Hersteller_Vestax
Test
5
17.02.2012

PRAXIS

Early-Adaptors des VCI-400 sollten zunächst ein Firmware-Update auf Version 1.52 ausführen, wollen sie in den Genuss der Serato-Intro Kompatibilität kommen. PC-User sind zudem angeraten, die ASIO-Treiber 1.52 überzubügeln, denn sie verbessern laut Herstellerangaben die Audio-Performance unter Windows, also weniger CPU-Auslastung bei niedrigeren Latenzen. Für Virtual-DJ ist danach ebenfalls ein Update in Form einer angepassten Konfigurationsdatei zu laden. Wenige Minuten später sind wir startklar. Als minimale Systemvoraussetzungen nennt der Hersteller Windows XP SP3 (32bit) / Vista (32bit/64bit) oder Win7 (32bit/64bit) mit einer CoreDuo CPU ab 1.4GHz bei 1GB-Ram. Achtung: Intel Celeron, Atom und AMD Prozessoren werden nicht unterstützt. ür den Mac wird ein OS X ab 10.6, ein Intel Dual-Core Antrieb mit 1.66GHz und 1 GB RAM aufgerufen. PowerPC und OSX 10.5 werden nicht unterstützt. Ehrlich gesagt hege ich persönliche Zweifel, ob ein so getaktetes Vista, Windows7 oder Lion-System mit einem Gigabyte Arbeitsspeicher eine praxistaugliche Grundlage für eine schöpferische DJ-Session mit niedrigen Latenzen bildet. 

Im Nachfolgenden möchte ich das noch junge Serato DJ Intro vorstellen und danach die spezifischen Funktionsweisen unter VDJ und SDJI beleuchten. Ferner einen Blick auf die Traktor Pro 2 Konfiguration werfen. Soviel schon einmal vorweg: Die grundlegende Steuerung des Mixer-Parts inklusive Filter und Browser ist allen Beteiligten gemein. Unterschiede gibt es vielmehr in der Multi-Layer-Transportsektion, der zentralen Minifader-Abteilung und natürlich der Buttonmatrix sowie der Encoder und Effektbrigade. Ein Tipp: Auf der Internetseite finden sich Schablonen, um eigene Klebefolien für den VCI anzufertigen. Zudem gibt es ausdruckbare PDFs für Traktor Pro 2, SDJ-Intro und VDJ-LE. 

Unser Praxistest findet auf einem MacBook mit 2,13 GHz Core2Duo CPU und 4GB Arbeitsspeicher statt. Auf diesem konnte ich mit 192 Samples adäquat arbeiten, bei 128 und 64 Samples traten jedoch erste Störgeräusche auf. Die Probe auf einem Lenovo Core i5 Win7 mit 4GB-Ram zeigte, dass sich dort ab 256 Samples ein störfreier Betrieb einstellt. Wer mit einem schwächeren System arbeitet oder während der Mixsession mit Knacksern zu kämpfen hat, kann unter Windows das ASIO-Panel aufrufen, um bei höherem Buffer in einen Relaxed-, Safe- oder gar Extra-Safe-Mode (8192 Samples) zu wechseln. Beim Mac geschieht dies in der DJ-Software selbst.

Grundsätzlich senden die Mixerbusse (Fader, EQs, Filter etc.) auf den Kanälen fünf (Deck C), drei (Deck A), vier (Deck B) und sechs (Deck D). Der Looprecorder ist auf 15 eingestellt, wohingegen die FX-Racks auf 13 und 14 funken. Die Button-Zeile unter dem linken Teller spricht viermal Kanal fünf und zweimal Kanal drei an, wobei in unterschiedlicher Stellung des Mode-Schalters andere Note-Events übermittelt werden (rechts wird analog zum Mixer den Channels sechs und vier gelauscht). Deck-Select ändert den entsprechenden Satz für die Matrix. Shift ist unter Traktor als Software Modifier ausgelegt. 

Serato DJ Intro
Die Installation der 5MB kleinen Setupdatei ist im Nu erledigt und der Probelauf unter Intro kann beginnen. Ab Fassung 1.5 werden nun die Controller Numark MixDeck, MixDeck Express, MixTrack Pro, Pioneer DDJ-ERGO-V, Vestax Typhoon, Vestax VCI-100 MKII und Vestax VCI-400 unterstützt. Weitere sollen folgen. 

