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14.09.2017

Waffengesetz gegen Multitools - das Aus für Leatherman und Co?

Eines der unerlässlichen Werkzeuge eines jeden Bühnenbeauftragten, Rigger, PA-Menschen und aller Leute, die irgendwie ein Kabel von A nach B legen, ist das Multitool des Vertrauens, meist in einer passenden Tasche am Gürtel befestigt. Laut Gesetz fallen Leatherman, Swisstool oder Gerber allerdings unter das Waffengesetz und ohne Waffenschein greift nun das Führverbot nach §42A Abs. 1 Nr.3 Waffg. Warum?

Wie einem Artikel auf knife-blog zu entnehmen ist, ist die Schonzeit für Multitools in Deutschland jetzt definitiv zu Ende. Da unsere geliebten Multitools mit einer Hand bedient, geöffnet und verriegelt werden können und auch eine oder mehrere recht scharfe Klingen montiert sind, gelten diese als verbotene „Einhandmesser“ und fallen damit unter das Waffengesetz und werden nicht mehr als Werkzeug geduldet.

Jahrelang wurde das Führen der Alleskönner vom Gesetzgeber und Polizei nicht beanstandet, wohl auch in Hinsicht auf die arbeitende Bevölkerung im Konzertsegment und ähnlichem. Laut besagtem Blog ist seit einiger Zeit allerdings das Sicherstellen von Multitools eine Art „Bestseller“ geworden.

Das Problem hierbei: Die Multitools dürfen im Rahmen der Berufsausübung geführt werden, auf dem Weg von oder zu der Arbeit allerdings nicht. Zwar werden Anklagen erhoben, einige Richter stellen die Verfahren aber auch gerne wieder ein. Dennoch, das Risiko einer Anklage und Strafe bleibt. Was das BKA, die Landespolizeidirektion und das Bayrische Innenministerium zu dem Thema sagt, könnt ihr auf auf knife-blog nachlesen.

Also alles halb so schlimm, aber ein Problem, mit dem man rechnen muss. Wenn Ihr Feierabend macht: Runter mit dem Multitool, ab in eine Schutztasche und in die abgeschlossene Werkzeugkiste damit und lasst das gute Stück verstaut, bis ihr wieder auf dem „Bau“ seid. Und hoffen, dass wir noch lange damit arbeiten dürfen.

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