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Test
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24.06.2019

VGS Manoa Kaleo K-BS-CE Test

Uke-Bass

Tiefbass-Zwerg

Die Manoa Kaleo K-BS-CE gehört zu den Ukulele-Bässen, einer Gattung, der wir hier auf bonedo sogar schon einen Testmarathon gewidmet haben. Trotzdem sorgen die Mini-Bässe immer noch für Erstaunen und nicht selten weicht einem mitleidigen Grinsen nach den ersten Tönen ein ungläubiges Staunen.

Ukulele-Bässe erfreuen sich zunehmender Beliebtheit und so ist die logische Konsequenz, dass viele Hersteller mit den unscheinbaren Tieftönern das Produktsortiment abrunden. Da der Einsatzbereich für diese transportable Bassvariante sehr groß ist, stellen wir euch heute das neue Modell aus der Manoa Serie von VGS Guitars vor.

Details

Erster Eindruck

Im Lieferumfang enthalten ist ein gut gepolstertes Gigbag mit Rucksackgurten und Außentasche, das perfekt auf die Maße des Ukulele-Basses abgestimmt ist. Super, denn auf dem Markt findet man nur eine sehr kleine Auswahl an passenden Taschen für dieses Instrument. Aber Moment mal, ein Bass in dieser Größe? Und dann noch diese dicken, gummiartigen Saiten? Obwohl ich um die inneren Werte von Ukulele-Bässen bestens Bescheid weiß, huscht mir doch jedes Mal aufs Neue ein Lächeln übers Gesicht, wenn ich einen Uke-Bass auspacke. Dass der VGS Manoa Uke-Bass aber ein ernstzunehmendes Instrument ist, offenbart er bereits auf den ersten Blick. Eine saubere Verarbeitung, schöne Hölzer und ein tolles Finish räumen die Zweifel locker aus dem Weg, dass es sich dabei doch nur um ein Spielzeug handeln könnte. Lediglich an den Bohrlöchern für die Saiten in der Brücke und an der Zarge neben dem Vorverstärkersystem finde ich Verarbeitungsrückstände. Ansonsten ist dieses Instrument aber gut verarbeitet und optisch ansprechend.

Material & Konstruktion

Der Korpus besteht aus Sapelli und ist laminiert. Ein cremefarbenes Binding an den Zargen passt optisch super zu dem rötlich-braunen Holz. Auf der Rückseite befindet sich eine geschraubte Abdeckung, die für den Saitenwechsel sehr hilfreich ist und als pfiffiges Detail schon gleich einen dicken Pluspunkt einheimst. Wenn man die Abdeckung öffnet, kann man im Falle eines Saitenwechsel die Saiten nämlich bequem durch die Brücke fädeln. Ohne diesen Zugang müsste man das irgendwie durch das Schallloch bewerkstelligen, was zur absoluten Geduldsprobe ausarten könnte. 

Der Hals ist ebenfalls aus Sapelli und hat genauso wie der Korpus ein mattes Finish. Auf ihm ist ein Griffbrett aus American Walnut aufgetragen, das 16 Neusilberbünde beherbergt. Die Bundmarkierungen sind auf dem Griffbrett und der Griffbrettseite als Punkte eingearbeitet.

Auf die Kopfplatte ist das VGS-Logo gelasert. Hier finden wir auch vier sehr gut laufende Mechaniken mit einer 1:28 Übersetzung. Die Saiten von Aquila laufen über den Sattel, der mit perfekt eingearbeiteten Sattelkerben aufwartet - er besteht übrigens wie die Stegeinlage aus Nubone-Material. 

In die kompensierte Stegeinlage ist auch der Tonabnehmer eingebaut. Dieser sendet sein Signal zuerst an den in die Zarge integrierten Preamp. Hier kann man das Signal mittels Dreiband-Equalizer und Volume-Regler bearbeiteten, bevor es an die Zargenbuchse geleitet wird. Dort ist auch das Batteriefach versteckt, das über zwei 3-Volt-Knopfzellen das System mit Strom versorgt. Im eigens von VGS-Guitars entwickelten Preamp ist auch ein Stimmgerät eingebaut. Das Signal wird, wenn das Stimmgerät aktiviert ist, nicht mehr an die Ausgangsbuchse weitergeleitet, sodass man auch auf der Bühne schnell und unauffällig nachstimmen kann. Das Stimmgerät arbeitet übrigens ausgesprochen gut. 

Mit einer Gesamtlänge von nur 75 cm wird der Manoa Ukulele-Bass zum handlichen Begleiter für alle Bassisten, die mit öffentlichen Verkehrsmitteln oder dem Zweirad unterwegs sind. Jetzt muss der Mini-Bass nur noch den Soundcheck und den Test im Handling bestehen, dann gibt es grünes Licht.

Bespielbarkeit

Der Ukulele-Bass ist genau wie ein normaler E-Bass gestimmt. Das Spielgefühl unterscheidet sich allerdings ganz erheblich vom großen Bruder. Mit einer Mensur von 51 cm liegen die Bundstäbchen viel näher aneinander. Und die Sattelbreite ist mit 46 mm deutlich breiter als bei einem normalen J- oder P-Bass. Hier hat man also trotzdem ordentlich was in der Hand, nicht zuletzt auch wegen des großzügigen C-Profils des Halses. Sehr ungewohnt sind natürlich die dicken, gummiartigen Saiten. Um Ausflüge in die hohen Lagen zu gewährleisten, hat das Modell einen Cutaway. Der Hals ist schön gerade und die Saitenlage auf den ersten Blick mit etwas mehr als 4 mm am 12. Bund zu hoch. Man darf dabei aber nicht vergessen, dass wir die Saiten mit sehr wenig Druck auf das Griffbrett bringen und die Saiten aufgrund des geringen Saitenzuges viel Luft zum Schwingen brauchen. Die linke Hand hat sich zwar schnell an das andere Maß gewohnt, die eigentliche Herausforderung, was die Bespielbarkeit angeht, betrifft aber die rechte Hand. Die Saiten zupfen sich ganz anders als die Stahlsaiten eines normalen E-Basses. Hier muss man etwas sanftmütiger zu Werke gehen - eine tolle Herausforderung für jeden Bassisten, da man etwas herumexperimentieren muss, bis man die optimale Spielhaltung draufhat. Die neu gelernte Technik lässt sich dann wiederum in das Spiel mit dem normalen E-Bass integrieren, sodass jeder Bassist vom Uke-Bass profitieren und seinen Horizont erweitern kann. Die Bundkantenenden sind gut gearbeitet und mit dem angenehm zu greifenden matten Finish des Halses fühlt man sich gleich sehr wohl.

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