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J. Rockett Audio Designs Clockwork Echo Test

Praxis

Für den Praxis-Check werde ich das Pedal in zwei Setups anspielen.
Wir starten zunächst mit einem klassischen Monoaufbau, bei dem es vor einem clean eingestellten Fender Silverface Bassman hängt. Das Signal des Amps geht anschließend weiter an eine Universal Audio OX Box, die die Lautsprecher- und Mikrofonsimulationen übernimmt. Später spiele ich das Pedal auch noch in Stereo an und platziere es dafür im Einschleifweg eines Line 6 HX Stomp. Um das klangliche Potenzial des Geräts möglichst weit abzubilden, stehen außerdem diverse E-Gitarren bereit.
In der ersten Runde soll es zunächst um den Einfluss des Preamps vor der Vorstufe gehen. Wir hören vorab den clean eingestellten Amp pur ohne Pedal im Signalweg.
Anschließend binde ich das Clockwork Echo ins Geschehen ein und drehe den Preamp in mehreren Schritten auf. Die Gitarre meiner Wahl ist eine Telecaster.

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Soundcheck – direktes Amp-Signal Soundcheck – Einfluss Preamp

Etwa ab 12 Uhr macht sich der Einfluss des Preamps signifikant deutlich bemerkbar und verleiht dem Clean-Kanal etwas mehr Punch, was mir sehr gut gefällt. In dieser Einstellung ist der Preamp für mein Empfinden auf jeden Fall schon mal ein klarer “Always-On-Kandidat”. Dreht man das Level-Poti noch weiter auf, stellt sich im Zusammenspiel mit dem Bassman ein satter Crunch-Sound ein, der ebenfalls absolut Charme hat. Es macht also Sinn, das Pedal auch als reinen Boost vor dem Amp in Betracht zu ziehen.

Das J. Rockett Audio Designs Clockwork Echo-Pedal bietet im Vergleich zum Original ein paar hilfreiche und zeitgemäße Add-Ons.
Das J. Rockett Audio Designs Clockwork Echo-Pedal bietet im Vergleich zum Original ein paar hilfreiche und zeitgemäße Add-Ons.

Weiter gehts mit einer ersten Bestandsaufnahme zum Klangverhalten des Delays. Dafür drehe ich erst das Time-Poti in mehreren Schritten auf und wiederhole anschließend diese Prozedur mit dem Repeats-Poti. Um einen besseren Eindruck zu allen Einstellungen zu bekommen, lohnt es sich natürlich wie immer, das Video zum Test zu schauen.

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Soundcheck – Delay Time Soundcheck – Delay Repeats

Beim Einschalten des Delays bleibt das Pedal im Rauschverhalten unauffällig. Klanglich offenbart es die typischen Analogdelay-Eigenschaften, die sich in einem sehr hörbar gefärbten klanglichen Ansatz mit einer Beschneidung der Höhen im Ausklang bemerkbar machen. Steht das Repeats-Poti in etwa auf 15 Uhr, fährt das Delay außerdem in die Selbstoszillation. Wie schon erwähnt, kann das Pedal auch als Modulationseffekt genutzt werden, wenn man die Delay-Einstellungen komplett in die Nullstellung bringt. Das tue ich in den folgenden beiden Beispielen, um den Einfluss der Parameter der Modulation besser hörbar zu machen.

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Soundcheck – Modulation Depth Soundcheck – Modulation Speed Soundcheck – Modulation Mix

Wer vollmundige analoge Chorus- und Vibrato-Sounds sucht, wird hier bestens bedient. Wie sich zeigt, muss besonders die Effekttiefe (Depth) dafür nicht allzu offensiv eingestellt werden. Dreht man das Speed-Poti weiter auf, hat das Clockwork Echo auch Leslie-artige Schattierungen im Programm. Ansonsten kann man es aber natürlich auch richtig flirren und eiern lassen, was im Zusammenspiel mit dem Delay sehr reizvoll sein kann, wie wir gleich noch hören werden. Wie die letzten der drei vorangegangenen Beispiele zeigen, lässt sich über das Mix-Poti zudem bestimmen, ob der Sound mehr in Richtung Chorus oder Vibrato tendieren soll. Allerdings macht sich hier in offensiveren Einstellungen ein deutlich hörbareres Eigenrauschen bemerkbar. Außerdem wird so auch die bestehende leichte Latenz zwischen dem Eingangs- und Ausgangssignal spürbarer. Dreht man das Mix-Poti im Delay-Betrieb voll auf, wird das trockene Signal komplett aus dem Signalweg genommen (Kill dry).
Nun wird es aber endlich Zeit, ein paar Beispiele in unterschiedlichen Einstellungen zu hören. Wie zu erwarten war, produziert das Pedal wunderbar modulierte Delays in bester Deluxe-Memory-Man-Manier. Aber auch die rund wirkenden Slapback-Delays und vollen Chorus-Sounds haben es mir angetan. Die Verzerrung im Signal habe ich außerdem ausschließlich mit dem Pedal-Preamp vor der Vorstufe des Amps erzeugt. Das Delay bleibt dabei immer relativ zur Ausgabeintensität, womit stets ein ausgewogenes Mischverhältnis gewährleistet ist. Im letzten Beispiel drehe ich außerdem noch am Time-Poti, was sich im Praxisalltag auch erfreulich bequem per Expression-Pedal erledigen ließe.

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Beispiel 1 (Mono) – Tele Beispiel 2 (Mono) – SG Beispiel 3 (Mono) – ES-335 Beispiel 4 (Mono) – Strat Beispiel 5 (Mono) – Bariton

In der zweiten Runde binde ich nun den Line 6 HX Stomp Modeler ins Geschehen ein und platziere das Pedal hinter dem Amp im Signalweg. Demzufolge hat der Pedal-Preamp keinen Einfluss mehr auf das Zerrverhalten des Amp-Signals. Möchte man das Pedal in ein bestehendes Stereo-Setup einbinden, muss das Pedal mit seinem Mono-Eingang an erster Stelle liegen. Das Clockwork Echo gibt laut Herstellerinfo ein sogenanntes True-Stereo-Signal aus, bei dem eine Seite in der Phase gedreht ist. Hört man demzufolge das Signal über eine Mono-Quelle ab, löscht sich das Delay komplett aus. Ansonsten macht das Pedal auch in Stereo hinter dem Amp im Signalweg eine gute Figur, wie ihr in den letzten Beispielen hören könnt.

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Beispiel 7 (Stereo) – Strat Beispiel 8 (Stereo) – Strat Beispiel 9 (Stereo) – Bariton Beispiel 10 (Stereo) – Tele

Abschließend muss ich sagen, dass mir dieser Vertreter in einem einfachen Mono-Setup sogar fast besser gefällt. Mit der gut aufeinander abgestimmten Mischung aus Preamp, Delay und Modulation vor der Vorstufe können hier sehr ausdrucksstarke und direkt wirkende Sounds entstehen.

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