Hersteller_Warwick Bass
Test
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30.03.2013

Warwick Rockbass Alien Standard Test

Akustische Bassgitarre

Vom anderen Stern?

Der Warwick Rockbass Alien Standard im bonedo-Test - Ich bin mir relativ sicher, dass der Alien von Warwick nicht von einem anderen Stern stammt, er sticht aber auf jeden Fall mit seiner auffälligen Optik aus dem inzwischen großen Angebot an akustischen Bassgitarren heraus. Der originale Warwick Alien hat sich in der Szene längst etabliert und wird von so illustren Tiefton-Ikonen wie Jonas Hellborg und John B. Williams auf den Bühnen der Welt eingesetzt. Preismäßig allerdings rangiert er in einer Region, die für Anfänger und junge Musiker in der Regel kaum erreichbar ist. Damit auch Basser mit knapperen Budgets in den Genuss der außerirdischen Bassgitarre kommen, lässt Warwick die deutlich günstigeren Bässe „Alien Standard“ und „Alien Deluxe“ für sein Budget-Label „Rockbass“ in China poduzieren.

Erhältlich sind die Rockbass Aliens in 4-, 5- oder 6-saitiger Ausführung, für Rechts- oder Linkshänder, mit Bünden oder als Fretless-Version. Mein Kandidat für diesen Test ist der Alien Standard als Viersaiter mit Bünden und ich bin gespannt, ob er mehr kann als nur gut auszusehen. 

Details

Der Korpus des Alien ist groß genug, um einen gesunden akustischen Ton zu erzeugen, aber auch kompakt genug für eine komfortable Handhabung. Der Boden und die Zarge bestehen aus Agathis, einer Fichtenart aus dem Pazifikraum, die gerne bei preiswerteren Instrumenten zum Einsatz kommt. Bei der Decke macht Warwick allerdings keine Kompromisse und verwendet wie beim „großen“ Alien die klassische laminierte Fichte. Ein schön verarbeitetes Hochglanzfinish überzieht den kompletten Korpus, Zarge und Boden sind dabei in Schwarz gehalten, die Decke ist transparent lackiert.

Auch beim eingeleimten Hals folgt der Rockbass Alien dem teureren Vorbild, er ist ebenfalls aus einem Streifen Mahagoni gefertigt, als Griffbrettholz kommt bei unserem Kandidaten allerdings Palisander anstatt Wenge zum Einsatz. Im Palisandergriffbrett wiederum sitzen 24 Bünde aus Nickelsilber, die in den Warwick-Spezifikationen mit „Extra high Jumbo“ bezeichnet werden. In der Praxis kann man den Alien entspannt bis zum 20. Bund spielen, die restlichen vier sind allerdings nur mit Mühe zu erreichen, weil dazu einige Zentimeter Cutaway fehlen. Der Hals ist nicht glänzend lackiert wie der Korpus, sondern mit einem matten Satin-Finish versehen, das sich sehr angenehm und natürlich anfühlt und die Hand beim Lagenwechsel nicht ausbremst.

Der Alien Viersaiter kommt übrigens mit einer kompakten Medium Scale Mensur, die 32“ Zoll misst und gute 5 cm kürzer ist als bei einem regulären Long Scale Bass. Aber gerade deshalb spielt er sich besonders in den tieferen Lagen dementsprechend komfortabel und mühelos. Die Saiten laufen über einen sogenannten „Just-a-Nut III“ Sattel zu den gekapselten und verchromten Stimmmechaniken, die den populären Gotoh-Tunern sehr ähnlich sind und genau so präzise und leichtgängig funktionieren.

Besagter Sattel ist allerdings eine Warwick-Eigenkonstruktion und kann in der Höhe feinjustiert werden, was bei meinem Testkandidaten lobenswerterweise nicht nötig ist, der Bass ist bereits ab Werk bestens für ein komfortables Handling eingestellt. Der Zugang zum Halsspannstab sitzt ebenfalls an der Kopfplatte, und falls die Halskrümmumg einmal nachjustiert werden muss, kann die Abdeckung einfach mithilfe eines Schraubenziehers entriegelt werden. Das übliche Aufschrauben kleiner Schräubchen entfällt, sehr praktisch. Den passenden Schlüssel für den Halsspannstab liefert Warwick gleich mit. Am anderen Ende des Basses laufen die Saiten über den Palisandersteg, der mit einer Knochen-Stegeinlage und Kunststoff-Bridge-Pins zum Arretieren der Saitenenden ausgestattet ist.

Damit sich der geneigte Akustikbasser auch in einem lauteren Umfeld Gehör verschaffen kann, kommt der Alien bestückt mit einem Piezo Sonicore-Tonabnehmersystem des renommierten Herstellers Fishman. Im preiswertesten Alien muss man sich mit dem äußerst simplen Sonitone Preamp begnügen, der lediglich über eine Tonblende und einen Lautstärkeregler verfügt. Beide Rändelsteller sind relativ bequem über das Schalloch zugänglich, die 9-Volt-Batterie für die Stromversorgung des Preamps sitzt in einem Fach direkt neben der Klinkenbuchse in der Zarge und lässt sich mit einem Klappdeckel schnell und unkompliziert auswechseln.

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