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Test
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17.09.2019

Toontrack Decades SDX By Al Schmitt Test

Superior Drummer 3 Erweiterung

Drum-Samples mit der Handschrift von Al Schmitt!

Mit der Decades SDX bietet Toontrack eine Erweiterung für den Superior Drummer 3, die sich durch die klangliche Handschrift von Engineer-Legende Al Schmitt auszeichnet. Von einer Legende zu sprechen, rechtfertigt sich in diesem Fall schon alleine durch den Stern auf dem Hollywood Walk of Fame und die über 20 Grammy-Awards, die Mr. Albert Harry Schmitt seit dem Beginn seiner Karriere in den 1950er Jahren verliehen wurden. Sein Lebenswerk umfasst mittlerweile weit über 700 Alben, von denen 160 den Gold- und Platin-Status erreichten.

Bei einer solchen jahrzehntelangen Berufserfahrung, die sozusagen in die Steinzeit der Popmusik zurückreicht, erscheint der Titel Decades SDX durchaus passend gewählt. Im Review sehen wir, was die Library mit ihren fünf variationsreich aufgenommenen Drumsets zwischen Jazz und Rock/Pop und ihrem stolzen Umfang von knapp 100 GB zu bieten hat.

Details

Aufgenommen in den Capitol Studios

Die Capitol Studios in Los Angeles sind das bevorzugte Tonstudio von Al Schmitt, und es ist davon auszugehen, dass er die Räumlichkeiten, die Akustik und das Equipment so gut kennt wie seine Westentasche. Zur Aufnahme der Decades SDX wurde Studio B genutzt – ein 100 Quadratmeter großer Aufnahmeraum, den man ruhigen Mutes zu den weltweit am besten klingenden Räumen für Drum-Recordings zählen darf.

In Hinblick auf die verwendeten Mikrofone kamen neben Klassikern wie drei Neumann-M149ern als zentrale Raummikrofone sowie einem alten AKG D12 an der Bassdrum einige überraschend aktuelle Schallwandler zum Einsatz. So verwendete Al Schmitt beispielsweise ein Paar Audio Technica AT5045 als Overheads und Sanken-CO-100K-Kleinmembraner für zusätzliche Raumkanäle. Alle Mikrofone liefen durch die Neve-8068-Konsole der Capitol Studios. Die Samples wurden von Session-Drummer Norman Garschke eingespielt, der unter anderem auch schon für die Core-Library des Superior Drummer 3 die Stöcke schwang.

Bislang die umfangreichste aller SDX-Libraries

Mit ihrem Datenvolumen von knapp 100 GB ist die Decades SDX zum Testzeitpunk die mit Abstand umfangreichste Erweiterung für den Superior Drummer 3. Sie wird gefolgt von der Rock Foundry SDX und der Orchestral Percussion SDX, die jeweils etwa 65 GB an Festplattenspeicher in Beschlag nehmen. An die enorm umfangreiche Core-Library des Superior Drummer 3 mit ihren 230 GB reicht sie allerdings nicht heran.

Grundsätzlich gilt für die Decades SDX genauso wie für jede andere SDX-Library, dass sie alle Übersprecher jeder Trommel und jedes Beckens in jedem aufgestellten Mikrofon beinhaltet. Der Klang einer Snare-Drum wurde also nicht nur über die zugehörigen Close-Mics und Raum-Mikrofone aufgenommen, sondern beispielsweise auch über die Mikros an den Toms oder der Bassdrum. Dies sorgt für den authentischen Eindruck, als würde man mit real aufgenommenen Drum-Tracks arbeiten – mit dem kleinen Extra, dass sich der Pegel all dieser Übersprecher jeweils über einzelne kleine Mixer in allen Kanälen anpassen lässt.

Grooves und Patterns mit Schwerpunkt Jazz 

Die MIDI-Library fällt in Hinblick auf klassische Grooves recht schlank aus und bietet im Bereich Pop/Rock eine wie gewohnt in „Songs“ organisierte Auswahl einiger durchaus unkonventioneller Patterns mit Variationen und Fills. Es ist nachvollziehbar, dass hier nicht noch ein weiteres Mal die einfachen Grundbedürfnisse für Drum-Arrangements aus dem Rock/Pop-Bereich abgedeckt werden und es ist dagegen sehr zu begrüßen, dass die Library stattdessen einen Schwerpunkt auf Patterns aus dem Jazz legt, von denen es nicht nur für Sticks, sondern auch für Besen und Mallets eine stattliche Auswahl gibt.

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