieb) und verbesserten Überlastungsschutz. Schließlich hat die Rückseite des Frontgrills ein Abdecktuch für ein sauberes und professionelles Aussehen und der KS118 kann sowohl horizontal als auch vertikal eingesetzt werden. 
Die Handgriffe sind parallel zu den Rollen montiert. Das ist gut zum Fahren des Kabinetts, aber aufgrund des hohen Gewichts nur suboptimal beim Handling, wenn es auf den Gummifüßen mit den Rollen nach hinten steht. Beim Vorgänger KW181 waren sie noch senkrecht zu den Rollen ins Gehäuse eingelassen, sodass der Sub beim schnellen Umstellen einfacher zu tragen ist, wenn auch stets zu zweit. Sehr schön wären weitere Griffe gewesen, um die Box in allen Situationen gut tragen zu können. Andererseits hätte das nicht nur die äußerliche Ästhetik des KS118 beeinflusst, sondern womöglich auch die innere Akustik.
Im Übrigen kann man den KS118 gemeinsam mit dem KW181 einsetzen. Die Tonalität mag nicht exakt passen (weswegen auch von Mischkonsum in Cardioid-Setups abgeraten wird), aber die seitlichen Fußmulden des KS118 passen genau zu den Füßen des KW181, sodass der Vorgänger gut auf seinen Nachfolger gestellt werden kann. Aktuell wird der KW181 um ca. 350,00 Euro günstiger als der KS118 angeboten, aber der Neue ist schon jetzt 100,00 Euro günstiger als der ursprüngliche Preis seines Vorgängers und kann sehr viel mehr.

Fotostrecke: 4 Bilder Gute Kombination: Zwei QSC KS118 und zwei KS12.2 haben genug Power für Veranstaltungen bis zu 200 Leuten.
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Für wen ist das?

Der QSC KS181 bietet sich für alle Anwendungen an, bei denen enorm viel Basspower benötigt wird. In einem kleinen Club-Setting reichen zwei dieser Subs aus, um mehr als genug Bass für alle Formen elektronischer Tanzmusik zu generieren. Dank des Cardioid-Modus kann der Bass beim Einsatz weiterer phasenverkehrt geschalteter Boxen sehr zielgerichtet auf den Dancefloor gerichtet werden.
Mobile DJs haben mit nur einem KS181 eigentlich genug Power für die meisten Anwendungen, auch wenn das Teil mit 47 Kilo schon brutal schwer, aber dank der guten Rollen auf glattem, ebenem Boden immer noch angenehm fortzubewegen ist. Und man kommt definitiv auch mit zwei Zwölfer-Tops zurecht. Im Preissegment bis 2.000,- Euro ist der KS118 mit großer Wahrscheinlichkeit der mächtigste Subwoofer.

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