Gitarre Hersteller_Yamaha
Test
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15.03.2012

PRAXIS

Die Bedienung des THR10 ist wirklich sehr einfach und intuitiv. Vor allem mithilfe des Editors für Mac oder PC muss man sich gar nicht mehr von seiner gewohnten Hörposition beim eventuellen Aufnehmen wegdrehen. Für den Test habe ich den Amp über USB mit meinem Studio Mac verbunden. Als DAW kommt Logic zum Einsatz. Der Amp wird sofort erkannt, nachdem ich alle benötigten Treiber von der Website runtergeladen und installiert habe. Für die Soundbeispiele verwende ich größtenteils die Signale direkt aus dem THR10, ich werde aber auch ein Mikrofon aufbauen, um zu zeigen, wie er im wirklichen Leben klingt. Dafür verwende ich ein Brauner VM1. Als Gitarre dient im übrigen eine Strat mit JB-Humbucker am Steg. Übrigens beziehen sich alle Speaker-Angaben auf die virtuellen Lautsprecherbestückungen im THR10 und nicht auf reale Boxen.

Natürlich ist es unmöglich, innerhalb dieses Tests auf alle Soundmöglichkeiten einzugehen, aber ich denke, die folgenden Beispiele bringen Licht ins Dunkel. Als Erstes geht es natürlich clean zur Sache.

Logischerweise kommt hier der Clean Amp zum Einsatz, als Box dient ein American 2x12 Cabinet. Glasklar wandelt der Amp den Hals-Singlecoil mit einer Menge Topend. Der Ton trägt erstaunlich gut und das, obwohl ich keinen weiteren Effekt wie z. B. einen Compressor verwendet habe.

Bei diesem Beispiel verwende ich den Crunch Amp mit einer 1x12“ Box und einer Prise Hall (Reverb). Absolut überzeugend. Das Riff besitzt die nötige Transparenz und Direktheit. Der Humbucker am Steg verleiht dem Sound die Mitten, die nicht zu vordergründig sind und im positiven Sinne recht “schmutzig“ klingen.

Jetzt ist der Brit Hi Amp an der Reihe. Eine British 4x12“ Box wird emuliert und ein Gate sorgt in den Spielpausen für die nötige Ruhe. Natürlich braucht der Sound einen Humbucker. Das Gate schließt unauffällig, aber effektiv, sehr gut! Ich bin überrascht, wie gut der Amp auch in diesem Zusammenhang klingt.

Ich verstärke den Zerrgrad und schalte in den Modern Mode. Dazu passt eine American 4x12 Box meines Erachtens nach am besten. Weil sich bei diesem Level jede Menge überflüssiger Nebengeräusche breitmachen, soll auch hier das Gate die Kontrolle behalten. Der Sound klingt natürlich wesentlich komprimierter und das Mittenbild verschiebt sich in Richtung Keller. Heraus kommt ein moderner, breiter Nu Metal Sound.

Soweit eine kleine Auswahl an Sounds, die direkt in den Rechner gespielt wurden. Aber wie klingt der Amp eigentlich „pur“, also über seine eigenen Speaker und mit einem Mikro abgenommen?

Als Amp verwende ich den Brit Hi, als Box eine British 2x12 und ein Gate sorgt für die kleine Ruhe zwischendurch. Das klingt beim besten Willen nicht nach den gerade einmal 300 Euro, die man im Moment für diesen Combo auf die Theke legen muss. Tatsächlich überzeugt er auf ganzer Linie, setzt sich schön bissig in Szene und erzeugt eine überraschend hohe Lautstärke, wenn der Guitar Out weit aufgedreht wird.

Für dieses Beispiel habe ich dem Crunch Amp eine virtuelle 2x12“ Box angehängt. Als Effekt kommt diesmal ein Delay zu Einsatz und die Strat füttert den Amp mit dem Hals-PU. Der Sound klingt wirklich amtlich und macht eine ganze Menge Spaß. Ich kann gar nicht glauben, dass diese zwei kleinen Lautsprechern einen solchen Gitarrensound an die frische Luft setzen können!

Als letztes Mikrofonbeispiel schalte ich den Phaser ein. Auch hier verwende ich den Crunch Sound, aber diesmal mit einer britischen 4x12“ Box.

Zum Testen der Effekte füttere ich meinen Rechner mit dem USB-Signal des THR 10. Ein punktiertes Achtel-Delay macht den Anfang. Das Amp-Modell ist Crunch (für einen Hauch von Schmutz) mit einer 2x12“ Box. Der leichte Chorus, den ich vorgeschaltet habe, soll das Signal unmerklich modulieren. Ach ja, ein wenig Hall ist auch dabei, aber wirklich nur ein Hauch.

Weiter geht es mit dem Tremolo. Auch hier verwende ich den Crunch Amp, eine 2x12“ Box, natürlich das Tremolo und ein wenig Hall.

Und zum Schluss der Flanger. Die Signalkette sieht folgendermaßen aus: Brit Hi, British 4x12“, Gate, Flanger.

Alle Effekte klingen erwartungsgemäß gut und erfüllen ihren Zweck souverän. Die eingebauten Effekte sollten einen Großteil an Gitarrensounds abdecken. Und bevor ich es vergesse: Selbst das Kopfhörersignal klingt absolut amtlich!

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