Hersteller_Ultrasone
Test
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25.11.2013

Praxis

Verwendungszweck

 Wie es sich für einen geschlossenen Kopfhörer gehört, ist der Ultrasone Signature Pro mit einer guten Schallisolation nach außen und von außen nach innen hin ausgestattet. Weil er auch recht pegelfest ist, lässt er sich somit auch ideal für das Recording und am FOH einsetzten. Das war bei den anderen Ultrasones nicht unbedingt der Fall. Ebenfalls schön in diesem Zusammenhang - und leider viel zu selten im Rahmen des Testmarathons vertreten - war die Möglichkeit, den Kopfhörer etwas platzsparender zusammenzufalten.

Aufgrund seiner geringen Impedanz funktionierte er auch an iPod und iPhone recht laut. Zum Vergleich: ein Beyerdynamic DT-880 war bei gleicher Leistung des Kopfhörer-Verstärkers viel leiser, ging bei genügend Power des Kopfhörerverstärkers aber auch deutlich lauter, ohne zu pressen, wie es der Signature Pro bei sehr hohem Pegel doch ein wenig tut.

Tragekomfort

Auch dieser Kopfhörer sitzt sehr fest und sicher auf meinem Kopf. Eine Ohrmuschel nach hinten, an den Hinterkopf zu legen, ist unkompliziert möglich. Die Ohrmuscheln sind sehr beweglich, passen sich also wunderbar der Kopfform an. Der Anpressdruck ist etwas höher als bei den anderen Ultrasone-Modellen, was ich aber immer noch sehr angenehm finde.

Die Verarbeitung dieses Kopfhörers ist wirklich erste Klasse: Ein ungeübtes Auge sieht das auf den ersten Blick zwar nicht gleich, man spürt es aber deutlich, sobald man das gute Stück einmal in der Hand hält. Das Kopfband ist umfangreich mit echtem Leder bezogen, und auch die Ohrpolster sind aus echtem Leder, was ein echtes Novum im Testmarathon darstellt! Im Hautkontakt fühlt sich das viel angenehmer als die Samt-Varianten der anderen Teilnehmer an. Zweifelsohne das beste haptische Gefühl überhaupt. Das hat allerdings auch seinen Preis, denn der Ultrasone Signature Pro war mit Abstand auch der teuerste Kopfhörer in unserem Testmarathon!

Leider ist der Bügel des Signature Pro nur für meinen Kopf eine kleines bisschen zu groß geraten. Vergleicht man den Bügel mit den anderen Ultrasone-Modellen, fällt auf, dass hier das „Zusatzpolster“ unter dem Bügel fehlt, was sicherlich dem Leder geschuldet ist, in meinem Fall aber die entscheidenden Millimeter kostet. Ergo habe ich das Gefühl, dass die Ohrpolster minimal zu tief sitzen und auf meinen Ohren oben leicht aufsitzen. Vielleicht hat mein Schädel aber auch einfach nicht die „richtigen Standardmaße“, weil ich dieses Problem auch bei anderen Kopfhörer hatte - auf jeden Fall saßen die anderen Ultrasone-Vertreter aber etwas besser auf meinem Kopf und den Ohren.

Klang

Ich habe jeden Kopfhörer innerhalb unseres Testmarathons an verschiedenen Kopfhörerausgängen bzw. Verstärkern betrieben, um meine Höreindruck-Aufmerksamkeit auf den Kopfhörer selbst und nicht den Verstärker zu lenken. Von günstig bis etwas teurer waren dabei folgende Kandidaten vertreten:

  • iPhone 4
  • MacBook
  • RME Fireface UFX
  • Drawmer MC2.1

Weiterhin habe ich diverse akustische Experimente durchgeführt und viele verschiedene, mir bekannte Mixe angehört, um den Charakter der einzelnen Kopfhörer zu isolieren. Unter anderem sind folgende Alben in „Heavy-Rotation“ gelaufen:

  • Daft Punk - Tron (O.S.T)
  • Clint Mansell – The Fountain (O.S.T)
  • 50 Cent – The Massacre
  • NIN – The Fragile
  • Depeche Mode – Violator
  • Trentemøller - Lost
  • Marilyn Manson - Mechanical Animals
  • Rabih Abou Khalil - Blue camel

Weiterhin habe ich zum Abgleich mit Peter Könneman auch folgende Stücke gehört:

  • Charlie Haden - Cancion a Paola
  • Johnny Cash - Desperado
  • Skrillex - Bangarang
  • Rihanna - Rude Boy
  • David Guetta - Sexy Bitch

Frequenzgang

Auch der Signature Pro ist trotz seiner Ausgewogenheit eher höhenreich abgestimmt, allerdings ist dies nach einer wirklich kurzen Eingewöhnungszeit keinesfalls nachteilig. Die Mitten sind ebenfalls leicht betont, dabei aber äußerst detailliert und vor allem präzise. Jeden anderen Kopfhörer empfand man, nachdem man den Ultrasone Signature Pro aufgesetzt hatte, als leblos und matt.

Selbst der Bass wurde hier einwandfrei abgestimmt, was ich in Anbetracht der anderen Ultrasones nicht unbedingt erwartet hätte: Der Bass ist durchaus potent, maskiert aber keine anderen Frequenzbereich. Der Frequenzgang nimmt somit eine Mittelstellung zwischen nüchtern/linear und HiFi-Spaß ein.

Das Besondere an diesem Kopfhörer ist aber die messerscharfe Präzision: Jedes noch so feine Detail wird entlarvt, besonders in Verbindung mit seiner äußerst schnellen Transienten-Wiedergabe. Gerade bei humanen, mittleren Pegeln schöpft der Ultrasone Signature Pro so seine vollen Kapazitäten aus.

Impulsverhalten

Die Darstellung von Transienten ist hier ebenfalls wirklich sehr gut gelöst! Kein anderer Kopfhörer im Testmarathon war in dieser Disziplin so fein aufgestellt, und das obwohl er mit offenen Kopfhörern konkurrierte, denen man im Allgemeinen eigentlich noch mehr Luftigkeit nachsagt! Man entdeckt hier jedenfalls „zufällig“ Details, die man mit den anderen Kopfhörern nie im Leben herausgehört hätte. Beispielsweise nahm man manche Snare deutlich schneller war, als dies mit dem ebenfalls wirklich sehr guten und sogar halb-offenen Beyerdynamic DT-880 möglich gewesen wäre! Fairerweise sollte man aber auch dazu sagen, dass dieser nicht mal ein Drittel kostet. Interessante, weil günstigere Alternativen dürften der geschlossene Shure SRH-940 und der „komplett“ offene AKG K712 Pro sein.

Räumliche Abbildung

Der Ultrasone vermittelt eine wirklich tolle Räumlichkeit, gepaart mit einer äußerst präzisen Stereo-Lokalisation. Die Stereo-Bühne ist breit, aber nicht unnatürlich geweitet. Panning-Einstellungen, die man mit diesem Kopfhörer vornimmt, sind absolut verlässlich. Auch die Tiefenstaffelung ist für einen Kopfhörer in dieser Bauform äußerst bemerkenswert

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