Test
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05.01.2016

Yamaha HPH-MT7 Test

Kopfhörer

Neue Heimat für FOH-Engineers

Mit dem HPH-MT-7 präsentiert der Konzern Yamaha einen professionellen Monitorkopfhörer für den Live- und Studiobetrieb. Und wie wir alle wissen, ist ein guter Kopfhörer unverzichtbar für jeden ambitionierten Tontechniker, denn er bietet seinem Besitzer eine akustische Heimat, auch abseits des eigenen Studios oder Proberaums. Egal wo man sich befindet, der eigene Kopfhörer stellt stets eine gewohnte Akustik sicher und dient als unbestechliche Instanz, wenn klangliche Entscheidungen gefällt werden müssen. In puncto Abhöre und Monitore kann der japanische Hersteller Yamaha eine lange und erfolgreiche Historie vorweisen, immerhin ist ihnen mit dem NS10 der Klassiker unter den Studioabhören gelungen. Ob auch der HPH-MT7 das Zeug zum Klassiker hat?

Details

Der Kandidat erreicht uns in einem schick gestylten Karton. Das Zubehör ist sehr übersichtlich. Neben dem Kopfhörer und dem Klinkenadapter befinden sich nur noch eine gepolsterte Aufbewahrungstasche und eine gedruckte Bedienungsanleitung im Lieferumfang mit elementaren Hinweisen zur korrekten Verwendung des stereophonen Schallwandlers. Ich fasse den Inhalt wie folgt zusammen: Der Ding gehört auf den Kopf und die räumliche Ortung fällt leichter, falls man links und rechts unterscheiden kann.

Der Kopfhörer selbst ist erstaunlich leicht und gefällt durch sein schlichtes Design in den bei Tontechnikern besonders beliebten Trendfarben Schwarz und Anthrazit. Unter der Bezeichnung HPH MT-7W bietet Yamaha für Zahnärzte und Trend DJs alternativ auch eine Version in Weiß an. Die Oberflächen des Hörers sind allesamt matt gehalten und reflektieren nicht bei direkter Beleuchtung. Zumindest in Fernsehstudios und im Theaterbetrieb ist das nicht unwichtig. Die Verarbeitung ist Yamaha-typisch tadellos. Der Kopfhörer besitzt zwar ein dezentes Design, tobt dafür aber „innerlich“. In den Hörmuscheln werkeln eigens entwickelte Treiber mit sogenannten CCAW-Schwingspulen, hergestellt aus kupferbeschichtetem Aluminium. Wir sind gespannt, wie sich diese Technologie klanglich auswirkt.

Auf die Zwölf

Mindestens genauso wichtig wie ein guter Sound, ist bei einem Profihörer der Tragekomfort. Studiosessions können lang werden, Monitortechniker auf Festivals tragen den Kopfhörer ab und an als adäquaten Schallschutz, daher muss ein Kopfhörer gut sitzen. Der HPH-MT7 zeigt sich in diesem Punkt von seiner Schokoladenseite. Durch die verbauten Neodymtreiber ist der Kopfhörer sehr leicht. Die Ohrmuscheln sind gut gepolstert und umfassen auch größere Lauscher.

Kollegen, denen ein Sennheiser HD-25 immer zu klein und was den Anpressdruck betrifft zu fest war, dürften den Yamaha-Höher lieben, denn er sitzt gut, ohne großen Druck auszuüben. Die Ohrmuscheln lassen sich pro Seite um je 4 Zentimeter aus dem Bügel herausziehen und dürften somit auch für große gewachsene Kollegen passend sein. Die Gondeln sitzen in robusten Aluminiumgabeln und lassen sich umklappen, sodass das bei DJs beliebte einohrige Abhören problemlos machbar ist. Ohrpolster und der Kopfbügel sind mit schweißfestem Kunstleder bezogen und somit auch leicht zu reinigen bzw. zu desinfizieren.

Besitzer großer Konsolen werden ihre Freude an dem 3 Meter langen Anschlusskabel haben. Es ist recht dick und trotzdem sehr geschmeidig. Das gefällt. Schade nur, dass man auf die Option verzichtet hat, das Kabel austauschbar zu machen. Wer kennt nicht das Problem, dass man mit der Strippe versehentlich irgendwo einfädelt und bei dem Versuch, dem Pizzaboten die Tür zum Studio zu öffnen, gleichzeitig das Kabel terminiert. Die leidige Frage nach großer oder kleiner Klinke hat Yamaha dagegen elegant gelöst. Die große Klinke lässt sich einfach abschrauben und zu Tage kommt eine Miniklinke. Die zusätzliche Zugentlastung, bestehend aus einer Spiralfeder am Klinkenstecker, ist eine sinnvolle Idee, um diese naturgemäße Schwachstelle zu verstärken.

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