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15.01.2020

Praxis

Verwendung von Melodyne (ARA) in Logic

Zunächst muss das Plugin Melodyne (ARA) im ersten (!) Insert-Slot einer Audiospur geöffnet werden. Die herkömmliche Plugin-Variante steht weiterhin zur Verfügung, was u. a. bezüglich der Kompatibilität mit älteren Logic Projekten durchaus Sinn macht. Bei einem geöffnetem ARA-Plugin erscheint das von Melodyne analysierte Audiomaterial, sobald man den Transport (Play) startet, und man kann sofort mit der Bearbeitung beginnen. Gleiches gilt für die beschriebenen Änderungen (Comping, sonstige Clip-Bearbeitungen) im Arrangement-Fenster, die ebenfalls den Transportbefehl (Play) erfordern, um den aktuellen Status vom Arrangement-Fenster ins ARA-Plugin zu übertragen. All dies geschieht allerdings ohne nennenswerte Zeitverzögerungen, sodass man umgehend die Bearbeitungen in Melodyne fortsetzen kann.

Die generelle Handhabung ist sehr komfortabel und auch unterschiedliche Workflows wurden bedacht. So werden sowohl Änderungen im Take Folder als auch die alternative (Oldschool) Comping-Methode unter Verwendung von Spurkopien (gleicher Kanal) vom ARA-Plugin umgesetzt. Sehr praxisgerecht sind auch die beiden Modi Track Mode und Clip Mode, die oberhalb der Blob-Darstellung im Plugin getoggelt werden können. Während der Track Mode den aktuellen Comp-Status im Arrangement-Fenster anzeigt, ermöglicht der Clip Mode das Finetuning und Abspielen von Bereichen, die sich außerhalb des selektierten Clips befinden. Befindet sich beispielsweise das Ende einer überlappenden Note außerhalb der Clip-Grenze, so ermöglicht der Clip Mode das zeitliche Stauchen dieser Note zur perfekten Anpassung an den Übergang zum darauffolgenden Clip des Comps. Hierzu muss man lediglich einen Blob – also eine Note – des betreffenden Clips anwählen, um Melodyne mitzuteilen, für welchen Clip der Modus angewendet wird.

Einschränkungen bei Melodyne (ARA) in Logic

Trotz all dieser Vorzüge des ARA-Plugins muss man einige kleine Einschränkungen in Kauf nehmen. So lässt sich Melodyne (ARA) nicht auf Instrumentenspuren (Logic) und auch nicht mit Apple Loops verwenden. Gleiches gilt für Clips mit Reverse- und Flex-Bearbeitungen. In diesen Fällen muss man entweder die herkömmliche Plugin-Variante verwenden oder das betreffende Material vorher bouncen. Weiterhin werden geänderte Abspielparameter von Clips wie Fades und Gain nicht grafisch umgesetzt, was potenzielle Verbesserungen für ein Update wären. Sofern Tempoänderungen im Logic Song erfolgen, sollte man ebenfalls das herkömmliche Melodyne Plugin verwenden oder bereits erfolgte Bearbeitungen in Melodyne (ARA) bouncen und anderweitig dehnen/stauchen.

Das folgende Video fasst die grundsätzlichen Anwendungsschritte von Melodyne (ARA) in Logic Pro X noch einmal zusammen und ich entschuldige mich vorab schon einmal über das (methodisch beabsichtigte) nervige Gedudel des Lead Synths im „Comping-Abschnitt“.Viel Spaß!

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