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Test
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19.10.2021

THEPHONOLOOP Cassette Bundle 01 & 02 Test

Sound Library

Sample-Instrumente mit Vintage-Flair

Die polnische Soundschmiede THEPHONOLOOP hat offenbar ein Faible für Vintage-Sounds,  die bekanntlich auch moderne Produktionen bereichern können. Verschiedene Sample-Instrumente des Herstellers sind sowohl einzeln als auch als Cassette Bundle 01 und Cassette Bundle 02 erhältlich, die wir hier für euch getestet haben.

Für wen die Soundpakete interessant sein könnten und was uns sonst noch aufgefallen ist, haben wir in diesem Test für euch zusammengefasst.

Details

Erst einmal das Bürokratische …

Die Cassette Bundles 01 und 02 sind in verschiedenen Formaten erhältlich, was sich auch im Verkaufspreis widerspiegelt. Im Test befindet sich die Kontakt-Version, welche eine Vollversion von Native Instruments Kontakt 5 (5.8.1 oder neuer) zum Betrieb erfordert. Alternativ könnt ihr die Cassette Bundles (oder Einzelinstrumente) für Ableton Live, Logic (EXS, Sampler), SFZ oder als Multiformat erwerben, das vermutlich die genannten Formate beinhaltet und am teuersten ist. Zum Zeitpunkt des Tests befanden sich die Produkte im Sale, also schaut am besten auf der Homepage nach, ob euer Wunschformat auch im Angebot ist. Achtung, Hobbymusiker: Die angegebenen Preise sind exklusive Mehrwertsteuer, die beim Erwerb dann noch anfällt.

Grundsätzliche Ausstattung und Features

Während das Bundle 01 die drei Instrumente Cassette Keys, Cassette Piano und Cassette Mallets enthält, sind es beim Bundle 02 diese vier: Vibraphone, Mallets 02, Keys 02 und Plucks 01 - ebenfalls jeweils mit dem Namenszusatz „Cassette“. Alle Instrumente enthalten diverse Presets und Samples, die nicht selten umgedreht abgespielt oder auf sonstige Weise verfremdet werden. Für den weiteren klanglichen Feinschliff oder auch Eigenkreationen stehen einerseits die üblichen Bausteine der subtraktiven Synthese (Pitch/Amp/Flt Env, zwei LFOs, Filter) sowie diverse Insert- und Send-Effekte zur Verfügung. Prägend für den Sound der Cassette-Instrumente sind die Drift-Parameter Wow und Flutter zur Verstärkung Tape-ähnlicher Klangartefakte sowie der präzise Zugriff auf die Intensität und die Präsenz des Rauschens per Filter. Das in den Cassette Instruments angestrebte Bandrauschen – teilweise auch Plattenknistern und Brummen – ist sinnvollerweise nicht in den Multisamples enthalten, sondern lässt sich je nach Präferenz hinzufügen oder auch ganz entfernen.

Unterschiede der einzelnen Instrumente

Optisch unterscheidet sich das GUI-Design bei zwei Instrumenten im Cassette Bundle 01. Cassette Keys 01 und Mallets 01 entstammen offensichtlich einer älteren Generation, die Funktionalität und Zugriffsmöglichkeiten ist allerdings weitgehend mit den neueren Instrumenten identisch. Grundlegende Unterschiede findet man eher unter der Oberfläche, was sich unter anderem am jeweiligen Sample-Umfang der einzelnen Instrumente zeigt, der in den Features am Ende dieses Testberichts aufgelistet ist.

Während Cassette Mallets 01 einen Festplattenspeicher von ca. 316 MB benötigt, sind es beim Cassette Vibraphone fast 4 GB. Grund hierfür ist der unterschiedliche Aufwand beim Erstellen der Samples. So verfügt das Instrument Vibraphone über echte Round-Robin-Samples und Aufnahmen von vier verschiedenen Tapedecks. Bei Mallets 01 sind dies lediglich drei. Außerdem wird der populäre Round-Robin-Effekt zur Vermeidung statisch klingender Notenwiederholungen speicherschonend simuliert – offenbar durch leichte Offsets der Tonhöhe und des Sample-Startpunkts –, was allerdings ebenfalls seinen Zweck erfüllt. Im Detail finden sich weitere kleine Unterschiede in der Auswahl und Parametrisierung der Insert und Send-Effekte. So enthalten die Instrumente mit dem „frischeren“ GUI-Design den Insert-Effekt Cabinet anstatt eines Flangers und erweiterte Routing- und Klangoptionen der Send-Effekte (Reverb, Delay). 

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