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Test
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16.12.2021

Thomann AK-X1100 Test

Entertainer Keyboard

Frischer Wind in der Mittelklasse

Es tut sich etwas in der Mittelklasse der Entertainer Keyboards. Das Thomann AK-X1100 bietet für nur 579 Euro sehr gute technische Daten und eine Ausstattung, die man nur von wesentlich teureren Instrumenten kennt: 256-stimmige Polyphonie, 7”-Farb-Touchscreen, 3 Upper- und 1 Lower-Part, Audio-Recorder (mp3 und wav), USB-Audio und -MIDI, Mikrofon-Eingang und vieles mehr. Thomann zielt damit klar in Richtung der Mitbewerber Yamaha und Korg. Für eine vergleichbare Ausstattung muss man dort allerdings mindestens das Doppelte auf den Tisch legen.

Der Markt in der Mittelklasse der sogenannten Home Keyboards ist heiß umkämpft. Anwender lieben die leistungsfähigen Arranger-Keyboards, mit denen eine komplette Begleitband geliefert wird, um eigene musikalische Vorstellungen zu Hause und auf der Bühne umzusetzen. Thomann hat mit dem neuen AK-X1100 ein sehr leistungsfähiges Keyboard vorgestellt, das mit seinen Features und technischen Daten in dieselbe Kategorie wie das Yamaha PSR-SX700 oder das Korg Pa-700 gehört, allerdings zu einem wesentlich günstigeren Preis: Für knapp 600 Euro bekommt man das interessante Instrument nach Hause geschickt. In diesem Test wollen wir das AK-X1100 genauer unter die Lupe nehmen.

Details

Erster Eindruck

Beim Auspacken freut man sich über das moderate Gewicht von 9,4 kg. Das Design ist gradlinig und schlicht, das Bedienfeld klar strukturiert. Auffallend sind das große Touch-Display, die drei Echtzeit-Controller mit LED-Kranz und der Joystick mit LED-Spitze. Alles wirkt wertig und stabil. An den beiden Seiten des schwarzen Kunststoff-Gehäuses strahlen sogenannte „Breathing Lights“ in einer einstellbaren Farbe nach unten ab. Es handelt sich dabei um eine Art Ambient-Beleuchtung, deren LEDs ihr Licht im Rhythmus der Musik abgeben. Das kann auf der Bühne ein interessanter Eyecatcher sein. Die beiden Lautsprecher liegen gut geschützt unter einer gelochten Metallabdeckung. Mit zum Lieferumfang gehören ein aufsteckbarer Notenhalter aus Metall und Kunststoff sowie ein externes Netzteil, außerdem liegt eine 234-seitige(!) deutsche Bedienungsanleitung bei.

Bedienfeld

Das 7“ große Touch-Display ist klarer Mittelpunkt des Frontpanels. Ein solch großer berührungsempfindlicher Bildschirm mit einer Benutzeroberfläche, die man sonst nur aus Oberklasse-Keyboards kennt, ist in dieser Preisklasse einzigartig! Links des Displays liegen zunächst neben dem großen und griffigen Lautstärkeregler drei ebenso stabile Endlos-Drehregler, die sogenannten GROUP KNOBS.

Mit einem winzigen Taster, den man leicht übersehen kann, schaltet man zwischen den vier verschiedenen Funktionen der Echtzeitregler um. Entweder steuert man Filter-, Effekt oder ADSR-Parameter. Den Reglern lassen sich aber auch ganz andere Parameter zuweisen, die Liste der Möglichkeiten ist lang. Die LED-Kränze zeigen dem Anwender auch beim Aufrufen einer neuen Performance immer den aktuellen Wert an, egal wo der Regler steht.

Unterhalb dieser Regler liegen praktische und selbsterklärende Taster, mit denen man sofort bestimmte Menüs aufruft: STYLE SELECT, SONG SELECT, USB DEVICE, GLOBAL SETTINGS, MIXER CONSOLE und SHORTCUT+. Die letzte Taste entspricht der DIRECT ACCESS Taste bei Yamaha Keyboards. Drückt man SHORTCUT+ und betätigt dabei gleichzeitig einen beliebigen Regler, so erscheint sofort das Untermenü, das diesen Regler bzw. den zugehörigen Bereich betrifft. Die übrigen Taster auf der linken Seite sind durchweg Bedienelemente, die die Begleitfunktionen (Styles und Songs) des AK-X1100 betreffen. Hier wird das Tempo eingestellt, das Metronom eingeschaltet oder der Recorder aktiviert. Direkt oberhalb der Klaviatur liegen alle Taster zur Steuerung der Styles und Songs.

Der Performance-Speicher dient dazu, Komplettregistrierungen des AK-X1100 abzulegen. Acht Taster bilden eine Memory-Bank, die ersten vier Taster dienen auch dazu, die Quick Settings, also die Sound-Presets, die einem Style zugeordnet sind, auszuwählen. Auf der rechten Seite des Frontpanels befindet sich das obligatorische Datenrad mit zwei Value-Tastern und einer EXIT-Taste. Etwas weiter von der Klaviatur entfernt liegt der PART ON/OFF-Taster. Will man mal eben den UPPER2-Sound aktivieren, muss man sich schon etwas strecken. Die SOUND SELECT Sektion besteht aus 14 Kategorie-Tastern, die das entsprechende Auswahlfenster im Display öffnen. Direkt über der Klaviatur liegen die vier PHRASE PADS und wichtige Bedienelemente für die Klangeinstellung wie TRANSPOSE und OCTAVE, oder Taster um Effekte zu aktivieren.

Als Spielhilfe dient der Joystick, dessen Spitze rot-weiß leuchtet, sodass man ihn auch auf der dunklen Bühne leicht finden kann. Die drei ASSIGNABLE Switches lassen sich vielfältig mit Funktionen belegen.

Anschlüsse

Das Thomann AK-X1100 ist mit allen wichtigen Anschlüssen ausgestattet, so z. B. mit einem USB-To-Host- und einem USB-To-Device-Port. Damit lässt sich das Keyboard mit einem Computer verbinden oder ein USB-Stick anschließen. Die MIDI-In/Out-Buchsen sind für ein Keyboard dieser Preisklasse keineswegs selbstverständlich. Neben den beiden Pedal-Anschlussbuchsen befinden sich zwei Line-Out-Klinkenbuchsen sowie ein Aux-in-Anschluss, der auch in Form von zwei großen Klinkenbuchsen ausgeführt ist. Man kann also externe Klangquellen über die Lautsprecher des AK-X1100 hörbar machen. Schließlich gibt es noch einen Mikrofon-Anschluss (Stereo-Klinke) und die Buchse für das externe Netzteil. Der Kopfhörer wird an der Vorderseite unterhalb des Joysticks eingesteckt. 

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