Gitarre Hersteller_Epiphone
Test
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10.08.2021

Epiphone Slash Les Paul Standard Test

E-Gitarre

Slash Collection für den schmalen Geldbeutel

Mit der Epiphone Slash Les Paul Standard rückt nun die Tochterfirma nach und präsentiert ihre eigene Slash-Linie im Rahmen der Inspired by Gibson Collection, nachdem es schon seit einiger Zeit eine Slash Collection von Gibson gibt. Neu sind zwei J-45 Akustikgitarren und mit der Slash Les Paul Standard (Appetite Burst) und der Slash Victoria Les Paul Standard Goldtop gibt es auch zwei Paulas zu bestaunen, die der Hersteller uns beide zum Test zur Verfügung gestellt hat.
Beide Modelle sind quasi aus gleichem Holz geschnitzt und auch mit identischen Zutaten bestückt, lediglich in der Optik gibt es kleine Unterschiede, denn die Slash Les Paul Standard ist einmal als Goldtop und einmal im Appetite Burst Finish erhältlich. Ob das auch Auswirkungen auf den Sound hat und was die Gitarren sonst noch alles können, erfahrt ihr in diesem Test.

Details

Der Gibson-Konzern, zu dem auch die Marke Epiphone gehört, hat sich in den letzten Jahren neu aufgestellt und zum Glück auf seine Kernkompetenz besonnen. Keine Consumer HiFi-Produkte im Sunburst Look, sondern Gitarren, bei denen der Fokus auf dem Handwerk und dem Bewahren der Tradition in Sachen Pickups, Holz und Finishes liegt. Auch bei den moderneren Linien, die ebenfalls zum Portfolio gehören, werden keine extremen Experimente mehr gemacht. Sortiert sind die Modelle nicht mehr nach Jahrgängen, sondern versammeln sich in Collections. Und bei Epiphone findet man die Inspired by Gibson Collection unter anderem mit den typischen Modellen Les Paul, ES und SG. Diese Instrumente werden in Fernost gefertigt und sind zu einem recht schlanken Kurs erhältlich. Dazu gibt es noch eine Original Collection, die in den USA gefertigt wird und bei der man sich auf klassische Epiphone-Instrumente konzentriert wie die beliebte Casino Hollowbody. Insgesamt gibt es von Epiphone/Gibson eine große Auswahl an Gitarren, vom Einsteigermodell bis zum Custom Shop- oder Murphy Lab-Instrument für jeden Geschmack und natürlich jeden Geldbeutel. Unsere Testmodelle rangieren mit einem aktuellen Ladenpreis von 899 Euro schon in der gehobenen Epiphone-Klasse, liegen aber noch klar unter Gibson-Gitarren, vor allem unter den Paulas aus der Gibson Slash Collection, die für ca. 2500 Euro den Besitzer wechseln.

Epiphone Slash Les Paul Standard Appetite Burst

Epiphone Slash "Victoria" Les Paul Standard Goldtop - Gold

Zubehör

Bei beiden Gitarren wird nicht gespart, denn sie kommen in einem stabilen Formkoffer in Schwarz. Außerdem gibt es Straplocks, damit die Gitarre auch bei heftiger Bühnenperformance solide am Körper bleibt.

Korpus

Die Les Pauls präsentieren sich in traditioneller Singlecut-Form mit Mahagoni-Korpus und einer gewölbten Decke aus Ahorn (Hard Maple), die bei der Les Paul im Appetite Burst Finish aus AAA-Riegelahornfurnier besteht. Ein cremefarbenes Binding ist am Korpusrand und an der Halsleiste eingearbeitet. Gewichtsmäßig haben die Instrumente einiges zu bieten, die Victoria Goldtop liegt bei 3,762 kg, die Les Paul in Appetite Burst bringt satte 4,052 kg auf die Waage. Auf dem Korpus sind die üblichen Zutaten der Mutter der Rockgitarre vorzufinden: zwei Humbucker, vier Regler, ein Kippschalter und eine Tune-O-Matic Bridge mit Stop-Tailpiece. Die Locktone Tune-O-Matic Bridge lässt sich wie üblich mit zwei seitlichen Schrauben in der Höhe verstellen (mit Schlitz von oben), die Saitenreiter können einzeln in der Länge zur Justierung der Oktavreinheit eingestellt werden. Bei den Reglern hat man CTS-Potis benutzt und Gold Top-Hat-Potiknöpfe inklusive Reglermarkierungsringen aufgesteckt. Die Hardware ist komplett vernickelt.

Pickups

Die beiden Gitarren sind mit zwei Custom ProBucker an Hals- und Stegposition ausgestattet. Auch hier ist die Optik unterschiedlich, während die Pickups der Victoria in schwarzem Outfit kommen, ist die Les Paul in Appetite Burst mit Zebra-Humbuckern (schwarz/weiß) bestückt. Orientiert hat man sich bei den Spezifikationen an den Pickups der Gibson Slash Modelle und sie entsprechend in Fernost fertigen lassen. Die Tonabnehmer können separat mit Volume und Tone geregelt werden. Zusätzliche Schaltmöglichkeiten wie Coil Split oder Coil Tap sind nicht angesagt, das hat der Meister aber auch nicht in seinen Gibson-Instrumenten. Hier ist Straight-Forward-Konzeption ohne Sperenzchen im Einsatz. Geschaltet werden die Tonabnehmer über einen Dreiweg-Kippschalter mit orangefarbenem Pin und einer cremefarbenen runden Unterlegscheibe. Mit ihm können die Pickups einzeln angewählt werden oder in der Mittelstellung zusammen.

Hals

Der Hals ist ebenfalls aus Mahagoni gefertigt und hat eine kernige C-Form, bei der man ein gutes Stück Holz in der Hand hat, das eindeutig nichts für Flachbrettspieler ist. Das Halsprofil wird vom Hersteller auch als Slash Custom C-Shape bezeichnet. Auf dem Griffbrett aus Indian Laurel befinden sich 22 Medium-Bünde und Trapezeinlagen zur besseren Orientierung und an der Halskante schwarze Punktmarkierungen auf dem cremefarbenen Binding. Die Saiten laufen über einen GraphTech-Sattel zu den beidseitig positionierten Mechaniken an der Kopfplatte. Die geschlossenen Stimm-Mechaniken mit Perloidknöpfen sind aus eigenem Hause und tragen die Bezeichnung Vintage Deluxe. Bei der Kopfplatte wurde wieder die etwas kürzere Variante benutzt, die sich an das typische Gibson-Kopfplattendesign anlehnt und meines Erachtens nicht so klobig aussieht wie die älteren Epiphone-Varianten. Neben dem Epiphone-Logo und der Typenbezeichnung findet man auf der Abdeckplatte für den Halsstellstab noch eine Signatur von Slash.

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