Intro ist sozusagen die Light Version von ITCH und steht auf der Serato Website zum kostenlosen Download parat. Wie üblich bei den Neuseeländern läuft auch Intro nur in vollem Umfang, wenn ihr eine kompatible Hardware angeschlossen habt. Ist der VCI-400 ergo nicht anwesend, kommt statt des Session-Views ein Preview-Player mit lediglich einem Deck zum Vorschein. Hier lassen sich Titel unter Verwendung der Rechner-Soundkarte für die spätere Performance vorbereiten. Ihr könnt Loops und Cue-Punkte erstellen, Playlisten angelegen und frisch eingekaufte Musik analysieren. Die Software wendet sich trotz des Zusatzes Intro jedoch nicht unbedingt nur an Einsteiger. Ich denke, sie ist ein gutes Werkzeug für all diejenigen, die mit Basiskomponenten für eine Mixsession auskommen. Dazu zählen heutzutage sicherlich auch grundlegende Synchronisations-, Cue-, Loop- und Effekt-Routinen. All dies hat Intro im virtuellen Gepäck.

Die Software ist nach klassischem Vorbild arrangiert: Decks oben, Browser unten. Was vielleicht manchen MP3-Jockey etwas irritieren könnte, ist die Tatsache, dass die grafische Benutzeroberfläche ohne virtuelle Abspiel-Buttons, Fader und EQs auskommt. Was sehr schade ist, aber durch die Serato Dongle-Politik durchaus nachvollziehbar wäre. Vielleicht könnte über kurz oder lang aber auch die interne Soundcard für die Mix-Oberfläche bei abgestöpselter Hardware eine Option sein. 

Ganz klassisch beginnt die Mix-Session mit der Dateiauswahl. Intros Musikverwaltung ist sehr intuitiv gestaltet und erlaubt den Zugriff auf den Dateibaum und die iTunes-Bibliothek. Sie ermöglicht das Anlegen eigener Plattenkisten und Prepare-Listen, stellt eine Vielzahl an Tag-Filtern sowie eine inkrementelle Suchfunktion zur Verfügung. Business as usual. Cover-Art Browsing in der Playlist ist nicht implementiert. Stattdessen wird ein Vorschau Piktogramm auf 20 Uhr eingeblendet.

Rechts und links oben sitzen die beiden Software-Decks. Die kontraststarke grafische Benutzeroberfläche mit den Serato-typischen frequenzcolorierten Wellenformen (Blau steht für Höhen, die Farbe Rot für Bässe, Grün für Mitten – Mischfarben in überlagernden Frequenzen sind die logische Konsequenz) wirkt durchdacht und aufgeräumt. Die beiden Abspieleinheiten liefern Informationen zu Tempo, Titel, Pitch und Laufzeiten.

Play-Around Im Praxiseinsatz auf dem Mac zeigt sich Intro als schlankes, effizientes und Ressourcen schonendes Programm, mit dem es im Rahmen der gegebenen Möglichkeiten durchaus Spaß macht, seine Musiksammlung ineinander zu dreschen und gelegentliche Samples und Loops abzufeuern. Einen Session-Rekorder zum Aufzeichnen der Performance suche ich jedoch vergebens. Der hochaufgelöste Pitchfader ermöglicht manuelle Tempoanpassungen im Bereich von etwa fünf hundertstel Prozent. Die Pitchrange liegt bei typischen plusminus acht und ist nicht variabel. Falls das Beatmatching nicht manuell erfolgen soll, ist die Synchronisation der Decks von der Hardware aus ebenfalls möglich. Im Setup lässt sich zudem ein Auto-Gain-Wert einstellen. Ferner kann der DJ Instant-Doubles freischalten, um den gleichen Track mit identischer Position in den zweiten Player zu befördern. Auch eine Tonhöhensperre ist implementiert, deren Timestretcher bei unseren Probetiteln je nach Basismaterial artefaktfreie Ergebnisse bis etwa 4 Prozent ermöglicht. Das kann sich sehen lassen. Die Scratch-Funktion arbeitet sehr akkurat und kann auch langsame Bewegungen umsetzen. Der Crossfader öffnet in Cut-Stellung auf dem erstem Millimeter, was ich als schnell bezeichnen möchte. Eine Umkehr-Funktion samt Switch wäre an dieser Stelle noch wünschenswert gewesen. 

