“Ich fühle mich fast schlecht, sie auszunutzen” – Private Chats von Live Nation Mitarbeitern veröffentlicht

Live Nation, das wohl größte Medienunternehmen in der Musikindustrie, sorgt erneut für kritische Schlagzeilen. Grund dafür sind neu veröffentlichte Chat-Verläufe von zwei Ticket-Managern bei Live Nation. In ihren Unterhaltungen scherzten die Mitarbeiter darüber, Konzertbesucher mit Extrakosten und Gebühren abziehen zu können.

© Wikimedia Commons. Jernej Furman

In einem aktuellen Kartellverfahren gegen Live Nation wurden die Nachrichten erstmals veröffentlicht und sorgten dabei für Empörung und Kritik. Berichten zufolge unterhielten sich die regionalen Ticket-Direktoren Ben Baker und Jeff Weinhold in privaten Chats über Ticketgebühren. Insbesondere diskutierten die beiden Manager zusätzliche Konzertkosten durch beispielsweise teure Parkplätze und VIP-Zugänge.

Die Chatverläufe

Im Jahr 2022 teilte Baker zum Beispiel die Daten zu einem Kid Rock Konzert in Tampa und schrieb dazu: “Diese Leute sind so dumm. […] Ich habe VIP-Parkplätze für bis zu 250 Dollar lol, Ich fühle mich fast schlecht, sie auszunutzen”, gefolgt von einem großgeschriebenen “BAHAHAHAHAHA.”

In einem ähnlichen Ton besprachen die beiden Manager untereinander, wie sie Parkgebühren noch weiter erhöhen könnten. Weinhold schrieb dazu, dass er reservierte Parkplätze einfach um 30$ über den Mindestpreis erhöhe. Darauf antwortete Baker, dass er bis zu 60$ Dollar für Plätze auf dem Rasen verlangen würde.

Daraufhin teilte Baker eine Tabelle, die zeigt, dass die Einnahmen von Premium-Parkplätzen von ca. 470.000$ im Jahr 2018 auf ganze 666.000$ für 2021 anstieg. Dazu ergänzte er “Wir ziehen sie blind aus, Baby – so machen wir das.” Weinhold antwortete lediglich mit einem “lol“.

Live Nation Statement

Inzwischen reagierte Live Nation bereits mit einem öffentlichen Statement. In ihrer Rechtfertigung erklärte das Unternehmen die Nachrichten und erklärten, sie hätten nichts mit den Werten von Live Nation zu tun.

“Das spiegelt absolut nicht unsere Werte oder unsere Arbeitsweise wider. Da es sich um eine private Slack-Nachricht handelte, hat die Unternehmensführung davon erst erfahren, als sie öffentlich wurde, und wird die Angelegenheit umgehend prüfen. Unser Geschäft funktioniert nur, wenn Fans großartige Erlebnisse haben. Deshalb haben wir die Gebühren an Amphitheater-Spielstätten auf 15 Prozent begrenzt und in den vergangenen 18 Monaten eine Milliarde Dollar in Veranstaltungsorte und Angebote für Fans in den USA investiert.”

In demselben Statement wurden Baker und Weinhold außerdem als lediglich “Junior-Mitarbeiter” und ein “Freund” bezeichnet. Jedoch arbeiteten beide zum Zeitpunkt der Nachrichten bereits für das Unternehmen. Mittlerweile übernahm Baker die Leitung für das Ticketing bei Venue Nation, welche für das Management zahlreicher Veranstaltungsorte verantwortlich ist. Weinhold wiederum ist momentan als Senior Director für Ticketing in der Region Washington, D.C. tätig.

Die privaten Nachrichten kamen erst durch ein aktuelles Kartellverfahren gegen Live Nation an die Öffentlichkeit. Das US-Justizministerium nutzt dabei die Chats um zu zeigen, wie das Unternehmen hohe Preise etabliert, ohne dass sie sich vor Konkurrenz fürchten müssen.

Anfang der Woche wurde überraschend eine Einigung zwischen Live Nation und dem Justizministerium bekanntgegeben, weshalb der Prozess vorerst auf Eis gelegt wurde.

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