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07.12.2018

Video-Workshop: Besenspiel für Schlagzeuger

Jazzbesen spielen lernen mit Guido May

Im Fegefeuer

Das Spiel mit Schlagzeug-Besen wird von vielen Drummern eher stiefmütterlich behandelt. Dieser Workshop soll inspirieren und Lust machen, selbst einmal die Besen in die Hand zu nehmen oder auf neue Ideen zu kommen. Wer kein ausgewiesener Jazz Drummer ist, begnügt sich zumeist damit, sich mit Drumsticks und Rods durchs Leben zu schlagen. Doch das muss nicht sein. In diesem Workshop werden nicht alle Besenspiel-Grundtechniken demonstriert, dazu gibt es im Netz und in diversen Lehrbüchern mehr als genug Material. Auch werden nicht alle Patterns Schlag für Schlag erklärt. Die Idee ist eher, aufstrebenden und professionellen Schlagzeugern eine gut gefüllte Kiste mit praktischen Grooves und Bausteinen in verschiedenen Stilistiken wie Jazz, Latin, Pop & Funk an die Hand zu geben, die im Schlagzeuger-Alltag angewendet und bei Bedarf im Detail vertieft werden können.

Woher kommt das Spiel mit Jazzbesen?

Das Besenspiel wurde in den USA Mitte der 1920er Jahre erfunden, quasi als erste Möglichkeit, das Drum Set auch in kleineren Clubs und in kleineren Besetzungen dynamisch passend zu spielen. Von Mikrofonen und Beschallungstechnik war man seinerzeit noch weit entfernt. Die ersten Jazzbesen-Modelle hatten Stofflappen, wenig später wurden die etablierten Modelle mit Metalldrähten erfunden.

Welche Arten von Schlagzeug-Besen gibt es?

Weit verbreitet sind Standardmodelle mit Nylongriffen und ausziehbaren, relativ weichen Borsten. Diese sind wegen ihres vollen Wisch-Sounds und insgesamt eher weichen Klangs beliebt und die ideale Ausgangsbasis für Einsteiger. Bekannte Modelle sind das Heritage Modell von Vic Firth und das Classic Modell von Regal Tip

Andere Modelle wie das kräftigere Vic Firth WB Modell oder das Jeff Hamilton Modell haben dickere Drähte oder Borsten mit mehr Widerstand, was zu einem lauteren und durchsetzungsfähigen Klang führt. Dazu gibt es jede Menge weitere Signature-Modelle am Markt.

Besen mit einer Kombinationen aus Holzgriff und Metallborsten sind ebenfalls beliebt. Hiermit lassen sich zum Beispiel auch Rimclick-Sounds auf der Snare spielen.

Besen mit Borsten aus Nylon sind nicht nur bei Drummern, sondern auch bei Cajon-Spielern beliebt. Diese Modelle eignen sich aber eher für geschlagene Klänge und weniger für die hier im Workshop gezeigten Wischtechniken. 

Worauf sollte man beim Kauf von Jazzbesen achten?

Praktisch sind Modelle, bei denen sich die Borsten in den Schaft einziehen lassen, so lassen sich die Besen besser in der Stocktasche aufbewahren, und die Drähte verbiegen nicht beim Transport. Auch sollte der Widerstand beim Auffächern der Borsten nicht zu leichtgängig sein. Das passiert öfter mal bei sehr günstigen Modellen.

Workshop

Für die Aufnahmen haben wir uns zwei Tage in München im Realistic Sound Studio eingeschlossen und diese Filme für euch produziert. Als Unterstützung hat sich Keyboarder André Schwager eingefunden und die Hörbeispiele mit Guido zusammen eingespielt. Denn der musikalische Kontext, das war Guido am allerwichtigsten, sollte auf jeden Fall mehr als genug Platz einnehmen. Wenn ihr mehr über Guido May erfahren wollt, findet ihr hier unser bonedo-Interview. 

1. Medium und Uptempo Swing

Im ersten Video dreht es sich um die Kapitel Medium Swing und Uptempo. Guido zeigt euch das populäre Papa Jo Jones Pattern und ein paar praktische Variationen, mit denen ihr in mittleren Tempi mehr Optionen zum bekannten Standard Swing Pattern habt. Im zweiten Kapitel drehen wir am Temporegler. Wie ihr euch mit den Besen in sehr schnellen Tempi bewegen solltet und welches Pattern Max Roach dazu erfunden hat, lernt ihr hier.

2. Balladen und 3/4 Swing

Etwas gediegener geht es im zweiten Filmchen zur Sache. Welche Möglichkeiten gibt es, langsame Tempi mit Besen interessant zu begleiten, und welche Patterns machen im Dreiviertel-Swing Sinn? Das und noch mehr seht und hört ihr im zweiten Video.

3. Brazilian Grooves

Im dritten Film gibt es eine ganze Reihe von Anwendungsbeispielen für gewischte und geschlagene Bossa Nova und Samba Grooves. Dabei werden auch Kombinationen aus Stick & Besen vorgestellt. Das Steve Gadd Mozambique-Pattern darf, ebenso wie eine gewischte Guiro-Figur, natürlich nicht fehlen. 

4. Funk Grooves

Neben Swing hat Guido May auch authentische Funk Grooves auf Lager, die er regelmäßig in der Band vom ehemaligen James Brown Mitstreiter Pee Wee Ellis zum Besten gibt. Wie sich ein paar dieser Grooves von Sticks auf Besen übertragen lassen, seht ihr im folgenden Video.

5. Rudiments mit Besen 

Technik ist nicht alles, aber ganz ohne Spieltechnik geht es am Schlagzeug leider nicht, das gilt ebenso für das Besen-Vokabular. Guido stellt euch im folgenden Video hier ein paar seiner liebsten Standard Rudiments vor, die er zum Teil geschlagen und auch gewischt auf der Snare vorträgt. Drumherum gibt es ein paar sehr sehenswerte Trading Fours im Duett mit André Schwager.

6. Tipps und Tricks, Einflüsse und Gear Talk

Wie wechsle ich am einfachsten im Song von Sticks zu Besen? Welche Drummer haben Guido May beeinflusst? Welche Felle eigenen sich am besten zum Besenspiel? … Solche Fragen werden im letzten Video gestellt. Zudem bekommt ihr auch einen kurzen Überblick über Guidos Equipment und ein paar kleine Special Tricks gezeigt.

 

Wir hoffen, der Workshop hat euch gefallen und auf neue Ideen für das Spiel mit Besen gebracht. Hier findet ihr noch weitere interessante Workshops und Inhalte:

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