Track-Verwurstung mit SDJI
Wie bei den vermeintlich großen Brüdern kann der Anwender auf ein horizontales oder vertikales Layout der Wellenformen zurückgreifen - das ist jedoch nicht die einzige Gemeinsamkeit. Das vorliegende Programm ist ebenfalls mit Cuepoints und Loops ausgestattet, wobei die Anzahl der von der Hardware aus zugänglichen Hotcues auf vier limitiert ist und die Auto-Loops lediglich in vier Größen (1/1, 2/1, 4/1, 8/1) vertreten sind. Ferner fehlt den Schleifen eine Cut- oder gar eine Roll-Funktion, was gerade Freunde akustischer Notenbruchteil-Stakkatos bedauern dürften. Dafür können sie aber mit sechs Effekten arbeiten, die auf zwei Racks a drei Typen mit fester Zuordnung A/B verteilt sind. HPF, LPF, Flanger, Phaser, Reverb und Echo wabern in solider Qualität aus der PA und sind anwenderfreundlich parametrisiert, wobei LPF und HPF aufgrund des vorhandenen Kombi-Filters etwas deplatziert erscheinen. Vielleicht würde ihnen in einem künftigen Update ein LFO gut zu Gesicht stehen? Ein Kritikpunkt: zum Testzeitpunkt (14.02.2012) lässt sich nur der erste Effekt einer jeden Kette über die Hardware auswechseln. Für die Übrigen ist der Griff zur Maus notwendig. Mir hätte es besser gefallen, könnte ich grundsätzlich den zuletzt aktivierten Klangverbieger austauschen oder mit den Shift-Tasten arbeiten. 

Der integrierte vier Slot-Sampleplayer wird über die Pad-Sektion unter dem Jogdial des VCI-400 angesteuert. Die Wiedergabe ist nicht beat-synchron. Samples laufen einmal abgefeuert weiter und werden bei jedem Tastendruck neu getriggert. Um den Slot zu stoppen, müsst ihr eine Kombination mit Shift-Pad ausführen, was ich ehrlich gesagt anders herum (Sample läuft solange gedrückt, Shift startet die geloopte Wiedergabe) besser gefunden hätte. Aber da hat wohl jeder seine eigenen Präferenzen. Leider habt ihr auch keinen Einfluss darauf, auf welchem Kanal die Audioschnipsel wiedergegeben werden, denn sie streamen einfach auf den Master. Unter Serato DJ Intro haben die Decks C und D, sowie die Mode-Switches und der Minifader mit seinen Buttons keine Funktion.

In diesem Zusammenhang möchte ich noch einmal in Erinnerung rufen, dass zwei Kanäle brachliegen. LE-Version oder nicht: Hätte es für die Sample-Player nicht Sinn gemacht, sie auf die beiden ungenutzten Kanäle zu routen, wie man es zum Beispiel bei Scratch-Live am externen Mixer machen kann. Ohne hardwareseitige Kontrolle der Slot-Lautstärken und Equalizing ist der praktische Nutzen doch etwas eingeschränkt. Ich möchte jedoch nicht zu stark ins Gericht gehen, denn die Software ist immerhin kostenlos. Eine Sache muss ich aber definitiv bemängeln. Wer vier Decks mit Serato spielen will, muss zu einem anderen Controller als dem VCI-400 greifen, obwohl es im Hause Serato sehr wohl ein DJ-Programm gibt, welches auch mit vier Decks läuft, nämlich Serato-Itch. Warum wurde dann nicht gleich Itch beigelegt? Geht doch bei anderen Controllern, wie dem VCI-300 MK2 auch? Sorry, Serato, das will mir nicht in den Kopf. Es sei denn, es ist in absehbarer Zeit mit einer Umstrukturierung der Softwarepolitik zu rechnen und es wird ein kostenpflichtiges oder freies Update auf ITCH angeboten oder eine Verschmelzung beider Varianten geben. 

Was mir wiederum gut gefällt, ist das Plug-and-Play Konzept. Man braucht nur den Controller einzustöpseln und alles konfiguriert sich ohne Zutun des Anwenders wie von Geisterhand. Auch wenn aus irgendeinem Grund die Verbindung zwischen VCI und Notebook unterbrochen wird (Kumpel stolpert übers Kabel) reicht es, die USB/Netzteil Verbindung wiederherzustellen und aus der PA ertönt innerhalb weniger Sekunden wieder Musik. Das ist sehr einsteigerfreundlich.

