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Jackson Audio Fuzz – Modular Fuzz Test

Praxis

Getestet wird das Jackson Audio Fuzz mit Strat und PRS-Style-Gitarre über einen REVV D20, der weitestgehend clean eingestellt ist. Als Speakersimulation dient die Impulsantwort einer 4×12 Box mit Celestion Greenback Speakern.
Zur allgemeinen Handhabung ist zu sagen, dass der Modulwechsel ohne Probleme vonstattengeht und quasi selbsterklärend ist. Ist die Unterseite einmal gelöst, steht das Pedal nach wie vor auf dem gebogenen oberen Rahmen und man kann fröhlich Module wechseln und Trimmpotis drehen, ohne sich Sorgen um die Platine machen zu müssen. Nicht ganz nachvollziehbar ist die Tatsache, dass im Inneren des Gehäuses noch fast 2 cm Platz zwischen Bodenplatte und Platine frei sind, denn in seiner Gesamthöhe kommt das Modular Fuzz schon fast an ein Standard Wah-Wah heran und könnte für das eine oder andere Pedalboard-Case schon zu hoch sein.
Für den Praxistest hören wir als erstes die beiden im Lieferumfang enthaltenen Module “Modern Fuzz” und “Fuzz Classic/Vintage” und danach alle weiteren Module inklusive ihrer Extra-Optionen. Die internen Trimmpotis zur Feinjustierung des Equalizers wurden in den Werkseinstellungen belassen, um den Rahmen des Tests nicht zu sprengen. Für einen direkten Vergleich der Module empfehlen sich jeweils die Samples namens “Soundcheck”, bei denen alle Regler in der 12-Uhr-Stellung belassen wurden. Lediglich bei den beiden Classic-Modulen wurde das Fuzz-Poti stets auf das Maximum gedreht, da es in allen anderen Stellungen (ganz wie beim Fuzzface-Original) kaum zu gebrauchen ist.

Audio Samples
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Modern Fuzz Soundcheck (Strat, off/on) Modern Fuzz Fuzz-Poti: 9/13/17 Uhr (Strat) Modern Fuzz Mid. Freq: 8/11/14/17 Uhr (PRS) Modern Fuzz Clean-Up: Volume Poti Strat 10/7/5/3/1

Das Modern Fuzz orientiert sich laut Hersteller an keinem speziellen historischen Vorbild und rangiert eher auf der Grenze zwischen Fuzz und Distortion. In Verbindung mit dem parametrischen Mitten-Poti und dem Volume-Poti der Gitarre lassen sich alleine mit diesem Modul schon eine Vielzahl an Sounds aus dem Pedal kitzeln.
Das ebenfalls in der Basisversion enthaltene Classic/Vintage-Modul versteht sich eher als Vintage-Fuzz und liefert authentische Klänge im Stile des Arbiter Fuzzface mit angenehm kratzigen Höhen und einer typischen Betonung der tiefen Mitten. Mithilfe der Octave-Up-Funktion und dem Bias-Trimmpoti zur Regelung der Versorgungsspannung lässt sich die Palette der klassischen Fuzz-Sounds noch erweitern.

Audio Samples
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Fuzz Classic/Vintage Soundcheck (Strat) Fuzz Classic/Vintage + Octave Up (Strat) Fuzz Classic/Vintage Low Bias (Strat)

Das Modern Fuzz Deluxe erweitert die Features des Modern Fuzz um einen kleinen Überbrückungsstecker auf der Platine, mit dem eine Distortion- und eine Overdrive-Option abgerufen werden können. Zuerst gibt es dieses Modul mit Humbuckern, dann beleuchten wir den Regelweg von Bass- und Treble-Poti und hören schließlich die Octave-Up-Funktion in zwei verschiedenen Settings. Im letzten Sample hören wir dann die drei Optionen Fuzz, Distortion und Overdrive nacheinander.

Audio Samples
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Modern Fuzz Deluxe Soundcheck (PRS, off/on) Modern Fuzz Deluxe Bass-Poti: min/max (PRS) Modern Fuzz Deluxe Treble-Poti: min/max (PRS) Modern Fuzz Deluxe + Octave Up: Blend und Oct 12 Uhr/17 Uhr (PRS) Modern Fuzz Deluxe Clipping Modi: Fuzz/Distortion/Overdrive (PRS)
Das Jackson Audio Fuzz - Modular Fuzz glänzt mit Vielseitigkeit und authentischen Sounds.
Das Jackson Audio Fuzz – Modular Fuzz glänzt mit Vielseitigkeit und authentischen Sounds.

Die Hoffnung, dass man sich mit dem Modern Fuzz Deluxe gleich zwei weitere Pedale sparen kann, wird leider enttäuscht. Die Distortion- und Overdrive-Settings ändern zwar minimal die Zerrstruktur, sind aber keinesfalls als ein Ersatz für diese Effektgattung zu verstehen.
Das Fuzz Classic/Modern liefert, wie schon das Fuzz Classic/Vintage, klassische Fuzzface-Sounds, kommt aber mit einem deutlich stärkeren Bassbereich daher. Das sorgt für einen etwas moderneren Flavour und hat durchaus seinen Reiz. Grundsätzlich wird mit diesem Modul aber kein neuer Weg einschlagen.

Audio Samples
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Fuzz Classic/Modern Soundcheck (Strat) Fuzz Classic/Modern Low Bias (PRS)

Wenn man den bisherigen Modulen noch eine grundsätzliche Verwandtschaft nachsagen konnte, wird das Modular Fuzz mit dem Goat-Head-Modul nun ordentlich auf links gedreht. Mit Gain und Tone als Trimmpoti auf dem Platinenriegel stellt das Goat Head eine Micro-Version des Ram’s Head Big Muffdar, das lediglich bei Bedarf noch mit den Potis auf der Oberseite bearbeitet werden muss. Die Sounds sind absolut authentisch und müssten im Vergleich zum Original, wenn überhaupt, noch etwas im Mittenbereich nachgebessert werden.

Audio Samples
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Goat Head Soundcheck (PRS, off/on) Goat Head Sustain max. (Strat)

Zu guter Letzt wollen wir noch dem Fuzz Page Mark II Gehör schenken. Dieses Modul orientiert sich am ebenfalls legendären Sola Sound Tone Bender Mark II, einem der ersten Gitarreneffekte überhaupt, zu dessen prominentesten Usern Jimmy Page auf den ersten Led Zeppelin Alben gehörte. Wir hören es zuerst mit Humbuckern und danach mit einem niedrigen Bias-Setting mit Singlecoils und einer leicht hinzugemischten hohen Oktave.

Audio Samples
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Fuzz Page Mark II Soundcheck (PRS) Fuzz Page Mark II Low Bias + Octave-Up (Strat)
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