Gitarre Hersteller_Vox
Test
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22.06.2012

Vox AC4C1 Test

Röhren-Combo

Übefuchs

Es ist dieser ganz besondere Endstufensound mit den süßen harmonischen Verzerrungen, der den AC 30 weltberühmt gemacht hat. Nur wenige Gitarrenverstärker können eine vergleichbare Popularität für sich reklamieren und noch weniger haben den modernen Gitarrensound so auffällig mitgestaltet. Im stark verkleinerten AC 15 Gewand präsentiert VOX mit dem AC4C1 nun ein Pendant des Klassikers.

Eigentlich ist der AC4 aber trotz aller Ähnlichkeit keine verkleinerte Ausgabe des AC 15. Schon 1958 erblickte er als Übungsamp das Licht der Welt und wurde ursprünglich AC2 getauft. 1962 entschied man sich, den ohnehin vier Watt starken AC2 mit einigen minimalen Änderungen in der Schaltung in AC4 umzubenennen. Interessant zu erfahren, wieviel Vintage eigentlich in dem kleinen Combo steckt und ob er tatsächlich die Gene seiner berühmten Sippe geerbt hat.

DETAILS

Hinter dem Vox AC4C1 steckt ein kleiner Vollröhren-Gitarrencombo mit einer Class A Endstufenleistung von vier Watt an 16 Ohm. Wegen dieser geringen Leistungsreserven ist sein Revier nicht unbedingt der Proberaum, er fühlt sich eher als Übungsamp in heimischer Umgebung wohl. Als echter Vox-Spross bietet der AC4C1 keinerlei Extras wie Digitaleffekte oder Einschleifwege, mit deren Hilfe man den Sound irgendwie schönfärben könnte. Dafür ist er mit drei Röhren für unterschiedlichste Sättigungsgrade und Verzerrungsstufen ausgestattet. Ich habe es erst nicht glauben wollen und deshalb die Rückwand kurzerhand abgeschraubt. Aber siehe da, hier finden sich tatsächlich zwei 12AX7 und eine EL84 Röhre, die dem 10 Zöller aus dem Hause Celestion nicht nur zuarbeiten, sondern ihm auch wohlige Wärme spenden. Beatmet und gekühlt wird die Elektronik durch zwei Lüftungsgitter im ansonsten geschlossenen Gehäuse.

Vom Bespannstoff bis zur Lautsprecherbestückung haben wir es hier mit einem klassischen Vox-Amp zu tun. Auch der Schriftzug und die charakteristischen Chickenhead-Potiknöpfe verleihen dem AC4C1 den typischen Look.

Die Elektronik befindet sich in einem Blechchassis, das traditionsgemäß von oben in das Gehäuse geschraubt ist, wo auch die Bedienoberfläche leicht versenkt, aber sehr gut einsehbar zu Hause ist. Am stilechten cremefarbenen 50er-Jahre Kunststoff-Koffergriff lassen sich die neun Kilo des Combos recht bequem fortbewegen. Auf der Rückseite befindet sich neben der Euro-Netzbuchse die Anschlussmöglichkeit für eine externe Lautsprecherbox.

Wie bereits erwähnt, ist der Amp ein absoluter Purist und alle nicht vorhandenen Extras wie Effekte oder Einschleifwege schlagen sich im Preis entsprechend positiv nieder. Gesteuert wird unser Kandidat mit gerade einmal vier Potis, zu denen neben Gain und Volume auch eine Klangregelung mit Bass- und Trebelregler gehört.

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