Virtual-DJ
Wir testen im Anschluss das Zusammenspiel mit der Pro-Version von Virtual-DJ. Ich möchte mit der Videosektion in der Mitte des Controllers beginnen. Hier steuert der Fader den Video FX-Parameter bezüglich seines Mischungsverhältnisses zwischen Original- und Effektbild. Der Effekt selbst wird über zwei gesonderte Tasten eingestellt und scharf geschaltet, was aber im aktuellen Mapping (noch) nicht funktionierte. Gleiches gilt für die Auswahl und Aktivierung der Video-Transition, also des Übergangs mittels Crossfader, durch die beiden Tasten rechts daneben.

Der Modus-Schalter kennt die Stellungen Decks, Sampler sowie FX&Decks. In Sampler-Stellung feuern die unteren sechs Tasten die Plätze eins bis sechs, sowie auf der gegenüberliegenden Seite sieben bis zwölf ab. Die obere Reihe übernimmt bei Decks Play/Pause und Cue sowie drei Hotcues, die mit der Außentaste gelöscht werden. In Stellung FX&Decks dient die Horizontale der Effekt-Anwahl und -Aktivierung. Kommen wir zur Matrix. Shift schaltet dauerhaft (!) zwischen Loop- und Sampler-Modus um. Die großen Flächen setzen im Loop-Modus voreingestellte Schleifen in den Größen von 1/8 bis 16 Beats, die kleinen übernehmen manuelle nebst Reloop und Smart-Funktion. Komplette Loops können mit dem rechten Drehregler im Track verschoben werden, der Linke dient als Divider. Sehr schön.

Im Sampler-Modus erlangen sämtliche zwölf Tasten Zugriff auf die Slots eins bis zwölf, wobei in diesem Fall die beiden Encoder Sample-Länge und Lautstärke des zuletzt aktiven Schnipsels setzen. Gut gebrüllt Löwe. Da geloopte Samples synchron zum Deck laufen können, lassen sich somit auch interessante Remix-Einlagen bewerkstelligen. Bleibt noch die Effekt-Sektion zu begutachten. Die beiden vertikal gelagerten Tasten fungieren hier als Pitch-Bend. Dann folgt ein Regler für die Tonart (Key) mit Reset-Button. Die nächsten beiden Drehregler kontrollieren Effekt-Parameter. Der Encoder wählt den Schredder-Algorithmus aus. Virtual DJ ist, was seine Effektsektion angeht, wirklich kein Klassenprimus, wie ihr nachstehend hören könnt. Allerdings könnt ihr, je nach Version, Community-Plugins nutzen und das Programm somit ein wenig aufbohren. Das könnte sich dann wie folgt darstellen.

Der VCI-400 kitzelt eine Vielzahl an Funktionen aus VDJ heraus. Zudem lässt sich im Gegensatz zu Serato Intro standesgemäß mit vier Decks und dazu recht ressourcenschonend arbeiten. Was mir nicht gefällt ist die Qualität der Effekt-Algorithmen, aber vielleicht passiert ja in dieser Hinsicht in Zukunft was. Auch ist es schade, dass für die Matrix keine alternative Farbbeleuchtung gewählt wurde. Aktuell kann man den Loop- oder Sampler-Modus nur daran erkennen, ob der Tasten-Verbund nach Aufruf des Modus Operandi an oder aus ist. „Aus“ bedeutet Loop-Mode, wobei die jeweils aktive Looplänge nach Betätigung der zugeordneten Benutzerschnittstelle aufleuchtet. „An“ bestätigt den Sampler-Mode, wobei der jeweils abgefeuerte Slot blinkt. 

Erwähnung finden sollte auf jeden Fall das Vorhandensein eines bipolaren Kanalfilters und die Option, ein Master-Deck mittels Shift-Load als Synchronisationsgrundlage für die übrigen Player und die Samples zu definieren. Doch auch mit den Features der LE-Version und der weitgehend geglückten Abbildung auf die Steuerkonsole dürfte der Käufer wohl eine Zeit lang beschäftigt sein. Möchte er den virtuellen Jockey indes richtig ausreizen, mit Vollbildausgabe, individuellen Mappings (auch Debugging) und MIDI-gesteuerter VST-Effekte, sollte er das 120 Euro Update für Pro gleich einplanen. 

