Test
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17.07.2020

Zultan 20th Anniversary Cymbal Set Test

Becken Serie

Das Beste aus 20 Jahren?

Stellvertretend für die Firma Zultan hat sich heute ein Geburtstagskind bei uns zum Test eingefunden, welches auf den Namen 20th Anniversary Cymbal Set hört und auf insgesamt 75 Exemplare limitiert ist.

Dem aktuellen Bedürfnis vieler Drummer nach dünnen, eher trocken oder sogar trashig klingenden Becken folgend, ist auch unser heutiges 20th Anniversary Set konzipiert. Das Entwicklungsziel bestand darin, all diese Attribute in einer Serie zu bündeln, ohne eines davon zu sehr in den Vordergrund zu stellen. Die Instrumente sollten also schnell ansprechen, trashig und dunkel sein, aber gleichzeitig lebendig und ausreichend durchsetzungsstark, um sie auch in lauteren Stilen einsetzen zu können. Dazu passen auch die kräftigen Dimensionen. Was die Jubi-Zimbeln so drauf haben, lest ihr auf den folgenden Zeilen. 

Details

Mit ihrer dunklen Beschichtung liegen die 20th Anniversary Becken voll im Trend

Wie bereits erwähnt, handelt es sich bei unseren Testobjekten nicht um Einzelbecken, sondern um ein auf insgesamt 75 Exemplare limitiertes Set. Separat sind die Jubiläumsbecken nicht erhältlich. Dem feierlichen Anlass angemessen, wird die Spannung beim Auspacken durch einen schwarzen Karton mit 20th Anniversary Logo noch gesteigert. Darin finde ich eine einfache Nylon-Beckentasche, welche die vier Instrumente enthält: eine 15er Hi-Hat, zwei Crashes in den Größen 17 und 19 Zoll sowie ein 22er Ridebecken. Ein beiliegendes Echtheitszertifikat dokumentiert die Seriennummer unseres Sets und natürlich seine Echtheit. 

Kommen wir nun zu den Hauptdarstellern dieses Tests. Sofort ins Auge sticht die zwischen düster und edel angesiedelte Optik der Testkandidaten. Verantwortlich für den wilden Look ist  eine schwärzliche Tinktur, in welche die Instrumente nach dem Hämmer- und Abdrehprozess getaucht werden. Sie ziert beide Seiten aller Becken und hinterlässt bei Berührung leicht dunkle Finger. Eine neue Idee ist das nicht, auch meine Istanbul Agop Om Hihats und einige andere Serien besitzen dieses Bearbeitungsmerkmal. Neben optischen Aspekten soll die spezielle Flüssigkeit auch das Schwingverhalten der Instrumente beeinflussen. Den größeren Einfluss auf den Sound dürfte allerdings die Hämmerung besitzen, welche im Falle unserer Kandidaten sehr intensiv ausfällt. Ich identifiziere zwei unterschiedliche Größen von Hammermalen. Da wären zunächst kleine, unregelmäßig gesetzte und nicht allzu tiefe Einschläge, wie man sie von vielen türkischen Becken kennt. Ihren klanglichen Charakter erhalten die 20th Anniversary Modelle jedoch durch die zweite Art der Bearbeitung, welche aus ebenfalls sehr kleinen, gleichzeitig aber sehr tiefen Hammerschlägen besteht. Diese verursachen eine Unterbrechung der Schwingungsbewegung im Becken und sorgen damit für die Art unsauberer Modulation, die im Drummerjargon auch als „Trash“ bekannt ist. Einzig die Kuppen bleiben von jeglicher Hämmerung ausgenommen. Gemein ist allen Becken auch das Abdrehmuster, welches ich eher als „Abdrehschliff“ bezeichnen würde, weil es zwar sehr fein, gleichzeitig aber extrem flach ausfällt. Es erstreckt sich über alle Oberflächen inklusive der Kuppen. Sehen wir uns nun die einzelnen Typen genauer an. 

Eher medium als superdünn: die Crashes

Dass man bei Zultan nicht das Ziel hatte, extrem dünne Jazzcymbals zu entwickeln, zeigt sich schon an den Gewichten der beiden Crashes. 1220 Gramm wiegt das 17er, 1780 das 19er. Das würde ich schon als Medium-Stärke bezeichnen. Beide Kuppen fallen eher klein aus, die Profile sind leicht gewölbt. Alle Konstruktionsmerkmale zusammen genommen, sind hier zwar dunkel und leicht trashige, aber eben auch kräftig und präsent klingende Instrumente zu erwarten. 

Das Ride ist am Rand ein bisschen wellig

Mit 2470 Gramm ist das 22er Ride als medium-thin einzuordnen, auch hier haben wir es mit einer kompakten Kuppe und einem unauffälligen Profil zu tun. Die genauere Inspektion ergibt jedoch, dass das Becken am Rand eine leichte Welle aufweist, die dadurch verursacht wurde, dass die Hämmerung an einer Stelle bis an die äußere Kante heran gesetzt wurde. Normalerweise wird hier ein Bereich von einem bis zwei Zentimetern ausgespart. Ich persönlich halte das nicht für einen Beinbruch, eine makellose Verarbeitung sieht allerdings anders aus. 

Stärkere Wölbung bei den Hi-Hats

Auch die beiden Hi-Hat-Becken fallen eher leicht aus, zudem ist die Gewichtsspreizung vom Top- zum Bottombecken mit 1230 zu 1380 Gramm nicht allzu groß. Ihre Bearbeitung gleicht jener der anderen Modelle, ganz frei von Makeln ist aber auch sie nicht. So fällt mir auch hier eine minimale Welligkeit auf, welche bei Hi-Hats dazu führen kann, dass man für sauberes Schließen fester zutreten muss. Beim Top ist zudem das Mittelloch leicht unrund gebohrt. In Sachen Bearbeitung hätte man es bei Zultan gerade für das Jubiläumsset etwas sorgfältiger angehen lassen sollen. 

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