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Test
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16.04.2018

Praxis

Mischen mit dem breiten Pinsel: Die sieben Presets

Wer die Drums aus der UK Pop EZX komplett selbst mischen will, der verwendet am besten das Preset „Original Mix“ und leitet die einzelnen Kanäle des internen Mischers aus dem EZdrummer 2 direkt in die DAW, um dort gegebenenfalls weitere Effekte zu verwenden. Wer dagegen lieber mit dem breiten Pinsel arbeitet und in möglichst kurzer Zeit einen möglichst fertigen Sound erzeugen will, der wird mit den sieben weiteren Presets der Library gut bedient. Wie vom EZdrummer 2 gewohnt, werden hier nicht nur Trommeln und Becken neu kombiniert, sondern es wird der komplette interne Mixer umstrukturiert und mit einer sehr überschaubaren Anzahl der wesentlichsten Effekt-Kontrollen versehen.

Die Presets liefern schon ohne weiteres Drehen und Schrauben einen runden Sound, und allgemein gefällt mir sehr gut, dass es grundsätzlich schwierig ist, dem EZdrummer 2 selbst bei Rechtsanschlag der Bedienelemente drastisch überprozessierte Ergebnisse zu entlocken. Interessant ist zudem, dass die Kategorien der UK Pop Grooves die gleichen Namen wie die Presets der EZX tragen, was mich dazu verleitet hat, für die folgenden Audio-Beispiele Gleiches mit Gleichem zu kombinieren. Dadurch werden zum Teil sehr eindeutige Erinnerungen an Songs von den Beatles, The Police oder David Bowie wach.

Im folgenden Video ist zu sehen, welche klanglichen Möglichkeiten man bei den Presets „Tea Towels“ und „Bristol Eyes“ hat.

Umfangreiche Auswahl an Artikulationen

Sehr erfreulich zu berichten ist, dass die UK Pop EZX vor allem im Bereich der Hihats sehr gut mit Samples für unterschiedliche Spielweisen bestückt ist. Hier stehen stattliche 16 Artikulationen zur Auswahl, was vor allem damit zusammenhängt, dass die Library als erste EZX überhaupt zwischen Tip- und Edge-Artikulationen bei geöffneten Hihats unterscheidet. So viel Liebe zum Detail kennt man üblicherweise nur von Libraries für den großen Superior Drummer. Wer wirklich authentische Drums programmieren will, der wird in dieser Hinsicht also bestens versorgt – auch wenn der Realismus der um ein Vielfaches größeren SDX-Libraries für den großen Bruder natürlich nicht ganz erreicht wird.

Die Snaredrums wurden je nach Modell mit einer unterschiedlichen Anzahl von Spielweisen aufgenommen, kommen im Durchschnitt aber auf die üblichen fünf Varianten: Center, Edge, Rimshot, Sidestick und Rim. Manche Trommeln unterscheiden allerdings zusätzlich noch zwischen zwei Varianten des Rimshots und bieten einen Effekt-Sound am Rand der Trommel. Eine der Snares (die 60s Gretsch 4157) kommt damit auf sieben Artikulationen. Es ist doch wirklich toll, dass eine Library für den kleinen EZdrummer 2 so viel Potenzial zu akribisch realistischem Programming zeigt! 

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