Hersteller_Zildjian Genre_Metal
Test
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03.06.2016

Zildjian S Performer Cymbal Set & FX Test

Becken Serie

S Kultur

Dass die amerikanische Beckenmarke Zildjian zu wenige Zimbeln im Angebot hätte, kann man eigentlich nicht behaupten. Bei genauem Studium der Webseite und der Kataloge fällt allerdings auf, dass Drummer mit etwas schmalerem Portemonnaie bisher eigentlich nur bei den ZBT-Serien fündig wurden. Dem Ruf als edle Traditionsmarke schadet das sicherlich nicht, wer allerdings unvoreingenommen an den Beckenkauf heran geht, wird feststellen, dass nicht nur etliche türkische Hersteller schon ziemlich professionell klingende Instrumente im bezahlbaren Preisbereich anbieten, sondern auch die großen, etablierten Konkurrenten. Zildjian hat die Zeichen der Zeit nun erkannt und bietet mit der S-Reihe eine komplette Kollektion neu entwickelter Becken in der preislichen Mittelklasse an. 

Zwei Jahre soll die Entwicklung der S-Becken gedauert haben, darüber informiert zumindest Zildjian selbst auf seiner Webseite. Zu so einer Entwicklung gehört nicht nur das Erstellen eines SoundProfils, welches möglichst viele Drummer ansprechen sollte, sondern auch das gleichzeitige Einhalten einer preislichen Obergrenze. Dass alle bekannten Beckenhersteller in der Lage sind, hervorragende Top-Instrumente zu schmieden, ist klar, diese kosten dann allerdings auch entsprechendes Geld. Die Kunst besteht bei den günstigeren Produktlinien also darin, die Vorteile der computergesteuerten Massenproduktion mit dem Einsatz erschwinglicher Legierungen so zu verbinden, dass man den Becken die Kostenbremse nicht sofort anhört. Ob Zildjian das mit den neuen S-Modellen auch gelingt, wird unser Test des S Performer Cymbal Sets zeigen.  

Details

Die Zildjian S Becken bestehen aus B12-Bronze

Musik und Technik, der Zildjian-Vertrieb, hat mir das S Performer Cymbal Set, bestehend aus 14er Mastersound Hi-Hats, 20er Medium Ride sowie 16 und 18 Zoll großen Medium Thin Crashes geschickt. Ergänzt wird unser Testpaket um jeweils ein 10 Zoll großes Splash und ein 16er China-Becken. „Schön“, denke ich, „also eine typische Einsteigerserie mit den gerade nötigen Beckentypen“. Wie man sich täuschen kann: die Zildjian Webseite listet ganze 15 unterschiedliche Crashes in fast allen Größen zwischen 14 und 20 Zoll, teilweise sogar in gelochten Versionen, vier Splashes und China Splashes, fünf Rides von 20 bis 24 Zoll, ebenso viele Hi-Hats von 10 bis 14 Zoll, sowie zwei Chinas in 16 und 18 Zoll. Das sind gute 30 Modelle, Zildjians Beschreibung der Becken als „versatile collection“ scheint also eine wahre Grundlage zu besitzen. Alle Modelle kommen in einem wirklich sehr schönen Brilliant Finish daher und sind aus B12-Bronze gefertigt. 88 Prozent Kupfer werden hier zwölf Prozent Zinn beigemischt, was im Vergleich mit Becken aus der traditionellen B20-Bronze einen leicht höhenbetonteren, durchsetzungsstärkeren Ton ergeben soll. 

Abgesehen von einem großen, elegant geschwungenen „S“ auf der Oberseite der Becken, wirken unsere Testkandidaten auf den ersten Blick fast wie die – deutlich teureren – Klassiker der Avedis-Linie. Anatomisch weisen die Instrumente allerdings eine Besonderheit auf. Die Kuppen aller Testmodelle sind oben leicht abgeflacht, ansonsten zeigen alle Beckentypen ein normales Verhältnis aus Profil und Kuppe, einzig das Bottom-Becken der Mastersound Hi-Hats besitzt die übliche, gewellte Außenkante. Auch das leicht unregelmäßige, beidseitig aufgebrachte Abdrehmuster erinnert an die A-Serie. Bei der Hämmerung hören die Gemeinsamkeiten allerdings auf, diese ist bei der S-Serie eher flach und kreisförmig ausgeführt, außerdem fällt deutlich auf, dass hier ein Computer Regie führt. Die gesamte Verarbeitung macht einen sehr sauberen und makellosen Eindruck. Kommen wir nun zu den Beschreibungen der Typen im Einzelnen.

Die 16 und 18 Zoll großen Medium Thin Crashes

1100 und 1400 Gramm zeigt die digitale Küchenwaage an, wenn man die Crashes drauflegt. Der Bezeichnung Medium Thin ist damit nichts hinzu zu fügen. Auffällig an beiden Becken ist die Verwendung von unterschiedlich großen Hämmern. Zum äußeren Rand hin werden die Hammermale größer, um die - nicht gehämmerten - Kuppen herum sind die Schläge dicht an dicht und sehr klein.

Die 14er Mastersound Hi-Hat

Bei den Hi-Hats gibt es keine besonderen Vorkommnisse zu vermelden, abgesehen von den eingepressten Wellen am Rand des Bottom-Beckens sind beide Teile identisch bearbeitet. Auch hier setzt Zildjian wieder auf die sich zum Rand hin vergrößernden Hammermale. 950 Gramm beim Top- sowie etwa 1300 Gramm beim Bottom-Becken fallen in den gesunden Medium-Bereich. Der relativ große Gewichtsunterschied zwischen beiden Becken lässt eine schnelle Ansprache erwarten, die Mastersound-Wellen dürften für einen kräftigen Chick-Sound sorgen.

Das 20er Medium Ride-Becken

Auch das S Medium Ride ist mit 2400 Gramm weder ein besonderer Brummer noch ein Federgewicht, und auch hier gibt es wieder die zum Rand hin größer werdenden Hammermale, sie sind jedoch etwas dichter und tiefer gesetzt als bei Hi-Hats und Crash-Becken. Die Kuppe ist recht groß und setzt sich mit einem etwas höheren Profil von der Schulter des Beckens ab.

Die beiden Effektbecken: 10er Splash und 16er China 

Im Gegensatz zu allen anderen Testobjekten besitzt das Splash eine leicht unterschiedliche Verteilung der Hammermale. Sie bilden zwar auch hier konzentrisch umlaufende Reihen, allerdings sind diese mit größerem Abstand zueinander angeordnet. Etwa 270 Gramm sind für ein 10er Splash eher leicht, dies deutet auf eine schnelle Ansprache hin. Auch beim rund ein Kilogramm leichten China gibt es eine geringfügige Abweichung von der regulären S-Bearbeitung zu vermelden. Auf der breiten Krempe werden die Hammermale nämlich nicht größer, sondern wieder kleiner. Das Profil des Beckens weist ansonsten keine Besonderheiten auf, die kleine, abgeflachte Kuppe ist allerdings relativ stark heraus gearbeitet.

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