Becken_Test_Interm_Zultan_F5
Test
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17.03.2015

Zultan F5 Becken Professional Set Test

Beckensatz

Fünf dicke Freunde

Zultan F5 – so heißt die Beckenserie, die wir in diesem bonedo Test für euch unter die Lupe nehmen. Hinter dem Markennamen Zultan steckt das Musikhaus Thomann, das, neben den in der Türkei handgefertigten F5 Becken, noch acht weitere Serien unter seinem Pseudonym im Angebot hat. Die Bandbreite reicht von leichten, „jazzigen“ Becken bis hin zu kräftigeren Vertretern, zu denen neben der bereits von uns getesteten Rock Beat Serie auch das F5 Professional Set gehört.

Das große Z ist aus der Geschichte der Beckenschmiedekunst einfach nicht wegzudenken. Schaut man einmal in das „Cymbal Book“ - die Bibel aller Beckenliebhaber - so entdeckt man dort, neben der Mutter aller Becken, der Firma Zildjian, noch viele andere, die sich offenbar von dieser immerhin bei der Namensfindung inspirieren ließen: Zilko, Zenjian, Zyn, Zymbor, um nur einige zu nennen. Sollte dieses schöne Buch aus dem Jahr 1992 jemals eine Neuauflage erfahren, so wird sich mit Zultan ein weiterer Name am Ende des Inhaltsverzeichnisses einreihen. Zu den neun Serien, die unter diesem Label vertrieben werden, gehören sehr preisgünstige Becken aus chinesischer Produktion ebenso wie in der Türkei handgefertigte Cymbals der mittleren Preisklasse. Zu Letzterer gehören die hier getesteten F5 Becken, deren Name eher an einen Rennwagen als an eine Beckenserie erinnert. Diese Serie richtet sich klar an die Liebhaber kräftiger, durchsetzungsstarker Becken, was die Assoziation zum Motorsport dann doch wieder logisch erscheinen lässt. Auffällig sind die F5 Becken mit ihren unzähligen kleinen Hämmerungsmalen und den brillant-strahlenden Oberflächen allemal, und in diesem Test gilt es herauszufinden, ob sie sich auch klanglich in den vorderen Startreihen etablieren können.

Details

Statt maschineller Perfektion: echte türkische Handarbeit

Das Zultan F5 Professional Set beinhaltet ein Paar 14 Zoll Hi-Hats, zwei Crashes in 16 und 18 Zoll, ein Ride-Becken mit 20 Zoll Durchmesser sowie eine einfache, ungepolsterte, schwarze Transporttasche. Trotz der hochglanzpolierten Oberflächen kann man bei genauerem Hinsehen unschwer erkennen, dass die F5 Becken, hergestellt von der Firma Turkish in Istanbul, von Hand bearbeitet wurden, worauf auch ein kleines Logo hinweist. Jedes der Testexemplare zeigt in der einen oder anderen Form kleine Unregelmäßigkeiten, Macken, Kerben oder ähnliches. Dies ist aber keineswegs als Kritik zu verstehen, denn das etwas rohe Erscheinungsbild ist durchaus beabsichtigt und unterstreicht die Individualität jedes einzelnen Beckens. Auffälligstes Kennzeichen der vorwiegend für Rockmusik konzipierten F5-Serie ist die glatte, hochglanzpolierte und nicht abgedrehte Oberfläche mit einem auf der ganzen Fläche verteilten Hämmerungsmuster, dessen Einschläge sowohl von oben als auch von der Unterseite ausgeführt wurden. Der Durchmesser der Hämmerungsmale beträgt etwa einen halben Zentimeter.

Mit 1070 Gramm für das Top-Becken und 1280 Gramm für das Bottom bringen die Hi-Hats ein stattliches Gewicht auf die Waage. Dabei sind sie sogar einen Zentimeter kleiner als die meisten anderen Vertreter ihrer Gattung, denn bei Zultan entsprechen 14 Zoll 35 anstatt, wie allgemein üblich, 36 Zentimetern. Durch die glatt und ebenmäßig gearbeiteten Ränder treffen die Becken beim Schließen sauber aufeinander. Das 20“ Ride, mit 50 Zentimetern Durchmesser ebenfalls einen Zentimeter kleiner als die Mehrzahl seiner Artgenossen, steht mit 2,7 Kilogramm ebenfalls gut im Futter. Es hat eine große, verhältnismäßig flache Kuppe, die klar vom Body abgesetzt ist. 

Ein sehr ähnliches Profil wie das Ride zeigen auch die beiden Crash-Becken, von denen das 1510 Gramm schwere 18 Zoll große Modell am Rand stellenweise leichte Unebenheiten sowie eine grobe Kerbe erkennen lässt. Das ist aber kein Grund zur Sorge, diese der manuellen Bearbeitung geschuldeten Aspekte haben mit Sicherheit keinerlei Einfluss auf das Klangverhalten. Mit 1120 Gramm Gewicht würde ich das 16 Zoll Crash, genau wie seinen großen Bruder, in die Medium-Kategorie einordnen. 

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