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Test
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20.12.2019

Toontrack Death & Darkness SDX Test

Superior Drummer 3 Erweiterung

Toontrack Expansion bringt Tod und Finsternis!

Toontrack und Metal gingen schon immer gut zusammen! Mit der Death & Darkness SDX bieten die schwedischen Drumsample-Spezialisten nun eine umfangreiche Erweiterung für den Superior Drummer 3, der bei der Produktion von Metal-Drums am Rechner keine Wünsche offen lässt. Das Paket bietet einen weitgehend naturbelassenen heavy Drumsound, der sich in allen gängigen Subgenres zwischen Death, Hardcore und Prog einsetzen lässt. Dank der für SDX-Libraries typischen Flexibilität kann er auch für allerlei Zweckentfremdungen verwendet werden.

Wenn es einen Musikstil gibt, in dem Materialschlachten in puncto Drum-Equipment nicht nur in Ordnung, sondern sogar ausdrücklich erwünscht sind, dann ist das definitiv der Metal – und im Falle der Death & Darkness SDX von so einer Materialschlacht zu sprechen, ist durchaus angemessen. Die Library bietet neun komplette Drumsets, die unter professionellen Bedingungen in zwei Studios aufgenommen wurden und die sich mit einer stattlichen Auswahl von zusätzlichen Trommeln und Becken kombinieren lassen. Alle wesentlichen Details klären wir im Review!

Details

Doppel D: zwei Drum-Libraries in einem!

„Eins gekauft, eins geschenkt“, scheint das Motto zu sein, mit dem Toontrack den Metal Month 2019 begeht, denn mit der Death & Darkness SDX erhält man in der Tat zwei vollwertige Drum-Libraries, die von unterschiedlichen Teams in unterschiedlichen Studios aufgenommen wurden und dementsprechend über zwei unterschiedliche Interfaces bedient werden. Etwas entfernt Vergleichbares gab es bereits 2009 bei der New York Studios Vol. 2 SDX, die damals noch für den Superior Drummer 2 veröffentlicht wurde. Die Größenverhältnisse haben sich seitdem allerdings erheblich nach oben verschoben und das Datenvolumen ist in etwa auf das Fünfzehnfache angewachsen.

Alleine der Death-Part der Death & Darkness SDX könnte mit seinen 108 GB bereits als die bisher umfangreichste Erweiterung für den Superior Drummer 3 gelten. Dazu kommt allerdings noch der Darkness-Part mit seinen ebenfalls stattlichen 65 GB. Auch, wenn ein hoher Speicherbedarf sicherlich nicht das wesentlichste Kriterium einer Drum-Library ist, sei an dieser Stelle zumindest gesagt, dass die Death & Darkness SDX ohne Probleme in Form von zwei separaten Releases zum vollen Preis durchgegangen wäre.

Death from Texas

Der Death-Part der Death & Darkness SDX wurde von Mark Lewis aufgenommen, der als Produzent und Engineer mit amerikanischen Bands wie Cannibal Corpse, Whitechapel, Coal Chamber, Carnifex und DevilDriver arbeitete. Das Studio seiner Wahl zum Tracking der Drums war die Sonic Ranch in Texas mit einem 160 Quadratmeter großen und 7 Meter hohen Aufnahmeraum, der einen dichten und warmen Klang und vielfältige Möglichkeiten zur Anpassung der Akustik bietet. Herzstück der Studiotechnik ist das mit 80 Kanälen größte Neve-Vintage-Pult der Welt.

In der Sonic Ranch wurden vier umfangreiche Drumsets von den Herstellern Sonor, Gretsch, Yamaha und DW aufgenommen. Wer auf realistisches Doublebass-Gewitter steht, der wird begrüßen, dass alle Kits mit zwei echten Bassdrums gesampelt wurden. Im Gegensatz zur Verwendung einer einzelnen Bassdrum kann eine leichte klangliche Varianz gerade bei schnellen Passagen für Lebendigkeit sorgen, wenn diese denn erwünscht ist. Im Gegenzug verzichtet der Death-Part auf weitere Kicks, bietet aber insgesamt elf Snaredrums und eine breite Auswahl von Becken.

Darkness from Denmark

Einen echten Kontrast bietet der Darkness-Part der Library. Die Leitung übernahm Produzent/Engineer Tue Madsen, den man mit Alben nordischer Metal-Bands wie Meshuggah, Hatesphere oder Dark Tranquillity in Verbindung bringt. Die Drums wurden in seiner Homebase, den Antfarm Studios in Dänemark, aufgenommen – und zwar in einem Swimmingpool (ohne Wasser!). Die gekachelten Wände des Schwimmbeckens sorgen für kräftige und harte Reflexionen und bilden einen außergewöhnlichen Klang, den man (möglicherweise unbewusst) von vielen Metal-Produktionen her kennt.

Trotz seines geringeren Datenvolumens bietet der Darkness-Part fünf komplette Drumsets von Yamaha, Slingerland, Pearl, Tama und DW. Tatsächlich sind die Kits von Yamaha und DW sehr nah mit den entsprechenden Kits aus dem Death-Part verwandt. Weiterhin stehen insgesamt elf Bassdrums und zehn Snares zur Auswahl. In Hinblick auf die Anzahl der Becken entsprechen sich die beiden Libraries weitgehend.

Schlanke Groove-Library

Genauso wie bei den meisten anderen SDX-Libraries, die in den letzten Jahren veröffentlicht wurden, lässt sich auch bei der Death & Darkness SDX eine Tendenz zu einer eher überschaubaren MIDI-Librariy erkennen. In diesem konkreten Fall stehen 112 Grooves und 52 Fills bereit, die wie gewohnt ganz übersichtlich in Songs bzw. Songparts organisiert sind. Zum Vergleich: Die etwas älteren SDX-Libraries enthalten meist deutlich über 500 verschiedene MIDI-Files. Dass Toontrack hier den Rotstift angesetzt hat und freundlich auf die große Anzahl der separat erhältlichen MIDI-Packs verweist (z. B. Deathlike Fusion MIDI und Heavy Metal MIDI), ist meines Erachtens aber vollkommen akzeptabel. Nicht jede SDX-Library muss eine Komplettausstattung an Basis-Grooves und Fills mitbringen und natürlich sind auch die MIDI-Files aus der Core-Library des Superior Drummer 3 und aus allen anderen Erweiterungen verwendbar.

Die vorhandenen Grooves wurden von Sean Reinert (Æon Spoke und Cynic) und Jay Postones (Tesseract) eingetrommelt, sind angenehm lebendig, wirken dabei aber schon recht außergewöhnlich und zeigen ein verhältnismäßig starkes Profil. Auch wenn sie in ihrer unbearbeiteten Form mit einer recht hohen Wiedererkennbarkeit kommen, können sie aber natürlich problemlos als Grundlage für eigene Groove-Kreationen im Editor dienen. Die Audiobeispiele im folgenden Praxisteil dieses Reviews wurden vollständig mit der enthaltenen MIDI-Library erzeugt.

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