Traktor
Das Zentrum steht ganz im Zeichen des Loop-Recorders, mit Record, Play, Size, Delete und Dry/Wet. Wir wandern mit den Augen nach links, wo die traktorschen Effektracks eins und zwei bedient werden. Drei der Parameter-Controller sind als Drehregler ausgelegt und einer als Encoder. Was Serato Intro angeht, verständlich, denn dort dirigieren die ersten Potis drei Einzel-Effekte und der Encoder übernimmt das Timing, wo sich eine Rasterung durchaus anbietet. Im Falle von Traktor allerdings steuert dieser einen Gruppen-Effekt oder die letzte Kenngröße eines Solo-FX, weil Regler eins bekanntlich Dry-Wet übernimmt. Mit dem Endlosregler erfolgt der Parameterzuwachs bei einem Wertebereich von null bis 100 Prozent in Sechserschritten. Das könnte manchem Kollegen vielleicht zu grob aufgelöst sein. Auch die Tatsache, dass es von Haus aus (aktuell) nicht möglich ist, die FX-Units drei und vier zu bedienen, verschmerzt nicht jedermann einfach so. Allerdings lässt sich das mit ein wenig Eigeninitiative re-konfigurieren. Auch muss ich sagen, dass zwei weitere Zeilen Regler schon ein wenig überladen wirken würden. Sämtliche Klangverbieger lassen sich direkt von der Hardware austauschen. Unter Traktor geschieht die Selektion für Slot eins mittels zweier dedizierter Tasten, für die übrigen Plätze mit der Shift-Taste, wobei der Reihe nach durchgeschaltet wird. 

Loops und Cues 
Der erste Encoder bestimmt die Loop-Move-Größe, gesprungen wird mit den beiden Buttons darunter. Der zweite Encoder setzt einen Auto-Loop und bestimmt dessen Größe per Drehung. Die zugehörigen Tasten definieren manuelle Wiederholzyklen. Das passt. Dann folgen vier Cue-Punkte pro Deck mit vier fest zugeordneten Löschtasten. Via Shift öffnen die kleinen Schaltflächen Move-, Cue- und Grid-Panel. Sie liegen jedoch etwas nah am Jogdial.  

Die Horizontale unter dem Jogwheel kennt die Zustände Decks, Sampler und External, wobei Mode-Select die Decks C und D auf die jeweilige Betriebsart umschaltet. Sehr schön. „Decks“ dirigiert die Play/Pause-Funktionen beider zugeordneter Player. Zwei Tasten sind zudem frei für eigene Ideen. Sampler ermöglicht ein Triggern der Slots eins bis vier, Play/Pause für Deck A bleibt erhalten. External hält vier frei konfigurierbare Tasten, sowie Play/Pause für Deck A bereit. Und natürlich gibt es auch hier Load, Autosync und Navigation mit Fullscreen-Browser, sodass der Griff zur Maus nicht nötig ist. Nachstehend haben wir für euch die Fahrt mit dem bipolaren Kanalfilter aufgezeichnet. Das macht mit den dicken Knöpfen richtig Laune. 

Der von Herstellerseite vorgegebene Workflow ist gut gewählt, allerdings nicht für jeden geeignet. Cuejuggler werden bestimmt den Direktzugriff auf acht Cuepoints vermissen, respektive anlegen wollen, Looper vielleicht fest zugeordnete Schleifenintervalle deklarieren, wenngleich diese erst in Kombination mit einer softwareseitigen Roll-Funktion richtig rocken – also einer Echtzeitpositionspufferung im Hintergrund, die nach Beenden eines Wiederholzyklus wieder angesprungen wird. Auch hätte ich mir eine Recording-Taste gewünscht, aber wie bereits eingangs erwähnt: Der Zauber liegt in der Individualisierung. 

Traktor bietet eine Vielzahl hochwertiger Live-Remix-Bausteine und der VCI-400 liefert die Bedienelemente für viele soundintensive Erlebnisse und Tag gewordene Nächte. Fragt man sich, warum ist eigentlich keine Traktor-LE im Paket? Vielleicht, weil geneigte Controlleristen eventuell schon eine Pro-Version haben könnten? Konnte man aus spekulativen Gründen, die sich faktisch unserer Kenntnis entziehen, nicht zu einer Einigung kommen? Wie auch immer: Für mich ist Traktor der ideale Gefährte zum VCI-400. Ich finde es aber genauso schade, dass der Controller nicht als externes Mischpult funktioniert und somit den lokalen Clubmixer ersetzen könnte. In diesem Punkt ziehen einige - aber nicht alle - Konkurrenten an meinem heutigen Testkandidaten vorbei. 

2 / 3
.

Verwandte Artikel

User Kommentare