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Test
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22.01.2015

Orange Crush 20 & Orange Crush 20RT Test

E-Gitarren Combo

Übe-Früchtchen

Allein der Markenname stellt klar, dass Gitarrenverstärker wie der Orange Crush 20 oder sein etwas üppiger ausgestatteter Bruder, der Orange Crush 20RT einer Amp-Familie entstammen, die neben Marshall, Vox und Fender zu den klassischen Urgesteinen auf den Rock'n Roll Bühnen dieser Welt gehört. Und wer in den Genuss der spacigen Gitarrenamps kommen möchte, der muss nicht immer tief in die Tasche greifen.

Neben den leistungsstarken und teuren Boliden der Marke bietet Orange auch im unteren Preissegment eine Reihe gut klingender Gitarrencombos, von denen wir heute zwei handliche Exemplare vorstellen, die sich besonders gut als Übungs- und Einstiegsverstärker eignen.

Details

Konzept und Aufbau

Mit den Maßen 36cm x 32cm x 19cm (B x H x T) präsentieren sich die beiden handlichen Combos als ideale Partner für den Einsatz im Wohnzimmer und für gemäßigte Proben. Mit einem Gewicht von knapp 7 kg kann man sie in einer ruhigen Minute aber auch als Hantel-Ersatz missbrauchen, um die Oberarme in Form zu bringen. Der orangefarbene Vinyl-Bezug, den das aufstrebende Unternehmen Ende der 60er Jahre ursprünglich nur aus Geldmangel verwendete, war damals völlig unmodern. Aber bis heute heben sich Orange Amps und Boxen vom sonstigen, meist in Schwarz gehaltenen Bühnenequipment optisch sehr gut ab.

Da bei unseren beiden Testkandidaten keine Röhren vor sich hinköcheln, braucht das Verstärkerteil auch keine Kühlung und das Gehäuse ist rundum geschlossen. Solche Lautsprechergehäuse bieten einen insgesamt druckvolleren Sound, weil der akustische Kurzschluss ausbleibt. Und auch in diesem Fall ist es so, dass der kleine 8-Zoll-Speaker einen etwas fetteren Sound liefert. Nach vorne ist er durch die typische kamelhaarfarbene Frontbespannung mit den dazugehörigen Logos geschützt. Schrauben, acht Schutzecken, Griff und Potiknöpfe sind schwarz und passen perfekt zur Optik der kleinen Orangenkisten. Alle Anschlüsse und elektrischen Bauteile hat man auf ein gebogenes Stahlblech vormontiert, das beim Produktionsvorgang einfach ins Gehäuse geschraubt wird. Einzig die Verbindung zum Lautsprecher muss noch mittels Steckverbindung hergestellt werden und der Combo ist spielbereit. Die beiden Verstärker sind in ihrem Grundaufbau gleich und unterscheiden sich lediglich durch zwei Features: Beide bieten zwei Kanäle mit einer gemeinsamen Dreiband-Klangregelung, wobei der Crush 20 RT einen zusätzlichen Reverb und einen Tuner mit an Bord hat. Besonders für Anfänger erübrigt sich so die Anschaffung eines separaten Stimmgerätes.

Anschlüsse und Bedienelemente

Im Gegensatz zu den Topteilen aus den Anfangszeiten des Unternehmens sitzen die Bedienelemente hier im hinteren Teil der Oberseite, so wie man es vom Vox AC 15 und seinem erfolgreichen Nachfolger, dem AC 30 kennt. Die Bedienoberfläche ist leicht versenkt angebracht, was Potis und Schalter besser vor versehentlichen Kontakten im Betrieb und beim Transport schützt. Neben der Klinkenbuchse für den Anschluss der Gitarre befindet sich der Lautstärkeregler für den cleanen Kanal. Auch mit seiner Hilfe lässt sich der Amp schon ordentlich verzerren, was allerdings beim Spielen in einer Etagenwohnung schnell zu laut werden kann, weil kein Master-Regler zur Verfügung steht. Aber zu diesem Zweck gibt es ja den verzerrten Kanal. Er besteht aus einem Gainregler, der den Verzerrungsgrad steuert und einem Volumepoti für die Ausgangslautstärke, das hier die Bezeichnung "Dirty" trägt. Ein kleiner Schalter erlaubt das Umschalten zwischen den beiden Kanäle. Auf die klassische Dreibandklangregelung, bestehend aus Bass, Middle und Treble, greifen beide Kanäle zu. Der Aux In Eingang ermöglicht den Anschluss einer Audioquelle, sodass man in Kombination mit dem Kopfhörerausgang auch mitten in der Nacht zu seinen Lieblingssongs oder vorbereiteten Playbacks abrocken kann.

Rückseitig befindet sich neben dem Netz-Kaltgeräteanschluss der ON/OFF-Schalter. Ein versenkt angebrachter Schiebeschalter erlaubt die Wahl zwischen 120 und 230 Volt Netzwechselspannung. Ebenfalls auf der Rückseite wartet der Anschluss für einen Fußschalter auf die Gelegenheit zum Umschalten der beiden Kanäle.

Zusätzliche Bedienelemente beim Crush 20 RT

Wenn man sich die beiden Verstärker im A/B Vergleich anschaut, stellt man fest, dass die Oberseiten im Bereich des Bedienpaneels unterschiedlich tief ausgeschnitten sind.

Die Verstärkermodule der beiden Amps sind auf identisch gestanzte Blechchassis montiert, beim Grundmodell verdecken zwei Zentimeter mehr Holz den nicht genutzten Teil des Paneels. Die Bezeichnungen "R" und "T" stehen für Reverb und Tuner. Der digitale Hall kann mittels eines Reglers beiden Kanälen zugemischt werden, die Qualität geht absolut in Ordnung und verleiht dem Sound bei Bedarf eine gewisse Tiefe. Das eingebaute Stimmgerät arbeitet mit LED-Anzeigen und ist daher nicht hundertprozentig genau ablesbar, aber fürs Wohnzimmer finde ich diese Zugabe ausreichend. Ein kleiner Taster aktiviert den Tuner, wobei der Amp leider nicht gleichzeitig stummgeschaltet wird. Theoretisch könnte man das Stimmgerät also konstant mitlaufen lassen, denn klanglich ändert sich nichts, wenn man es einschaltet.

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