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Epiphone Noel Gallagher Riviera Test

Kein Leichtgewicht

Dass diese Semiakustik nicht gerade ein Leichtgewicht ist, wird deutlich, als ich die Gitarre das erste Mal aus dem Koffer hebe. Tatsächlich zeigt meine Waage anschließend auch satte 4 kg an und bestätigt damit den ersten Eindruck. Klar, Les-Paul-Spieler werden über diese Aussage wahrscheinlich nur müde lächeln, für eine halbakustische E-Gitarre sprechen wir aber dennoch schon von einem recht hohen Gewicht. Allerdings macht sich dieser Umstand im Sitzen nur dezent bemerkbar und im Stehen pendelt sich die Gitarre absolut waagerecht ein. Das Setup ab Werk kann man ansonsten als sehr gelungen bezeichnen und auch die Bünde wurden abschließend blitzeblank poliert, was in dieser Preisklasse nicht immer der Fall ist. In Verbund mit dem eher schlanken Hals spielt sich die Gitarre dementsprechend leicht und unkompliziert. Und auch wenn die Werkssaiten nach einer gewissen Spielzeit dunkle Spuren auf meinen Fingerkuppen hinterlassen, erweisen sie sich mit ihrer Stärke von .010-.046 als guter Kompromiss für verschiedene Spielweisen. Die Potis könnten für meinen Geschmack allerdings etwas leichter laufen.

Testaufbau

Getestet wird die Riviera über einen Fender Silverface Bassman aus dem Jahre 1974, dessen Signal über eine Universal Audio OX Box mit der Simulation einer 4×12 Box mit Greenback-Lautsprechern läuft. Diverse Overdrive-Pedale liegen natürlich ebenfalls bereit.

Die Epiphone Noel Gallagher Riviera punktet mit gut klingenden Pickups, die einen variablen Einsatz ermöglichen.

Soundcheck mit der Epiphone Noel Gallagher Riviera

Trocken angespielt wirkt die Semiakustik gut ausbalanciert und im Vergleich zu einer Tokai 335-Variante aus meinem Studioinventar etwas drahtiger und heller. Eine erste Bestandsaufnahme der Pickups am cleanen Amp fällt ebenfalls positiv aus. Dabei wirkt der Doppelspuler am Hals angenehm warm, ohne zu matschen. Die Mittelposition klingt schön offen und der Hals-Pickup erscheint sogar verhältnismäßig twangy, fällt im Output aber ein bisschen ab. Auch an dieser Stelle nehme ich die erwähnte Tokai noch einmal zum Vergleich zur Hand, bei der die beliebten Amber „Spirit of 59“ verbaut sind. Wie sich zeigt, weisen die Pickups der Epiphone einen etwas höheren Output auf als die Vintage-Style-Humbucker der Tokai und zeichnen sich darüber hinaus durch eine gewisse Kehligkeit aus, die ihnen gut steht.

Hier kommt ein erster Eindruck von den drei Pickup-Einstellungen, beginnend mit dem Halstonabnehmer.

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Clean: Soundcheck Pickups

Clean-, Overdrive- und Fuzz-Sounds mit der Epiphone Noel Gallagher Riviera

Beim Herumspielen mit diversen Pedalen und Einstellungen bestätigt auch die Noel Gallagher Riviera den Ruf der ES-335, sehr vielseitig zu sein. Denn nicht umsonst ist dieser Modelltyp im Studio ein absolutes „Must-have“ und wurde dementsprechend von Legenden wie Larry Carlton oder Jay Graydon zum Veredeln etlicher Aufnahmen genutzt. Gleichzeitig sind ES-Style-Gitarren sowohl bei Pop- und Rock-Musikern als auch in der Hard- und Heavy-Branche gern gesehen. Im Clean-Channel funktioniert die Kombination aus beiden Pickups dabei absolut prächtig für knackige Rhythmusgitarren und mit dem Hals-Pickup ist man wiederum für warme Blues- und Jazz-Sounds sehr gut beraten. Wie schon erwähnt, wirkt die Gitarre am Steg-Pickup sogar recht twangy. Im Zusammenspiel mit verzerrten Sounds reagieren die Pickups dann angenehm auf dynamische Spielweisen und über das Volume-Poti kann der Zerrgrad gut dosiert werden. Darüber hinaus hat die Semiakustik auch mit mehr Gain gar kein Problem, wie das Beispiel am aufgerissenen Fuzz-Pedal zeigt. Im letzten der abschließenden Beispiele könnt ihr außerdem hören, wie die Gitarre im Bandkontext klingt.

Audio Samples
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Clean: Hals-PU Clean: Both PU + Tremolo (VS Audio BlackBird DLX) Clean: Both PU Dynamic Low Gain: Bridge-PU (VS Audio BlackBird DLX) Mid Gain: Bridge-PU (Boss SD-1) Mid Gain: Bridge-PU (Cornerstone Gladio SC) Dynamic Check: Bridge-PU (Boss SD-1) Fuzz: Bridge-PU (Honey Bee Dolly Dagger) Riviera-Song
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