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Test
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10.06.2020

Praxis

Klangfarben und Arpeggios

Das PSS-A50 ist nach dem Einschalten sofort spielbereit und es ist der erste Sound “Grand Piano” voreingestellt. Man kann auf der exakt arbeitenden Mini-Tastatur erstaunlich gut spielen und die Anschlagdynamik in drei Stufen einstellen. Das geschieht über die SHIFT-Taste und die entsprechende Taste der Klaviatur. Den Sounds ist automatisch ein leichter Reverb-Effekt beigemischt, der den Klang angenehmer macht und sich nicht verändern lässt. Nur den Bass-Drum Samples der beiden Drumkits wurde kein Hall beigemischt und das ist gut so. Jedem Sound ist auch werksseitig ein passendes Arpeggio-Pattern zugeordnet, wenn man den Arpeggiator aktiviert. Ich habe hier einige Beispiele der Klänge aufgenommen, zuerst jeweils ohne, dann mit Arpeggio.

Die Klangauswahl deckt alle Bereiche ab, ist aber etwas brav. Ich hätte mir eine größere Anzahl an abgefahrenen Synth-Sounds gewünscht. Die Qualität der Klänge ist – gerade in Anbetracht der Preisklasse – gut. Natürlich sind da auch ein paar Ausfälle dabei, aber zum Jammen und Experimentieren reicht´s! Ich hatte leichte Schwierigkeiten die richtige Anschlagdynamik einzustellen. Bei Stufe ‚1‘ ertönen einige Klänge schon bei leichtem Anschlag zu laut. Außerdem ist bei leisen Sounds ein leichtes Grundrauschen hörbar. Auch die Drum-Sounds machen Spaß und es gibt 22 coole Beats, die als Arpeggio-Pattern vorliegen.

Drückt man dann ARP. HOLD, kann man zu dem Rhythmus mit einem anderen Sound spielen. Der Arpeggiator bietet zum großen Teil wirklich brauchbare Begleitmuster, die auch sehr schnell auf Akkordwechsel reagieren. Praktisch: Hat man beispielsweise ein Klavier-Arpeggio gewählt und ARP. HOLD gedrückt, um dann mit einem anderen Klang darüber eine Melodie zu spielen, dann kann man den Akkord, der dem Arpeggio zugrunde liegt während der Performance ändern, indem man erneut ARP. HOLD betätigt und gleichzeitig eine neue Harmonie. Der Melodie-Klang wird dabei nicht verändert. Auch das Arpeggio-Pattern und das Tempo können während des Spiels mit den +/- Tasten verändert werden.

Motion Effect

Auf einen Sound, ein Arpeggio, oder eine Kombination von Arpeggio und separatem Melodie-Klang kann ein “Bewegungs-Effekt” gelegt werden. Das ist ein teils synchron zum Tempo verlaufender Effekt, der auf den Filter, die Tonhöhe oder die Amplitude des Klanges wirkt. Dabei sind also beispielweise Wahwah-, Pitch-Bend- und Tremolo-Effekte möglich und auch komplexe Mischformen. Die Wirkung dieser Klang ist durchaus beachtlich, wie man in folgenden Audiobeispielen hören kann:

Phrase Recorder

Der Phrase Recorder kann nicht nur dazu dienen, einen einzelnen gespielten Sound aufzunehmen. Vielmehr kann man ein Arpeggio laufen lassen, einen weiteren Klang spielen und diese Kombination komplett mit einem benutzten Motion Effekt als Phrase aufzeichnen. Dafür kann man auch das Metronom einschalten, wenn man möchte. Nachdem man die REC Taste gedrückt hat, blinkt “rec” im Display und die nächste gespielte Note startet die Aufnahme. Am Ende muss man erneut REC drücken und dabei ziemlich exakt sein. Zum Abspielen drückt man die Start/Stop-Taste und die Phrase wird genau einmal wiedergegeben. Besonders zum Jammen eignet sich die Loop-Funktion ausgezeichnet: Betätigt man gleichzeitig SHIFT und Start, so spielt das PSS-A50 die Phrase in Dauerschleife ab. Allerdings muss man die Aufnahme genau im richtigen Moment starten und stoppen, sonst passt es nicht richtig. Jetzt kann man dazu weitere Klänge spielen, auch synchron mit der Arpeggio-Funktion!

Verwendet man dann ARP. HOLD erneut, so lässt sich anschließend ein vierter Klang ins Spiel bringen und auf diese beiden Sounds ein anderer Motion Effekt legen. Das ist dann aber das Maximum der Möglichkeiten: Vier verschiedene Klänge zur gleichen Zeit. Man kann die Lautstärke der Phrase einstellen, das ist dann die einzige Möglichkeit, Lautstärkeverhältnisse zu beeinflussen. Das ganze Prozedere ist auch nicht ganz einfach und man muss das Prinzip erstmal durchschauen. Spaß macht diese Methode des Übereinanderschichtens auf alle Fälle und es entstehen interessante Ergebnisse! Im Grunde bastelt man sich seinen eigenen „Style” bestehend aus drei „Tracks“ und spielt dann dazu einen weiteren Sound live. Weiter unten gibt es ein Beispiel-Video, in dem ich zunächst einen Drumbeat mit einem Bass als Phrase aufgenommen habe. Anschließend habe ich die Phrase als Loop abgespielt, darüber ein Square-Synth-Arpeggio gelegt und dazu dann mit einem Pad-Sound gespielt. Zum Schluss habe ich einen Motion Effect eingesetzt, der den Pitch der letzten beiden Sounds nach unten zieht.

Sonstiges

Da das PSS-A50 einen USB-Midi-Anschluss besitzt, kann es auch als Masterkeyboard verwendet werden. Alle aufgenommenen und gespielten Noten werden als MIDI-Daten ausgegeben. Dabei lässt sich der MIDI-Kanal der live gespielten Voice einstellen. Alle vier möglichen geschichteten Klänge senden dann auf höheren Kanalnummern. Mit Parametern wie LOCAL CONTROL ON/OFF, PROGRAM CHANGE ON/OFF oder CONTROL CHANGE ON/OFF wird das Verhalten des PSS-A50 bei eingehenden MIDI-Signalen angepasst. In Verbindung mit einem Computer, auf dem eine Musik-Produktions-Software (DAW) läuft, kann man so das PSS-A50 als Masterkeyboard und auch als Klangerzeuger verwenden. Die vielen Arpeggio-Pattern lasen sich dabei gut als Ideen-Lieferanten nutzen und die erstellten kreativen Sessions können am Rechner weiter bearbeitet werden.

Yamaha PSS A-50 Sound Demo (no talking)

Die erste Hälfte des Videos zeigt die Nutzung der Arpeggios, in der zweiten Hälfte kommt der Phrase recorder zum Einsatz.

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