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17.11.2021

Universal Audio UAD Software Version 9.15 Test

UAD2 DSP-Plugins

UAD Software 9.15 Update: Manley Tube Preamp und AMS DMX 15-80S

Exakt ein halbes Jahr nach dem UAD Update v9.14 erscheint nun Version 9.15 der UAD Software von Universal Audio. Neben den üblichen Detailverbesserungen und Bugfixes sind auch wieder zwei neue Plugins im Online Store erhältlich.

Was es über den Manley Tube Preamp, den Digitaleffekt DMX 15-80S von AMS und über das generelle Software Update zu berichten gibt, erfahrt ihr in unserem Test.

Details & Praxis

Was ist neu?

Eine detaillierte Auflistung der aktuellen Optimierungen findet ihr erfahrungsgemäß in den Release Notes auf der Homepage von Universal Audio. Neben den Plugin-Neuheiten ist die Grafikoptimierung für Apples Retina Displays bei den folgenden 22 Plugins ein hervorstechendes Merkmal im 9.15er Update:

  • Bermuda Triangle
  • Chandler: Curve Bender, Zener Limiter
  • Dytronics: Cyclosonic Panner, Tri-Stereo Chorus
  • Eden WT800
  • Galaxy Tape Echo
  • Ibanez Tube Screamer
  • Marshall: Bluesbreaker, JMP, Plexi, Plexi Classic, Silver Jubilee
  • OTO Biscuit
  • Precision Mix Rack Series
  • Pure Plate Reverb
  • Raw Distortion
  • Summit Audio TLA-100A
  • Tonelux Tilt
  • TS Overdrive
  • UA: 610-A, 610-B 

Installation und Kompatibilität

Einige Änderungen betreffen auch die Kompatibilität der neuen UAD Software mit Apple-Computern. Während die Verwendung mit Apple M1 Silicon Computern unter abenteuerlichen Umständen möglich ist (dabei unbedingt die Compatibility Info auf der Homepage beachten), entfällt die Unterstützung von 32-Bit-Plugins sowie von Betriebssystemen, die älter als macOS 10.14 sind.

Auf die vollkommen unproblematische Installation auf meinem iMac Pro unter macOS Catalina (10.15.7) folgte übrigens ein damit verbundenes Firmware Update meines Apollo X4. Auf der Homepage von Universal Audio findet man weiterhin verschiedene Installationshinweise bezüglich der unterstützen Betriebssysteme auf Mac und PC.

AMS DMX Digital Delay und Pitch Shifter

Kommen wir zur ersten Plugin-Neuheit, einer Emulation des ersten mikroprozessorgesteuerten  Digital Delays aus dem Jahre 1978. Dieser Effekt ist als Delay, Modulationseffekt und Pitch Shifter äußerst vielseitig verwendbar und verfügt gegenüber der originalen Hardware über diverse zeitgemäße und DAW-typische Features wie BPM-Sync und einen sogenannten Dual-VCO-Mode, der über ein Offset Stereomodulationen ermöglicht, die mit dem Originalgerät wiederum nicht möglich sind.

Außerdem lässt sich die aus heutiger Sicht etwas unübliche 15-Bit-Wandlung noch weiter reduzieren, um einen gezielten Lo-Fi-Charakter zu erzeugen. Was mir gefällt? Den Sound empfinde ich als umwerfend und auch die Bedienung des auf den ersten Blick etwas überladen wirkenden GUI funktioniert hervorragend, wobei die Lektüre des Manuals zu diesem teilweise eigenwilligen Plugin auf jeden Fall empfehlenswert ist. Zu bemängeln ist allenfalls der mit 52% bis 54% ziemlich hohe DSP-Load, der einer inflationären (Echtzeit-)Verwendung im Mix etwas im Wege steht.

Manley Tube Preamp

Und noch ein Preamp für die Sammlung: Der Tube Preamp von Manley ist sowohl als Unison Plugin zum Tracking als auch zur Röhrenveredelung von Line-Signalen im Mix konzipiert. Die Ausstattung fällt mit einem zweistufigen Low Cut (80/120 Hz) und einem Phase Reverse ziemlich praxisgerecht aus. 

Zur gezielten Klangfärbung dienen die (deaktivierbare) Ausgangsüberträgeremulation (XFMR) sowie die fünf Gain-Stufen von 40 dB bis 60 dB, die das Signal nicht nur lauter oder oder leiser machen, sondern das röhrentypische Oberton- und Sättigungsverhalten auch noch schaltungstechnisch beeinflussen. Gut zu hören ist dies im später folgenden Gesangsbeispiel, in dem das bearbeitete Signal bewusst etwas „angefahren“ wird.

Im Vergleich zum Standard-Preamp meines Apollo Interface entpuppt sich der Sound des Manley Preamp zudem als etwas griffiger und weniger „bauchig“, sodass es sich aus meiner Sicht durchaus um eine empfehlenswerte Erweiterung handelt, die sich, während ich dieses Review schreibe, außerdem für relativ schlanke 49,- Euro im SALE befindet.

Fazit

Zwei interessante Plugins hat Universal Audios aktuelles Update v9.15 im Gepäck. Als besonders inspirierend empfinde ich den AMS DMX Digital Delay und Pitch Shifter, dessen Kombination aus Delay, Modulationseffekten und Pitch Shifter eindrucksvolle Effekte und Klangkreationen ermöglicht. Zum Schnäppchenpreis sind UAD-Effekte selten zu bekommen, aber die übliche Demo-Phase nach dem erfolgten Update ermöglicht eine individuelle Beurteilung, ob die Investition in dieses oder andere UAD-Plugins lohnenswert ist.

  • Pro
  • AMS DMX musikalisch vielseitig einsetzbar und überzeugender Sound
  • sinnvolle Erweiterungen des Plugins gegenüber Hardware (AMS)
  • gut dosierbare Klangfärbung und praktikable Ausstattung des Manley Tube Preamp
  • Grafikoptimierung vieler Plugins
  • CONTRA
  • AMS DMX ziemlich resourcenhungrig
  • Features
  • Kompatibilität: macOS 10.14+, macOS 11, Windows 10 (64-bit)
  • Features AMS DMX Digital Delay & Pitch Shifter
  • Delay-, Modulation- und Pitch-Shift-Effekte
  • 6,515s Delay-Zeit je Kanal
  • Pitch Shift (±1 Oktave)
  • Low Pass (6 dB/oct)
  • Phase Reverse
  • „VCO2-Mode“/Dual VCO als Plugin-Erweiterung
  • Tempo Sync
  • Dry-Wet-Mix
  • 15/14/13/12bit AD/DA-Emulation
  • Features Manley Tube Preamp
  • Unison Plugin
  • Gain Switch 40, 45, 50, 55, 60 dB (klangverändernd durch negatives Feedback)
  • Output (-60 bis +12 dB)
  • Input Regler
  • Mic oder Line Mode
  • Pad -20 dB
  • Low Cut (80/120 Hz, 6 dB/oct)
  • Phase Reverse
  • Emulation des Ausgangsübertragers (XFMR deaktivierbar)
  • VU Meter
  • Preis
  • Update kostenlos
  • AMS DMX Digital Delay & Pitch Shifter: 299 EUR im UAD Online Store
  • Manley Tube Preamp: 49/149 EUR (SALE/regulär) im UAD Online Store

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